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cover art for Sympathie for the Devil

Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Sympathie for the Devil

Season 2, Ep. 424

231123PC Sympathy for the Devil

Mensch Mahler am 23.11.2023


Was gefährdet die Demokratie? Die Faszination des Bösen.  Donald Trump bezeichnet politisch denkende als Ungeziefer. Das ist Nazi Sprache. Ungeziefer darf man mit Schädlingsbekämpfungsmittel vernichten. Vorzugsweise mit Zyklon B. Sektierer und Verschwörungstheoretiker meinen als Erleuchtete allein einer überlegenen Rasse anzugehören. Deshalb sind Juden, Muslime und dunkelhäutige Menschen ihre natürlichen Feinde, die spätestens beim kurz bevorstehenden Weltuntergang vernichtet werden, während sie im Triumph in den Himmel aufsteigen. Leider gehören auch Freikirchen und Sekten zu ihnen, die sich als Erwählte betrachten und auf alle anderen herabschauen, wenn diese sich nicht zu ihnen halten und ebenfalls gerettet werden wollen aus der angeblich so bösen, demokratischen und liberalen Welt.


Sympathy fort eh Devil – Rolling Stones

 

Sympathy for the Devil. Gabs schon immer. In diesen Tagen tobt er sich so richtig aus. In den Bewunderern von Putin, Trump, Erdogan, den Mullahs und allen anderen Rassisten dieser Welt. Wird Zeit, dass wieder mehr Sympathy for the good ones Raum gewinnt. 


Sympathy for the Devil – Rolling Stones

 

 


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  • 232. Danke für die Bälle

    01:45
    240223PC Danke, Fans!Mensch Mahler am 23. Februar 2024Mich hat es auch genervt. Die ständigen Spielunterbrechungen, die Schokotaler, die Tennisbälle. Wann hören die endlich auf? Erst dann, wenn sich die Pläne der DFL sich Investoren ins Stadion zu holen, erledigt haben. Und genau das ist vorgestern passiert.Schreckgespenst England: Unmengen von Investorengeldern werden inflationär zwischen den Vereinen hin und her geschoben. In die Jugendarbeit wird kaum investiert, lieber holt man sich für Unsummen Stars aus dem Ausland. Die TV-Gelder bestimmen das Geschehen, die Tickets fürs Stadion kann sich kaum noch jemand leisten. Also: Superstars aus dem Ausland vor halbleeren Rängen. Die Fans einsam vor der heimischen Glotze. Wollen wir das? Nein, sagten die deutschen Fans. Wir wollen unseren Fan-Fußball, wir wollen ein Event und keinen Investoren-Fußball. Ich bin den Fans dankbar. Ich bin ihnen dankbar, dass sie nicht aufgehört haben, als sich der erste Investor zurückgezogen hat und eventuell eine Neuabstimmung der Vereine im Raum stand. Weiter werfen, bis die DFL ihre Investorenpläne über den Haufen wirft. Inzwischen bewundern immer mehr Fußballer aus England und Spanien die Bundesliga. Superstars wie Harry Kane finden sie spannender als die Premierlegaue. Weil die Stadien voll sind, die Fanclubs Choreos hinlegen, die Oskar-verdächtig sind und weil immer wieder aus der  Nachwuchsarbeit neue junge Talente zu Superstars reifen.Recht habt ihr. Wir lassen uns den Fußball, die schönste Nebensache der Welt, nicht durch Kommerzialisierung kaputtmachen. Wenn einmal wieder ein Herr Kind oder wer auch immer unsere Bundesliga verkaufen will, dann werft gerne wieder. Lange und ausdauernd.   
  • 222. Die einsame Generation

    01:54
    240222PC Die einsame GenerationMensch Mahler am 22. Februar 2024War das wirklich nötig? fragen sich immer mehr Menschen, die die Spätfolgen der Quarantäne-Maßnahmen während der Hochphase der Pandemie wahrnehmen.Warum hat die Regierung den Virologen das Feld überlassen? Wo sind die Psychologen und Soziologen geblieben?Viel Zeit im Homeoffice, vor dem Computer – das vermittelt kein Glücksgefühl. Echte Freude im realen Leben vermitteln Kontakte, Glück, Zugehörigkeit und Eingebundensein. Was gerade heranwächst – Jugendliche und junge Erwachsene – ist eine einsame Generation. Leben in der Blase – Kommunikationsfähigkeit, Toleranz und Respekt vor anderen gehen verloren, wenn wir nicht im Austausch mit echten Menschen sind – in der echten Welt, nicht nur im Internet. Gleichzeitig engagieren sich immer weniger junge Leute in Vereinen, Kirchen oder Nachbarschaftstreffs. Aber: sich gemeinsam für eine Sache zu engagieren fördert den Zusammenhalt und die soziale Kompetenz.Einsamkeit kann krank machen. Jugendliche können sich in der Regel nicht selbst aus einem psychischen Tief befreien. Sie brauchen Unterstützung. Der Teufelskreis Einsamkeit – alleine im Netz surfen macht anfällig für negative und gar extremistische Gedanken. Fatalerweise kommen die Jugendpsychiater nicht mehr nach. Zu viele junge Menschen brauchen Hilfe. Die Wartelisten sind lang. Bliebt zu hoffen, dass der Aktionsplan gegen Einsamkeit, den die Bundesregierung jetzt ausgerufen hat, auf allen Ebenen praktische Wirkung zeigt. Eines ist klar: Ein am grünen Tisch ausgetüftelter Aktionsplan ohne Bodenhaftung ist nichts als Aktionismus ohne Wirkung. Bleiben wir positiv gespannt. Vielleicht werden wir ja eines Besseren belehrt.   
  • 212. Grundrechte auch für Tiere

    02:02
    240221PC Ich habe mit Dir noch ein Weinblatt zu rollenMensch Mahler am 21. Februar 2024„People for the Ethical Treatment of Animals“, das sagt ihnen vermutlich nichts. Wenn ich jetzt PETA sage, dann wissen alle, was ich meine. Vor allem wegen ihren spektakulären Aktionen. Halbnackt liegen Dutzende Menschen nebeneinander und aufeinander, auf Haut und Unterwäsche sollen rote Farbkleckse Blutspritzer symbolisieren. Dir Aktivisten von PETA stellen einen Berg von Fleisch dar. „Fleisch tötet“ ist auf Plakaten zu lesen. Die Bewegung, die aus den USA vor 30 Jahren nach Deutschland kam, überspitzt, polarisiert und provoziert. So muss man das machen, wenn man etwas erreichen will. Auch die Befreiung von Tieren aus der Massentierhaltung gehört dazu. Viele Forderungen sind für mich nachvollziehbar. Andere sind in meinen Augen komplett überzogen wie „Personenstatus und Grundrechte für Tiere“. Oder sie sind reif fürs Kabarett, wie neulich bei Dieter Nuhr. Kein Witz: PETA soll allen Ernstes gefordert haben, Sprache von Tierdiskriminierung zu säubern. Anstatt zu sagen: „Mit dem haben ich noch ein Hühnchen zu rupfen“ solle man besser formulieren: „Mit dem habe ich noch ein Weinblatt zu rollen“. Auch „die Katze aus dem Sack lassen“ sei mit dem Tierwohl nicht vereinbar. Wobei, so sinnierte Dieter Nuhr, es der Katze wohl schlechter gingen, wenn man sie im Sack belassen würde. Aber zurück zur Ernsthaftigkeit: rund 10.000 spektakuläre Straßenaktionen hat PETA in 30 Jahren in Deutschland veranstaltet. Es ist ihr Verdienst, dass viele Menschen nachdenklich geworden sind und sich fragen, wie man hierzulande mit Tieren umgeht. Und: Rund 1,5 Millionen Menschen in Deutschland bezeichnen sich als Veganer. PETA macht weiter: „Bundesweit werden unzählige Tiere für menschliche Zwecke getötet“. Deshalb die klare Botschaft: „Tiere brauchen eigenen Rechte“.  
  • 202. Keiner muss sang- und klanglos gehen

    02:02
    240220PC Nicht sang- und klanglos abtretenMensch Mahler am 20. Februar 2024Im Moment kommt es dicke. Um mich herum wird gestorben. Das liegt vielleicht daran, dass ich Pastor bin. Vielleicht auch, dass in meinem Alter die Einschläge näherkommen. Als och heute bei einer Freundin saß, die mir mitteilte, dass sie die Chemotherapie jetzt abbrechen will, weil sie sich in ihr Schicksal fügt, kamen gleichzeitig 2 Todesmeldungen auf meinem Handy an. Ein guter alter Rundfunk-Freund aus Hamburg und die Frau eines Kumpels aus der Jugendzeit sind gestorben.Ich lebe in einer Kirchengemeinde, die es noch schafft, zu jeder Beerdigung einen Chor zusammenzustellen und zu singen. Eine Meldung hat mich deshalb heute besonders gefreut:Damit Menschen nicht sang- und klanglos von dieser Welt gehen, singt das Karlsruher Weststadt-Chörle ehrenamtlich bei Trauerfeiern von Menschen, die keine Angehörigen haben. Chef-Organisator Andreas Rüdiger kam die Idee, als er einen Beitrag über ein Chorprojekt in Stuttgart sieht. Das war vor 6 Jahren.„Das hat mich sofort angesprochen, diese Idee, dass da Menschen singen für andere Menschen, die verstorben sind und anscheinend niemanden haben“, so Rüdiger gegenüber der Tagesschau. Und weiter:„Es erfüllt einen eine klein wenig, dass man wenigstens die Verstorbenen etwas begleiten konnte.“Pfarrer Erhard Bechtold ergänzt: „Dieser Chor bringt eine Feierlichkeit rein – und das sind ja Menschen, die meistens nicht auf der Sonnenseite des Lebens gestanden haben. Dass die nochmal so gewürdigt werden, ist etwas Wunderbares. Das ist ein christlicher Dienst der Nächstenliebe.“Ich genieße es, wenn ich Beerdigungen halten darf: Niemand muss sang- und klanglos abtreten. Ob „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ oder „Imagine“ von John Lennon. Das ist gleich. Uns verbindet alle die eine große Liebe, die uns auffängt, wenn wir fallen.  
  • 192. Märtyrer Navalny

    01:55
    240219PC Möge Nawalnys Tod nicht sinnlos gewesen seinMensch Mahler am 19. Februar 2024Wir alle haben Julia Nawalnaja gehört. Wie sie eindringlich an die Welt appelliert hat. Ich meine, diese Worte müssen weiterverbreitet werden, immer und immer wieder. Damit in Russland endlich etwas geschieht und der Tod von Alexej Nawalny nicht sinnlos war. "Guten Tag. Ganz herzlichen Dank, dass ich heute zu Ihnen sprechen darf. (...) Sie haben ja sicher diese entsetzliche Nachricht erhalten. Ich habe überlegt: Soll ich wirklich jetzt zu Ihnen sprechen? Oder soll ich zu meinen Kindern zurückfliegen? Und dann habe ich mich gefragt: Was hätte Alexej getan? An meiner Stelle? Und ich bin mir absolut sicher, er wäre hiergeblieben. Er hätte zu Ihnen von diesem Platz ausgesprochen.Ich weiß nicht: Sollen wir diese furchtbaren Nachrichten glauben, die wir da gehört haben? Ich muss dazu sagen, dass wir diese Nachricht von den offiziellen Medien bekommen haben. Aber schon seit vielen Jahren - und das wissen Sie natürlich auch - können wir Putin und seiner Regierung nicht glauben. Sie lügen unaufhörlich.Aber wenn es tatsächlich stimmt, dann möchte ich, dass Putin und seine Umgebung, Putins Freunde, seine Regierung wissen, dass sie sich verantworten müssen. Für das, was sie unserem Land angetan haben, meiner Familie und meinem Mann. Und dieser Tag wird bald kommen.Ich möchte die gesamte internationale Gemeinschaft, all diejenigen in der Welt, die jetzt zuhören, dazu aufrufen, zusammenzustehen und dieses Böse zu besiegen, dieses furchtbare Regime, das heute über Russland herrscht. Dieses Regime und Wladimir Putin persönlich sollten zur Verantwortung gezogen werden für all diese Gräueltaten, die sie in den letzten Jahren in meinem Land, in unserem Land Russland verübt haben. Ich danke Ihnen." 
  • 162. Die verlogene Ultima Ratio

    01:57
    240216PC Wir rüsten uns zu TodeMensch Mahler am 16. Februar 202473,41 Milliarden. Dieser Rekordsumme gibt Deutschland im Jahr 2024 für Rüstung aus. Mich schaudert es. Als Friedensaktivist bin in ich in den 80igern des letzten Jahrhunderts auf die Straße gegangen. Es will mir einfach nicht runtergehen, dass jetzt ein durchgeknallter Diktator die ganze Welt zu zwingen will, immer mehr Geld in Waffen zu stecken, die nur ein Ziel haben: zu zerstören und zu töten. Nicht die Soldatinnen allein, sondern alles, was sich bewegt.Ist die Zeit der diplomatischen Lösungen nur ein Strohfeuer gewesen? Sind wir wirklich keinen Schritt weitergekommen? Das Gleichgewicht des Schreckens weist eine nahezu identische Zahl an Atomwaffen auf. In Ost und West sind wir bei ca. 7.000 Atomsprengköpfen. Die Artillerie feuert derzeit kräftig. Der Verbrauch ist hoch, es muss nachgeliefert werden, auf beiden Seiten. Die einzigen, die sich darüber freuen, sind die Lobbyisten der Rüstungsindustrie.Krieg und Gewalt ist Mangel an Fantasie. Und hinter jedem Krieg stecken auch handfeste wirtschaftliche Interessen. Krieg sei das letzte Mittel, sagt man. Dahinter versteckt sich immer die Niederlage der Ratio, also der Vernunft. Das ist in den vielen, zumeist juristischen Gebieten, in denen die Ultima Ratio auch zu Hause ist, nicht viel anders: Das Strafrecht sei das letzte Mittel, wenn alle anderen versagt haben - so lehrt man es an den juristischen Fakultäten seit der Aufklärung. Und hier stellt sich die einfache Frage, ob alle Mittel ausgeschöpft sind in Sachen Friedensverhandlungen, Kompromissbereitschaft, aufeinander zugehen. Wir dürfen den Kriegstreibern auf beiden Seiten nicht länger folgen. Ressourcen werden weiß Gott auf allen anderen Gebieten gebraucht.  
  • Fastenzeit - die wichtigste Zeit des Jahres

    01:50
    240215MM Blick nach innenMahler meint am 15. Februar 2024Gestern startete die wichtigste Zeit des Jahres für mich. 7 Wochen Fastenzeit – bis Ostern. Der Verlag andere Zeiten hat einen Wegweiser durch die Fastenzeit herausgegeben. Und am Aschermittwoch startete dieser Wegweiser mit einem Text von Fulbert Steffensky, der bei mir voll ins Schwarze getroffen hat: „Blick nach innen“ heißt dieser Text. Hören sie ihn bitte mit Konzentration. Und es lohnt sich auch, ihn nochmal nachzulesen und zu meditieren.„Mein Wunsch an uns wäre die Fähigkeit, sich mit den Abgründen des eigenen Lebens zu versöhnen, die Fähigkeit, sich mit sich selbst zu versöhnen. Es gibt einen Schmerz, den ich nicht verbannen will, aber der mich nicht bannen soll. Es ist der Schmerz darüber, was man im Leben verraten hat und was man dem Leben schuldig geblieben ist. Ich war Subjekt in meinem Leben, Subjekt meiner Taten und meiner Untaten, das ist meine Würde. Davon lasse ich mich nicht trennen, aber ich lasse mir davon auch nicht den Atem nehmen. Reinheit ist nicht Makellosigkeit, es ist die Fähigkeit, den eigenen Makel zu betrachten und vor den eigenen Abgründen nicht zu fliehen. Das löscht die Heiterkeit des Lebens nicht aus. Gefährlich ist es nur, wo die Reue gewaltiger ist als die Dankbarkeit.Sich nicht ausweichen, sich ruhig ansehen, ohne zu verzweifeln, und sich annehmen mit dem eigenen Verrat – das wäre Lebensgröße. Aber in schmerzlicher Heiterkeit gesagt: Auch das wird uns Menschen nur halb gelingen. Wir sind Fragment.“ 
  • 142. Europa muss erwachsen werden

    01:45
    240214 PC Wenn der große Bruder uns nicht mehr beschütztMensch Mahler am 14. Februar 2024Unabhängig davon, wer die US-Wahl im November gewinnt – ob der vergessliche Tattergreis Joe Biden oder der wahnsinnige Psychopath Donald Trump – wir müssen uns langsam von dem Gedanken verabschieden, dass bei jeder europäischen Schulhofkeilerei der große Bruder die Angelegenheit mit Muskelkraft richtet. Das Schielen auf die Weltmacht muss ein Ende haben. Die NATO darf sich nicht von einem einzigen Staat abhängig machen und sich so lediglich in zementierten Bündnissen bewegen, die zwangsläufig aufeinander losgehen müssen.Damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich rede damit nicht den Putin-Verstehern das Wort. Ich glaube nur, dass wir – in einem geeinten Europa – stark genug sind, um uns auch diesem Ost-West-Konflikt, dem auf der östlichen Seite immer mehr mächtige Gegner zuwachsen, mehr und mehr rauszuhalten. China, Nordkorea, Indien, Brasilien, Südafrika gehen in Position – gegen den Westen. Sie sagen Westen und meinen die USA. Und wir stecken im Wirtschafts- und Kriegsschlamassel. Einigkeit, Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit ohne Vasallentreue für den angeblich so mächtigen Beschützer. Europa muss sich wieder auf sich selbst besinnen. Es bedarf neuer Verabredungen – von Großbritannien bis Griechenland, vom Baltikum über die Ukraine bis an die Grenzen Asiens. Ohne die Türkei, solange Erdogan eine antieuropäische Politik macht und mit Russland zusammenarbeitet. „Europa muss jetzt erwachsen werden“ fordert die Verteidigungspolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann von der FDP. Dieses Jahr keine Büttenrede – und ich gebe ihr abermals recht. 
  • 132. Unerkannt die Sau raus lassen

    01:31
    240213 PC Im Schutz der MaskeMensch Mahler am 13. Februar 2024Eigentlich dachte ich, dass die Leute Masken gründlich satthaben. Wegen Corona. Aber jetzt treiben die maskierten Narren wieder Land auf – Land ab ihr Unwesen. Es hat schon was, mal in eine andere Rolle zu schlüpfen, die Sau rauszulassen oder einfach nur unerkannt und anonym zu feiern, ohne dass jemand die Nase über mich rümpft.Unsere Kinder habe es immer geliebt. Wir hatten eine große Kiste mit Klamotten zum Verkleiden. Obs die Ballerina war, die Prinzessin, der Pirat – ein tolles Spiel. Und es kommt ja auch einem menschlichen Grundbedürfnis nach: wir sind einfach mal jemand anderes. Wir spielen den Hofnarren, der ungestraft den Mächtigen die Meinung sagen darf. Ohne schlimme Konsequenzen. Ich kenne das auch. Mal nicht die Rolle Ehemann, Vater, Pastor, Journalist geben zu müssen. Einfach mal ich sein – ohne Rolle, ohne Erwartungen, ja, vielleicht auch mal ohne political Correktness.Dass im Fasching immer wieder schlimme Übergriffe und Straftaten vorkommen, ist traurig. Wenn das Vermummungsverbot für ein paar Tage aufgehoben wird, ist es tragisch, dass dies ausgenützt wird. Weil es damit die ganze tolle Veranstaltung in Frage stellt. Die MitbürgerInnen müssen geschützt werden. Hoffentlich schaffen es die paar Chaoten nicht, die Fasnet, den Fasching und den Carneval abzuschaffen.