Share

cover art for Flieg Friedenstaube

Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Flieg Friedenstaube

Season 5, Ep. 902
•

260902PC Flieg, Friedenstaube, flieg!

Mensch Mahler am 02.09.2026


Am ersten September ist Weltfriedenstag. Allerdings sind wir aktuell weit vom Weltfrieden entfernt. Der Krieg in der Ukraine, der in Syrien, die neuerlichen Raketenangriffe in Gaza und Israel, der angekündigte türkische Feldzug gegen die Kurden in Nordsyrien und das Säbelrasseln um den Inselstaat Taiwan belegen das eindeutig. Die USA sind letztes Wochenende wieder Einsätze gegen den Irak geflogen. Dabei geht es einerseits darum, dem anderen seinen politischen Willen aufzuzwingen und um Macht über den anderen. Leidtragend ist immer die Zivilbevölkerung. Das kann und darf nicht das Maß der Dinge sein, wenn man von Frieden redet. Wie man aus der Geschichte weiß, haben Kriege in den wenigsten Fällen eine positive Veränderung herbeigeführt. Andererseits gibt es auch die Angegriffenen. Deren Recht auf Selbstverteidigung ist uneingeschränkt gültig, obwohl wir den Krieg als solches generell ablehnen. Man muss sich fragen, wie man selbst reagieren würde, wenn der Nachbar einen überfällt. Krieg muss aufhören und sollte als Lösung politischer Konflikte nie wieder in Betracht kommen.

Angesichts der weiteren Aufrüstung in der Ukraine durch den Westen werden meine Zweifel immer größer, ob dieser Abnutzungskrieg irgendeinem hilft – außer den Rüstungskonzernen. In Deutschland denken wir derzeit darüber nach, wie man Arbeitsplätze, die in der Automobilindustrie verloren gehen mit neuen Arbeitsplätzen in der Rüstungsbranche aufgefangen werden können. 

Ich vermisse irgendwelche diplomatischen Initiativen. Eines ist klar: Frieden kann nur werden, wenn beide Seiten kompromissbereit sind. Das ist das Wesen der Diplomatie. Am Weltfriedenstag, den wir gestern begangen haben, müssen diese Gedanken unbedingt in der Politik – auch der deutschen Politik – wieder eine Rolle spielen. Olaf Schloz hat es wenigstens probiert – Friedrich Merz kennt offensichtlich nur Säbelrasseln. 

Fazit: Die Friedenstauben sind am Boden. Es wird Zeit, dass wir wieder daran glauben, dass wir sie wieder zum Fliegen bringen können, anstatt nur noch fatalistisch die Kriege und bewaffneten Konflikte zu bedauern. 


More episodes

View all episodes

  • 1025. Ein 83jähriger rockt die SWR1 Hitparade

    07:07||Season 5, Ep. 1025
    261025PC ein 83jähriger rockt die SWR 1 Hitparade 2026Mensch Mahler am 25.10.2026 Is this the right timeDas war keine Überraschung. Wie seit 8 Jahren ist Queen mit der Bohemian Rhapsody der Siegert der jährlichen SWR 1 Hitparade. Auch Platz 2 The same Procedere than every Year: Led Zeppelin mit der Rolltreppe zum Himmel.Stairway to HeavenDie Nummer drei ist die Überraschung der Saison: Reinhard May, der ewige Liedermacher aus Berlin schaffte mit dem Narrenschiff Platz drei.NarrenschiffUnd er ist der Einzige, der 2 Titel in den Top 10 untergebracht hat. In Zeiten, in denen wieder über die allgemeine Wehrpflicht diskutiert wird, kam der Titel „Nein, meine Söhne kriegt ihr nicht“ auf Acht. Die Ärzte mit ihrem Anit-Fascho-Hit „Schrei nach Liebe“ kamen auf die Zehn. Die Hitparade im SWR 1 – offensichtlich verlangen politisch aufwühlende Zeiten auch politische Songs. Gut so! Nein, meine Söhne geb ich nicht
  • 1024. Die andere Seite

    02:20||Season 5, Ep. 1024
    261024PC Die andere Seite – ein atemberaubender KinofilmMensch Mahler am 24.10.2026 Um es gleich vorweg zu sagen: Dieser Film ist nichts für schwache Nerven. „Die andere Seite“ ist ein Film, der einem den Atem stocken lässt. Bei manchen Szenen musste ich wegschauen. Die Ärztin Hanna – grandios und Oskar-verdächtig gespielt von Nina Hoss - hat durch eine ansteckende Krankheit alles verloren. Als Infizierte ist sie Überträgerin des Virus und wird von der Gesellschaft ausgeschlossen. Hanna hat sich in die Einsamkeit der Berge geflüchtet, wo sie in der alpinen Wildnis zur Einzelkämpferin geworden ist. Als sie auf eine junge Frau trifft, die ebenfalls zu den Ausgegrenzten zählt, ändert sich alles. Hanna nimmt sich ihrer an, gemeinsam wollen sie über die Alpen nach Süden, wo ein Leben in Freiheit möglich scheint.Mit DIE ANDERE SEITE liefert Mariko Minoguchi nach ihrem gefeierten Spielfilmdebüt „Mein Ende. Dein Anfang“ ihre zweite Kino-Regiearbeit ab. Vor einer rauen, atemberaubenden Bergkulisse entfaltet der Film seine volle Wucht und erzählt von Flucht, Freiheit und Grenzerfahrungen. In der Rolle der Hanna, die aus ihrem Leben gerissen wurde und nun in der alpinen Natur auf sich allein gestellt ist, begeistert Nina Hoss einmal mehr mit einer präzisen und zutiefst menschlichen Performance.DIE ANDERE SEITE ist eine Produktion von Trimafilm, die Produzent*innen Trini Götze und David Armati Lechner, zu deren Künstlerkollektiv Minoguchi gehört, in Koproduktion mit Rundfilm aus Österreich und BR in Zusammenarbeit mit Arte. Für das Szenenbild zeichnet Marie-Luise Balzer verantwortlich - bekannt durch ihre Mitarbeit in den Filmen „Systemsprenger“ und „Yunan“.Die andere Seite läuft jetzt im Kino. Tief beeindruckt sind meine Frau und ich nach Hause gegangen. Corona war eine kleine Vorerfahrung für das, was uns in einer Pandemie blühen könnte. „Die andere Seite“ bringt es auf den Punkt. Noch ein Satz aus der Bibel dazu: „Keiner hat größere Liebe als der, der sein Leben gibt für seine Freunde.“ Klar, Jesus hat sich selbst gemeint. Hanna ist ein weiteres Beispiel, wie das in Wirklichkeit aussehen kann und wie aus dem Tod neues Leben entsteht.
  • 1023. Philanthropie - ein Thema für Viele

    02:44||Season 5, Ep. 1023
    261023PC Philanthropie ist ein Thema für alleMensch Mahler am 23.10.2026 Meine Frau und ich haben 37 Jahre lang eine Stiftung betrieben. Eudim – für soziale Gerechtigkeit. Jetzt mussten wir sie leider aufgeben und abwickeln. Sind wir gescheitert? Ich glaube nicht. Wir haben mit Freundinnen und Freunden 350 Projekte in aller Welt angeschoben oder mitfinanziert. 2,2 Millionen Euro sind im Laufe der Jahre sozialen Einrichtungen zugutegekommen. Wir haben immer rein ehrenamtlich gearbeitet. Mein Schreibtisch war das Büro. Aber: alles hat seine Zeit. Wir sind nun endgültig jenseits der 70 und jüngere Stiftungsratsmitglieder, die meinen Schreibtisch hätten übernehmen können, waren nicht in Sicht. Lieber eine anständige Beerdigung als ein langes Siechtum.Ein anderer Stifter ist mir in den Sinn gekommen. Tobias Merckle. Ja, der Merckle von Ratiopharm. Er wollte nicht in die Firma des Vaters einsteigen und hat das Seehaus gestartet. Das ist ein Bauernhof für straffällig gewordene Jugendliche zwischen Leonberg und Stuttgart. Halboffener Vollzug – Begleitung und Rehabilitation vom Feinsten. Ich habe Tobias Merkle auf dem Seehof besucht und war begeistert. Mit seiner Familie lebt er mit Knasties in einer Art Wohngemeinschaft. Im Rahmen der Hoffnungsträger-Stiftung gründete er Hoffnungshäuser. Die Stiftung verfolgt ein innovatives Konzept für integrativen bezahlbaren Wohnraum.Tobias Merkle richtet sich nun mit einer neuen Initiative an die Öffentlichkeit. Es ist der philanthropisch ausgerichtete Sinngeber Family Office. Er wendet sich mit dem Sinngeber an vermögende Mitbürgerinnen und Mitbürger. Merkle sagt: Unsere Hauptzielgruppe sind Unternehmerfamilien. Aber Philanthropie ist ein Thema für alle. Es lohnt sich, auf die Homepage hoffnungstraeger zu schauen. Dort finden Sier auch Sinngeber Family Office. Ein Kollege schrieb ein Buch über Heinz-Horst Deichmann. Den größten Schuhhändler der Welt. Das Buch endete so: Ist Heinz-Horst Deichmann reich? Ja, weil er reich ist an guten Werken. Frage an Tobias Merkle und auch an Cornelia und Günter Mahler: Macht Spenden glücklich? Antwort: Nicht automatisch. Aber, wenn ich sehe, was meine Spende bewirkt, macht das glücklich.Philanthropen sind Menschen, die nicht aus weltanschaulichem oder religiösen Hintergrund versuchen, Gutes zu bewirken. Sondern dem Anthropos, dem Menschen, Philos, Freund sind. Da fühlen wir uns nach wie vor in guter Gesellschaft. Auch wenn es unsere Stiftung nach fast 4 Jahrzehnten jetzt nicht mehr gibt. Es gibt viele Wege, menschenfreundlich zu handeln.
  • 1022. Weil ich Geburtstag hab

    03:35||Season 5, Ep. 1022
    261022PC Weil ich Geburtstag habMensch Mahler am 22.10.2026 Jedes Jahr singe ich dieses Lied von Gerhard Schöne. An meinem Geburtstag. Als ich es zum ersten Mal hörte, waren die Beispiele alle aktuell. Gerhard Schöne ist in der DDR als Liedermacher berühmt geworden. Hier sind seine Geburtstagswünsche, die man ohne Probleme auf das Jahr 2026 aktualisieren kann. Bitte heute keine giftigen NebelKeinen Unfall im AtomkraftwerkKeinen Schwefelschnee im Erzgebirge Weil ich Geburtstag habBitte heute keine Toten in Beirut Und kein Blut heut in Afghanistan Keinen Anschlag heute auf Nicaragua Weil ich Geburtstag habWeil ich Geburtstag habUnd mir was wünschen darfWeil ich Geburtstag habUnd mir was wünschen darfVielleicht 'ne Flasche Sekt aus der SU 'ne Tüte Gummibärchen dazuVielleicht im Bett ein RendezvousWeil ich Geburtstag habDoch bitte heut kein Attentat in Neu-DelhiBitte heute keinen GiftskandalBitte heute keine FlugzeugentführungWeil ich Geburtstag habBitte heute keine Ölpest an der NordseeKeine Folter heut in der TürkeiKeine Kinderarbeit heute in TaiwanWeil ich Geburtstag habWeil ich Geburtstag habUnd mir was wünschen darfWeil ich Geburtstag habUnd mir was wünschen darfKeinen Polenwitz in Frankfurt an der OderKeinen Türkenwitz in Frankfurt am MainKeinen Schlagstock auf die Kinder Sowetos Weil ich Geburtstag habBitte heute keine RüstungserfolgeKalten Kriegern heute keinen TrumpfKein Manöverspiel im KinderzimmerWeil ich Geburtstag habWeil ich Geburtstag habUnd mir was wünschen darfWeil ich Geburtstag habUnd mir was wünschen darfVielleicht, dass mir ein Lied gelingtDie Postfrau gute Briefe bringtVielleicht, dass uns der Mut nicht sinktWeil ich Geburtstag hab
  • 1021. Leben in der Bubble

    02:29||Season 5, Ep. 1021
    261021PC Polarisierung – jeder ist nur noch in seiner Bubble unterwegsMensch Mahler am 21.10.2026 Ich habe gestern bei unserem Hauptamtlichen-Frühstück etwas begriffen, was weit über unsere kirchliche Landschaft hinausgeht. Hauptamtlichen-Frühstück: Pastorinnen und Pastoren, SozialarbeiterInnen und Gemeindereferenten unserer Freikirche treffen sich alle 6 Wochen zum Frühstück und sprechen über aktuelle Themen. #Gestern war es das Thema Tradition und Moderne. Zunächst in der Kirche. Dann ging es aber darüber hinaus und wir haben ein gesamtgesellschaftliches Problem erkannt.Jede und jeder lebt in seiner Bubble. Außerhalb der Bubble gibt es keine Wahrheit und auch keine Diskussionsbereitschaft mehr. So polarisiert sich Kirche, Gesellschaft, Familien und so weiter immer mehr. Keine Spur mehr von Streitkultur, kreativem Diskurs. Ich habe meine Wahrheit. Und selbst wenn diese Wahrheit wissenschaftlich widerlegt werden könnte – egal. Meine Wahrheit ist mir heilig und ich verteidige sie mit allen Mitteln.Beispiel aus der Kirche: Wenn meine Wahrheit ist, dass Homosexualität in jeder Form Gott ein Gräuel ist, dann ist das so. Ich bin auch nicht bereit, mich mit anderen an einer Wahrheitsfindung zu beteiligen. Ich besitze sie ja schon und grenze Andersdenkende und Anderslebende aus.Beispiel aus der Politik: Wenn meine Wahrheit ist, dass es keinen menschengemachten Klimawandel gibt, können die Polkappen schmelzen, wie sie wollen. Die Meeresspiegel ansteigen, ganze Landstrich absaufen, die Dürre Leben in weiten Teilen dieses Globus verunmöglichen – ich bleibe mit meiner Wahrheit bequem auf dem Sofa sitzen und lebe so weiter wie bisher. Mit Verbrennern, fossilen Brennstoffen, CO2 Schleudern und überfischten, plastikverseuchten und viel zu warmen Weltmeeren.Was wir so vornehm Individualisierung nennen, ist nichts anderes als das Ende der individuellen Verantwortung und der Demokratie. Kein fruchtbarer Diskurs mehr. Nur noch Rechthaben, in den sozialen Netzwerken rumpöbeln und Andersdenkende ausgrenzen. Ich bin in drei Vereinen: Bei den Grünen und beim VfB Stuttgart – da sind wir weitgehend einer Meinung. Und in der Kirche. Da möchte ich versöhnte Verschiedenheit, Streitkultur und Integration leben. Mit Schrecken sehe ich, dass diese Werte auch in der Kirche immer mehr den Bach runtergehen. Herr, erbarme Dich.
  • 1020. Auge um Auge, Zahn um Zahn

    03:08||Season 5, Ep. 1020
    261020PC Auge um Auge, Zahn um ZahnMensch Mahler am 20.10.2026 US-Verteidigungsminister Pete Heghseth ist die feine Klinge fremd. Stattdessen schlägt der ultra-evangelikale Christ scharfe Töne an und zitiert dabei auch gerne mal die Bibel. Oder auch nicht. Im April 2026 trug der Hardliner bei einer Andacht zur Würdigung einer Rettungsmission im Iran einen vermeintlichen Bibelvers vor.Die Bibel war es allerdings nicht. Es handelte sich stattdessen um den berühmten, von Samuel L. Jackson gesprochenen Monolog aus Pulp Fiction. Hesekiel 25:17 klingt in der Filmversion so: „Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe." Im Alten Testament der Bibel klingt das anders: Ich will bittere Rache an ihnen üben und sie mit Grimm strafen, dass sie erfahren sollen, dass ich der HERR bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe. Dass Hegseth nicht zwischen einem Spielfilm und der Bibel unterscheiden konnte, hat ihm in den sozialen Netzwerken viel Häme eingebracht. Jetzt machte der rechts-konservative Hetzer mit einem neuen radikalen Vorstoß auf sich aufmerksam: Die für 3. Dezember geplante Hinrichtung des früheren Armeepsychiater Nidal Hasan sollte öffentlich übertragen werden. Nidal hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen getötet. 32 weitere Menschen wurden verletzt. Der Attentäter erklärte danach, er habe Vergeltung für die Kriege der USA in der muslimischen Welt geübt.US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Liveübertragung der für den 3. Dezember geplanten Exekution vergangene Woche angekündigt. "Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben". Und auch in diesem Fall zitierte Hegseth die Bibel. Der Attentäter solle durch die öffentliche Erschießung noch mehr bestraft werden, denn in 2. Mose 21 heißt es: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Hegseth hat sich allerdings nicht die Mühe gemacht herauszufinden, wie das in der jüdischen Rechtsprechung der Tora gemeint ist. In der Tora (und der gesamten jüdischen Tradition) wird die berühmte Formel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ nicht als körperliche Vergeltung - also Verstümmelung -, sondern als finanzielle Ersatzleistung – Schmerzensgeld – verstanden. Schon wieder danebengegriffen, Herr Hegseth.Die Bibel – unabhängig davon, dass das 2. Testament durch die Ausführungen Jesu Christi das 1. Testament in weiten Teilen außer Kraft gesetzt hat – wird immer wieder gerne von Fundamentalisten falsch zitiert, wenn es denn ihren Zielen dient. Die öffentliche Hinrichtung – die erste seit 1936 – wurde jetzt gestoppt von einem, dem man das nicht zugetraut hätte. Der Präsident Donald Trump höchtsselbst wies seinen evangelikalen Kriegstreiber-Minister in die Schranken – allerdings erst, nach massiven öffentlichen Protesten. Wenn es seinem Image nicht geschadet hätte, hätte er die Inszenierung der Erschießung via Medien garantiert durchgewunken.
  • 1019. Wem gehört die Welt?

    03:45||Season 5, Ep. 1019
    261019PC Wem gehört die Welt?Mensch Mahler am 19.10.2026 Die Machtübernahme geschah schleichend. Aber doch so, dass wir es hätten bemerken können, wenn wir nur gewollt hätten. Die neue Supermacht, die die Welt beherrscht, besteht aus genau 5 Personen. Nein, es sind nicht Donald Trump oder Vladimir Putin. Vier Amerikaner und ein Chinese sind die neuen Weltenherrscher. Sie heißen Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Sundar Pichai, Tim Cook, Sam Altmann und Jensen Huang. Lediglich die Namen Zuckerberg und Bezos mögen ihnen bekannt sein. Die anderen 4 erschießen sich, wenn ich die Konzerne nenne, die sie vertreten. Zuckerberg – Facebook. Bezos – Amazon. Pichai – Google. Cook – Apple. Altman Open AI und Huang Chipkonzern Nvidia. Allesamt Tech-Konzerne. Allesamt haben mit KI – Künstlicher Intelligenz oder international ausgedrückt mit AI – Artifical Intelligance zu tun. Tech Konzerne aus den USA besetzen nach Belieben Geschäftsfelder, sie errichten Monopole und kaufen mit den Gewinnen neue Technologien und schaffen weitere Monopole. Alte Geschäftsmodelle und tradierte Kompetenzen werden an den Rand gedrängt, Politik und gesellschaftliche Gruppen haben nicht mehr viel zu melden.Der Google-Mutterkonzern Alphabet hat in der Werbung eine marktbeherrschende Stellung. Damit entwickelt Alphabet eine mächtige KI und zugleich die besten Robotaxis. Zuckerbergs Meta-Imperium – Facebook – WhatsApp – Instagram ist im Begriff, mit einer Brille, den Smartglasses, die Welt zu verändern. Sie kann jeden Menschen jederzeit zum Streaming-Objekt machen. Die Bußgelder, die die EU gegen Zuckerberg verhängt, zählt der locker lächelnd aus der Portokasse. Nur zwei Beispiele, die deutlich machen, dass die Macht über das Denken und Fühlen, die die Algorithmen von Tiktok (Elison), Insta und Facebook (Zuckerberg) Twitter/X (Musk) und You Tube (Pichai) steuern, für das Meinungsklima so bedeutend ist, wie es einst Fernsehen und Zeitung waren. Für die alten Medien gab es Regeln. Auf den neuen mischen sich Information und Desinformation, Werbung und Wahrheit, rund um die Welt.Längst hat sich ein neuer Begriff geprägt. Wir sprechen vom Zeitalter des Muskismus. Wir mächtig Musk ist zeigt das Beispiel, dass er die Dienste seiner Starlink-Satelliten schon zweimal eingeschränkt hat, um die Ukraine in wichtigen Gegenoffensiven gegen Russland zu behindern. Donald Trump ebnet als willfähriger Idiot den Tech-Weltenherrschern Tür und Tor. Eines Tages werden sie ihn fallen lassen. Musk selbst ist der erste Billionär der Menschheitsgeschichte. SpaceX wird an der Börse mit 1,8 Billionen bewertet. Da drängt sich die Frage auf, ob die neuen Oligarchen gestoppt werden können? Ein bisschen Hoffnung keimt auf, wenn die Politik nach der Abwahl Trumps ihnen den Einfluss entzieht. Und wenn die Europäer eigene Technologien aufbauen, die sie unabhängig machen von genau 5 Nasen. Die Grünen haben in Baden-Württemberg einen Anfang gemacht: Die Software Palantir Gothem für Geheimdienste, Militär und Strafverfolgungsbehörden wird per Urabstimmung aus dem Ländle verbannt und bis 2030 durch eine europäische oder deutsche Software ersetzt. Und jetzt sind wir gefragt: Ein Leben ohne Google und Facebook, Twitter, Insta X und youtube scheint derzeit unmöglich. Aber wir müssen Alternativen schaffen, um die Weltherrschaft der amerikanischen Tech-Diktatoren zu stoppen. Wenn es noch nicht zu spät ist. Ich denke, Musk und seine Spießgesellen haben die Weltherrschaft längst an sich gerissen und führen nicht nur Trump und Xi, sondern die ganze Welt am Nasenring durch die Manege.
  • 1018. Rettet Berlin!

    02:41||Season 5, Ep. 1018
    261018PC Weder rechtes noch linkes ChaosMensch Mahler am 18.10.2026 Ich bin als Alt-Achtundsechziger immer linkslastig gewesen. Und mein Wahl-O-Mat-Ergebnis ist immer dunkelrot. Dennoch wähle ich die Linke genauso wenig wie die Rechten. Radikalität ist mir fremd. Weil die Radikalen, wie der Name sagt, alles mit der Wurzel ausreißen. Über die AfD brauchen wir nicht weiter sprechen, das verbietet schon der Intellekt, den man nicht über die Maßen beleidigen sollte. Jetzt hat es auch die Linke bei mir geschafft. Die Berliner schnuppern an der Macht – und zeigen ihr wahres Gesicht. Ganz abgesehen davon, dass sich Linke nicht organisieren können hauen sie jetzt dermaßen drauf, dass einem Angst und bange werden kann. Realitätsfremd mit Positionen unterwegs, die jedem Demokraten schlaflose Nächte bereiten müssen.Warum hat der Wahl-O-Mat bei mir immer links ausgeschlagen? Weil ich ein Gerechtigkeitsfanatiker bin und das vor allem auch, wenn es um soziale Gerechtigkeit geht. Was aber hat bitte Enteignung ohne Plan und Finanzierungsgrundlage mit Gerechtigkeit zu tun? Seifenblasen im Wahlkampf. Undurchführbar, weil die Grundlagen dafür fehlen. Kommt aber bei den von Wohnungsnot gebeutelten Berlinerinnen gut an. Vor allem Frauen haben in der Hauptstadt links gewählt. Ihr Schlagwort: sozialer und ökonomischer Feminismus. Ungleichheit zwischen den Geschlechtern ist laut der Partei untrennbar mit dem Kapitalismus verbunden. Gefordert wird die Überwindung patriarchaler und kapitalistischer Ausbeutung. Also: die Stimme für Elif Eralp, die sich im Siegesrausch schon als Regierende im Roten Rathaus sieht. Aber bei dem Gepäck, das sie in Form ihrer tief zerstrittenen Basis mit sich herumschleppt, kommt sie die Rathaustreppe garantiert nicht hoch. Neben der Enteignung der Wohnungskonzerne ist da noch die von Teilen der Partei ausgesprochene Ablehnung des Existenzrechts des Staates Israel. Und die Nähe zu radikal-islamischen Palästinensern. Und da ist die Nähe zu den Clans, die nicht nur Neukölln fest im Würgegriff haben.Fazit: Man kann den Teufel – den Kapitalismus – nicht mit dem Beelzebub – Enteignung – austreiben. Bei der Linken ist Restvernunft noch nicht einmal im Ansatz erkennbar. Da müssen sich die Mitte-Parteien wohl oder übel zusammenraufen, so schwer es auch fällt. Die Mehrheit von 82 Sitzen gegenüber 76 von Linken und AfD ist knapp, aber sie ist da.Also: Rettet Berlin, Ihr sozi-grün-christlichen Demokraten. Die Stadt ist wahrlich platt genug. Da müssen jetzt wahrlich keine radikalen Putin-Freunde mit der Abrissbirne zu Werke gehen.
  • 1017. Ich mach mein Ding

    08:03||Season 5, Ep. 1017
    261017PC Ich liebe IndividualistenMensch Mahler am 17.10.2026 Ich liebe Menschen, die sich nicht darum scheren, was andere von Ihnen denken. Die sich aus der Masse herausheben und denen gesellschaftliche Konventionen an irgendeinem peripheren Körperteil vorbeigehen. Der Kopf ist es nicht. Zwei Beispiele:Zum einen ist da Harald Glööckler. Der Modeschöpfer, Möbeldesigner, Maler und noch so vieles andere ist ein Star. Macht sehr viel Geld. Sieht aus – na ja, da scheiden sich die Geister. Angemalter Bart, schrille Klamotten, macht aus seinem Schwul-Sein keinen Hehl, sondern einen Kult. Ich habe ihn vor Jahren in seinem Berliner Stadtschloss unter den Linden interviewt. Es war bewegend. Eine unglaublich sensible, verletzliche Persönlichkeit, der ohne sein Management, dass seine Kunst vermarktet, keinen Cent verdienen würden. In Japan, einer uniformierten Gesellschaft, verkauft er irre viel. Weil die Menschen dort einen Nonkonformisten, der einfach macht, was er will und sich nicht um die öffentliche Meinung schert, bewundern. Mutig, offen und einfach er selbst. So habe ich Harald Glööckler kennen, lieben und schätzen gelernt.Zum zweiten meine Cousine. Schon ganz früh ist sie aus Konventionen ausgebrochen. Sie hat Musik studiert und ist losgezogen in die weite Welt. In einem Bauwagen mit Traktor war sie unterwegs, hat Jonglierbälle genäht, jongliert und ihre Bälle verkauft. Sie hat in der Landwirtschaft gearbeitet und dem Bauern Klavierunterricht gegeben, wenn sie mit Käse machen fertig war. Schließlich hat ist sie mit ihrem Bauwagen in der Toskana gelandet. Dort hat sie ihr Glück gefunden und lange Zeit mit ihrer Frau zusammengelebt. Manchmal ist sie auf eine Alm in Südtirol gegangen und hat dort mitgearbeitet. Aber in der Toskana ist sie hängengeblieben. Jetzt hat sie sich ein 5.000 qm großes Grundstück gekauft. Die Hütte darauf ist 25 Quadratmeter groß. Sie lebt dort in der Hütte, ihren Bauwagen hat sie auch auf dem Gelände. In diesen Wochen erntet sie ihre Oliven. Ihre Ehe ist zu Ende gegangen, sie lebt allein, allerdings mit einem großen Freundeskreis, mit dem sie feiert, musiziert, singt, das Leben genießt. An Wochenenden wäscht sie Teller in einem Restaurant. Für 10 Euro die Stunde, essen geht aufs Haus. Sie kommt aus einem gutbürgerlichen Haushalt. Sie hätte ganz anders leben können, wollte sie aber nicht. Mit Udo Lindenberg sagt sie ich mach mein Ding. Ganz egal was die anderen labern. Ich habe das Gefühl, sie ist glücklich. In ihrem Leben angekommen. Bescheiden, mit wenigem zufrieden. Eigentlich beneide ich sie. Wie auch Harald Glööckler. Glücklich die Menschen, die den Mut und die Kraft haben, einfach ihr Leben zu leben.