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Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Nichts mehr zur retten

Season 5, Ep. 830
•

260830PC Nicht mehr zu retten Reisetagebuch Tag 20

Mensch Mahler am 30.08.2026


Ich bin jetzt am letzten Tag auf dem Schiff. Ich sitze auf Deck 7 in einem Luxussessel mit phänomenaler Sicht auf Inseln und Fjorde. Ich spreche den Podcast hier ein – daher auch die Nebengeräusche. Ich wollte es ja nicht wahrhaben – aber Hurtigruten ist eben doch eine Kreuzfahrt. Ich habe Kreuzfahrten immer abgelehnt. Unnötig, umweltschädlich. Luxus für wenige, die es sich leisten können, die ganze Welt, all ihre Schönheit und all ihr Elend, von einem Luxusdampfer anzustarren. Jetzt habe ich knapp zwei Wochen hinter mir – und die Menschen, die mich hier umgeben, öden mich an. Ich weiß, ich gehöre dazu. Deshalb nehme ich mich ausdrücklich rein in den Song von Clara Louise.


Wie ein Haufen Vollidioten lauft ihr durch die Welt

Was für andere Menschen Liebe ist, das ist für euch das Geld

Ihr kauft euch Glück mit Alkohol, mit Parties und mit Koks

Doch diese Leere in euch drin, die werdet ihr nicht los


Ihr verpestet die Welt mit euren schwarzen Seelen

Und es liegt auf der Hand das Weichgehirn zu empfehlen


Ich sag's euch gern, da gibt es nichts mehr zu retten

Es fällt euch schwer zu verstehen, doch ihr seid nicht mehr zu retten

Es war von Anfang an klar, bei euch gibt's nicht mehr zu retten

Und es bleibt alles wie es war, es gibt ja nichts mehr zu retten


Wie ein Haufen Besserwisser lauft ihr durch die Welt

Und ohne jene Ahnung glaubt ihr, dass nur eure Meinung zählt

Nach außen seid ihr ja so stark, abends schlaft ihr bei Mama ein

So viele Menschen überall und trotzdem seid ihr ganz allein


Oh, ihr verpestet die Welt mit euren schwarzen Seelen

Und es liegt auf der Hand das Weichgehirn zu empfehlen


Ich sag's euch gern, da gibt es nichts mehr zu retten

Es fällt euch schwer zu verstehen, doch ihr seid nicht mehr zu retten

Es war von Anfang an klar, bei euch gibt's nicht mehr zu retten

Und es bleibt alles wie es war, es gibt ja nichts mehr zu retten


Ihr verpestet die Welt mit euren schwarzen Seelen

Und es liegt auf der Hand das Weichgehirn zu empfehlen


Ich sag's euch gern, da gibt es nichts mehr zu retten

Es fällt euch schwer zu verstehen, doch ihr seid nicht mehr zu retten

Es war von Anfang an klar, bei euch gibt's nicht mehr zu retten

Und es bleibt alles wie es war, es gibt ja nichts mehr zu retten


Ja, wenn wir, wenn ich so weiter mache, dann gibt es nichts mehr zu retten. Für mich nicht und für die Welt nicht. Haben oder sein – der Klassiker von Erich Fried sagt es schon lange. Wenn wir endlich dem Sein mehr Wert geben würden und uns nicht von Haben blenden lassen würden … 

 



Wie ein Haufen Besserwisser lauft ihr durch die Welt

Und ohne jene Ahnung glaubt ihr, dass nur eure Meinung zählt

Nach außen seid ihr ja so stark, abends schlaft ihr bei Mama ein

So viele Menschen überall und trotzdem seid ihr ganz allein


Oh, ihr verpestet die Welt mit euren schwarzen Seelen

Und es liegt auf der Hand das Weichgehirn zu empfehlen


Ich sag's euch gern, da gibt es nichts mehr zu retten

Es fällt euch schwer zu verstehen, doch ihr seid nicht mehr zu retten

Es war von Anfang an klar, bei euch gibt's nicht mehr zu retten

Und es bleibt alles wie es war, es gibt ja nichts mehr zu retten


Ihr verpestet die Welt mit euren schwarzen Seelen

Und es liegt auf der Hand das Weichgehirn zu empfehlen


Ich sag's euch gern, da gibt es nichts mehr zu retten

Es fällt euch schwer zu verstehen, doch ihr seid nicht mehr zu retten

Es war von Anfang an klar, bei euch gibt's nicht mehr zu retten

Und es bleibt alles wie es war, es gibt ja nichts mehr zu retten

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  • 1014. Was lehrt uns die Causa Bärbel Bas

    02:34||Season 5, Ep. 1014
    261014PC Was lehren uns Bärbel Bas und Jens Spahn?Mensch Mahler am 14.10.2026 Einige Jahre habe ich in Berlin Spitzenpolitiker interviewt. Warum ist mir das, der ich einen privaten Rundfunksender vertreten habe, gelungen? Weil es sich herumgesprochen hat, dass ich am Menschen interessiert war und nicht in erster Linie am Politiker, an der Politikerin.Aber: gelingt eine Trennung von Mensch und Mandatsträgerin? Wir hatten in der jüngsten Vergangenheit zwei Beispiele, die gezeigt haben, wie kompliziert das ist. Zum einen Jens Spahn, der mit seiner Leihmutterschaftsaffäre und den Fehlzeiten wegen der Betreuung seines Sohnes Georg in politische Schwierigkeiten geraten ist. Und jetzt Bärbel Bas. Anstatt sich eine Auszeit zu nehmen, um sich von der verstorben Stieftochter würdig zu verabschieden, trat sie als Arbeitsministerin und Vize-Vorsitzende der SPD zurück. Nicht ohne durch Vorwürfe die Regierungskoalition schwer zu beschädigen. Der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft in der CDU, Dennis Radtke, zeigte sich bei ZDF Spezial überrascht vom Bas-Rücktritt. Und: "Es gibt kein gutes Bild ab, wenn man über einen so persönlichen Trauerfall jetzt eine öffentliche Schlammschlacht aufführt. Ich denke, man muss auch ein bisschen differenzieren, was die Kritik angeht."Es müsse aber auch möglich sein, politisch einzufordern, dass "das was verabredet worden ist, auch geliefert wird", sagte Radtke mit Blick auf die geplante Rentenreform. Er wisse nichts von Anwürfen gegen Bas hinter vorgehaltener Hand aus den Reihen der CDU, so Radtke. "Sollte sich das irgendwo zugetragen haben, das wäre ein Vorgang, der unserem Anspruch ganz sicherlich nicht gerecht wird.""Die Leute wollen regiert werden, die Leute wollen, dass bestimmte Themen adressiert werden", sagte Radtke. "Und die Leute haben keine Lust, der Regierung zuzusehen, dass man eher den Eindruck hat, hier kommen Beiträge aus einer Daily Soap, einer Selbsthilfegruppe." Anstelle von Selbstbeschäftigung und Klausuren müssten Probleme gelöst werden mit dem Personal, das da sei.Zuggegeben: es ist schwer, politisches Mandat und Privatleben auseinanderzuhalten. Aber – mit Verlaub – das gehört zum Geschäft und zur Professionalität. Auszeiten aus persönlichen Gründen müssen erlaubt sein. Den Rücktritt dann aber mit einem Rundumschlag zu vollziehen, schadet in jeder Beziehung. Der Person, der Partei, der Regierungskoalition und dem politischen Klima insgesamt.
  • 1013. Mehr Demokratie wagen!

    02:15||Season 5, Ep. 1013
    261013PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 5 Demokratie feiernMensch Mahler am 13.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Zu guter Letzt: man kann Demokratie auch mal feiernSich mit Menschen, die ganz anders denken, wirklich auseinanderzusetzen, kann zäh sein. Diskussionen im Betriebsrat oder der Elternbeiratssitzung sind kleinteilig und mühsam. Bis das Thema einer Bürgerinitiative oder einer Petition auf die politische Ebene durchdringt, ist meist langer Atem nötig. Ganz klar: Demokratie ist oft anstrengend. Deswegen sagen wir, last but not least: Lasst uns Demokratie zwischendurch auch mal feiern! In größerem Rahmen geht das bei Demokratiefestivals, die es in Deutschland in mehreren Regionen gibt. Oder beim Bürgerfest, das der Bundespräsident in Deutschland jedes Jahr rund um den Tag der Demokratie am 15. September veranstaltet, unter anderem mit einem Tag des offenen Schlosses in Bellevue. In Ihrem unmittelbaren Umfeld könnten Sie Demokratie mit einem Nachbarschaftsfest feiern – schließlich geht es bei Demokratie immer auch darum, Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund in den Austausch zu bringen. Und für den Alltag: Machen Sie sich auch die kleinen Schritte und Erfolgsgeschichten bewusst. Am Ende einer zähen Diskussion steht ja mitunter auch eine Annäherung und am Ende der Elternbeiratssitzung oft ein Ergebnis.Wir als Grüne können das ganz gut. In unserem Reutlinger Parteibüro steht immer eine Kiste Bier kalt, und was meinen sie, was los war, als es Cem Özdemir hauchzart geschafft hat, den Ministerpräsidenten für Baden-Württemberg zu stellen? Man muss dabei gewesen sein, um es zu glauben.Also: Demokratie macht nicht nur Arbeit, sondern auch eine Menge Spaß. Ich hoffe, Sie haben Blut geleckt. Würde mich sehr freuen.
  • 1012. Mehr Demokratie wagen!

    02:48||Season 5, Ep. 1012
    261012PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 4 Sich in einer Partei engagierenMensch Mahler am 12.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Warum immer „die Anderen“ machen lassen? Jede und jeder kann sich für ein politisches Amt bewerben. Es muss ja nicht gleich das Bundestagsmandat sein. Engagierte Volksvertreterinnen sind auf jeder Ebene gefragt, zum Beispiel im Gemeinderat. Dort kann man das eigene Lebensumfeld unmittelbar mitgestalten. Auch Ortsvereine politischer Parteien greifen die wichtigen Themen in einer Kommune auf und bieten eine Möglichkeit, mitzumachen und Politik selbst in die Hand zu nehmen. Schon mal mit einem solchen Engagement geliebäugelt? Dann wäre jetzt doch eine gute Gelegenheit, aktiv zu werden!Ich muss zugeben, dass ich über weite Strecken meines Lebens nicht parteipolitisch engagiert war. Im Nachhinein halte ich das für einen Fehler. Aber es ist nie zu spät, Fehler zu korrigieren. Ich war einige Jahre Genosse in der SPD. Damals war es auf Landesebene noch eng in Baden-Württemberg. Ich habe Niels Schmidt unterstützt, der 2016 bei den Landtagswahlen Spitzenkandidat der Sozialdemokraten war. Und meine derzeitige Mitgliedschaft hat auch mit Landtagswahlen zu tun. Um zu verhindern, dass Grün-Schwarz in Baden-Württemberg zu Schwarz-Grün unter dem Greenhorn Manuel Hagel, CDU wird, bin ich mit Cem Özdemir in den Wahlkampf gezogen. Es hat dann knapp gereicht, und seitdem bin ich – Bad Uracher wie Özdemir auch – im Kreisverband Reutlingen aktiv. Das kommt mir auch aus dem Grund zugute, dass wir hier eine starke Lobby-Gruppe für Radfahrer haben. Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC. In den letzten Wochen haben wir sehr viel dafür getan, um als Grüne die absolute Mehrheit der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu verhindern und auch in Berlin weiter mitreden zu können.Fazit: Es macht Spaß, in einer Partei an gemeinsamen Zielen wie soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zu arbeiten. Ich lerne interessante Leute kennen und erweitere meinen Horizont. Dabei versuche ich, nicht parteipolitisch engstirnig zu denken, sondern das Wohl aller Menschen und auch die Bewahrung der Mitwelt als erstes politisches Ziel zu behalten.
  • 1011. Wir wollen mehr Demokratie wagen!

    02:03||Season 5, Ep. 1011
    261011PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 3 Politische TeilhabeMensch Mahler am 11.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Heute auch eine äußerst wichtige Geschichte: Zivilgesellschaftliches EngagementDemonstrieren ist ein bisschen in Verruf gekommen. Für manche ist es Freizeitbeschäftigung. Da ist was los, es ist laut und kämpferisch. Fragen sich zwei Jugendliche -selbst erlebt: wogegen demonstrieren wir heute? Antwort: Keine Ahnung. War das jetzt für den Frieden oder gegen die Amis? Egal. Morgen ist auch wieder eine Demo. Ich bin dabei – das macht richtig Bock. Trotz dem Missbrauch von Großveranstaltungen macht man durch die Teilnahme an Kundgebungen und Demonstrationen eigene Überzeugungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar. Und jetzt wird’s auch ein bisschen arbeitsintensiv: In Vereinen oder Initiativen mitwirken. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich in Gewerkschaften, Kirchen, NGOs oder lokalen Bürgerinitiativen zu engagieren, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Wir wissen es längst: Alles beginnt mit der Bildung. Es ist schlicht die Grundlage: Demokratische Bildung muss gefördert werden. Und das beginnt bei mit: Mich informieren, Wissen über politische Abläufe weitergeben und Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung nutzen. Wichtig ist dabei, nicht nur seine eigene Meinung bestätigen lassen, sondern sich auf Pro und Contra Argumente einlassen, um eine gut fundierte Meinung und Haltung zu den vielfältigen Themen zu gewinnen. Keiner kann mich daran hindern, jeden Tag ein wenig klüger zu werden.
  • 1010. Wir wollen mehr Demokratie wagen!

    02:18||Season 5, Ep. 1010
    261010PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 2 Haltung zeigenMensch Mahler am 10.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Heute auch eine äußerst wichtige Geschichte: Haltung im Alltag zeigen und gegen Desinformation mit guten Argumenten vorgehen.Haltung beginnt mit Widersprechen. Gegen Hass, Hetze und menschenfeindliche Äußerungen im Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz oder im Internet klar Stellung beziehen. Das ist oft unbequem, man muss damit rechnen, ausgelacht, bekämpft und angefeindet zu werden, wenn man sich gegen eine Mehrheitsmeinung – wie „alle Migranten sind Sozialschmarotzer“ aussprecht. Am besten ist es, wenn man Beispiele parat hat, dass es auch ganz anders gelagerte Biografien gibt. Das garantiert nicht, dass man seine Haltung durchsetzen kann. Aber man hat nicht geschwiegen – und vielleicht die eine oder den anderen ein wenig zum Nachdenken gebracht. Wir leben in einer Zeit der Fake News. Falschinformationen korrigieren ist das Gebot der Stunde. Kritisch mit Nachrichten in sozialen Medien umgehen, Quellen prüfen und Falschmeldungen sachlich richtigstellen. Wichtig: immer gut und sauber recherchiert aus mehreren zuverlässigen Quellen. Bitte nie die Recherche allein KI überlassen. Und dann: Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe diskutieren: Den Austausch mit Andersdenkenden suchen, ohne demokratische Grundwerte aufzugeben. Nie die Waffen derer benutzen, die mit Vorurteilen, Hass und Häme unterwegs sind. Ich lebe schon lange mit einem Zitat von Erich Kästner: „So tief dürft ihr nicht sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“ Das heißt: niemals auf Stammtischniveau sinken – aber bitte ohne Überheblichkeit.
  • 109. Wir wollen mehr Demokratie wagen

    02:12||Season 5, Ep. 109
    261009PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 1 Politische TeilhabeMensch Mahler am 09.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Zunächst etwas Selbstverständliches – sollte man meinen. Politische Teilhabe und Wahlen.Klar und an erster Stelle: Wählen gehen und dankbar sein, dass wir in einer freiheitlichen Demokratie leben. Die Stimmabgabe bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen ist der direkteste Weg, demokratische Prozesse zu unterstützen. Das Argument: Ich finde die alle blöd hilft nur den Radikalen. Also: es geht immer nur darum, das kleinste Übel zu wählen. Die ideale Partei wird es nicht geben – die müsste ich selbst gründen. Und spätestens, wenn ich eintrete, ist sie nicht mehr perfekt. Ich persönlich bevorzuge schon immer links-grün mit wechselnden Präferenzen. Mini-Parteien, die mit Sicherheit nicht über die 5% Hürde kommen, lasse ich außen vor. Eine verschenkte Stimme für eine Partei, die nicht aktiv in die Politik eingreifen kann. Außerparlamentarische Kräfte unterstütze ich in NGOs, Vereinen oder in unserer Stiftung.Ein weiterer Schritt: man kann Wahlhelfer werden. Durch die aktive Mithilfe bei der Durchführung von Wahlen sichert man einen reibungslosen und transparenten Ablauf vor Ort. Und schließlich: alle Formen der Mitbestimmung nutzen: Sich an Instrumenten wie Bürgerbegehren, Bürgerräten oder Petitionen beteiligen. Damit sind wichtige, aktive Schritte getan. Demokratie lebt von der Beteiligung. Also raus aus der Komfortzone, runter von der Couch, Arsch hu un Zeng usenander.
  • 108. Rechtsextreme gehören nicht ins Parlament!

    02:22||Season 5, Ep. 108
    261009PC Die schleichende Normalisierung der RechtsextremenMensch Mahler am 09.10.2026 Vorgestern war ein schrecklicher Tag. Zum ersten Mal seit 1945 hat ein Rechtsextremer das Sagen in einem Landesparlament. 48 Abgeordnete gaben Tobias Rausch ihre Stimme, die AfD hat 39 Mandate. Das muss uns auch mit Blick auf die im Dezember anstehende Wahl des Ministerpräsidenten mit großer Sorge erfüllen. Was wir hier sehen, ist die schleichende Normalisierung einer rechtsextremen Partei. Doch wir werden alles dagegen tun. Mit den Worten unser Fraktionsvorsitzenden Suse Sziborra-Seidlitz, die direkt nach der Wahl sehr deutlich war: »Wir werden eingreifen, wenn Sachsen-Anhalt zu ihrer Beute werden soll!« Aus den letzten Monaten wissen wir bereits, was gemeinsam möglich ist. Durch den starken Wahlkampf, den wir in Sachsen-Anhalt geführt haben, konnten wir verhindern, dass die AfD eine absolute Mehrheit im Landtag bekommen hat. Jetzt muss es vor Ort weitergehen. Wir schaffen jetzt Schutzräume für die Zivilgesellschaft, sorgen für lautstarken Protest auf der Straße und ein aktives, wachsames Parlament. Die Erfolge in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommer werden den Rechtsextremen nicht genügen. Umso wichtiger ist, es das wir jetzt weiter zusammenstehen. Gemeinsam sind wir stärker als der Hass der Rechtsextremen. Die AfD hat sich vielleicht in die Mitte des Plenarsaals in Magdeburg gesetzt, aber das bedeutet nicht, dass sie die Mitte der Gesellschaft repräsentiert. Was jetzt zählt, ist, dass wir aktiv bleiben. Wir überlassen den Rechtsextremen nicht kampflos das Feld. Wir stehen zusammen für Demokratie! Denken wir an die Worte von Pastor Martin Niemöller, der sich ab 1933 stark gegen die Machtausbreitung der NSDAP in allen gesellschaftlichen Bereichen wehrte. Am bekanntesten sind diese Worte Niemöllers:Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.Als sie die Gewerkschaftler holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Gewerkschaftler.Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Jude.Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.Geschichte wiederholt sich nur, wenn wir schweigen. Lasst uns laut werden.
  • 107. Israel muss aufhören, zu hassen ....

    02:48||Season 5, Ep. 107
    261007PC Israels Politik spaltet die WeltMensch Mahler am 07.10.2026 Um es gleich vorweg zu sagen: ich bin weder Antisemit noch Hamas-Freund. Ich bin ein Freund Israels. Und genau deshalb mache ich mir Sorgen um das Image von und die Solidarität mit Israel in der gesamten Welt. Zwei Anlässe aus der jüngsten Zeit veranlassen mich, einen kritischen Kommentar zu versenden.Die Spiele in der Conference League zwischen Israel und Irland fanden auf neutralem Boden in Serbien statt. Zur ersten Begegnung trat der irische Nationaltorhüter aus Protest gegen Netanjahus Politik Gaza betreffend nicht an. Die irischen Spieler verweigerten den Israelis den Handschlag. Beim Abspielen der israelischen Hymne senkten sie kollektiv ihre Köpfe.Beim Rückspiel kam es zu einem Vorfall, der noch genauer untersucht werden muss. Nach Angaben irischer Medien hat der Fitnesstrainer der Nationalmannschaft behauptet, in der Halbzeit auf dem Weg zur Kabine von israelischer Seite angespuckt worden zu sein. Der irische Trainer Hallgrimsson sagte, er wünsche sich in Zukunft keine Länderspiele zwischen Irland und Israel mehr.Liedermacher Wolf Biermann wendet sich anlässlich der Veröffentlichung seiner Tagebücher mit scharfer Kritik an die israelische Regierung. „Was sie jetzt in Israel im Gazastreifen machen, ist ein Kriegsverbrechen – ohne Wenn und Aber! Biermann hat jüdische Wurzeln. Seine Familie wurde im Holocaust ermordet. „Die schlimmsten und gefährlichsten Antisemiten“ lebten „im Momen t in Israel“, sagte Biermann im Blick auf den israelischen Regierungschef Benjamin Netnajahu und dessen Regierung. Sie seien dabei, das Land in einen reaktionären, brutalen Unterdrückerstaat zu verwandeln. Seine Hoffnung auf ein demokratisches, menschliches Israel sei dahin. Mit Bezug auf Goethe sprach Biermann von „Lemuren“ in Israel. Lemuren sind in Johann Wolfgang von Goethes „Faust II“ Totengeister, die dem Teufel dienen. Topaussage in Biermanns Tagebüchern in Bezug auf Israel: „Ihr löscht das Feuer mit Benzin“.Armes Israel. Selbst die wohlgesonnensten Freunde und Freundinnen wenden sich ab. Wie lange lässt sich die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger Israels es sich gefallen, dass Netanjahu, die radikalen Siedler und die orthodoxen Juden das Land immer weiter aus der Weltgemeinschaft wegführen, indem sie jegliche humanitäre Grundregeln missachten? Das darf nicht sein – um Israels willen. Diese Kräfte müssen endlich entmachtet werden, um einer Regierung Platz zu machen, die nicht in blindem Hass agiert, sondern mit Augenmaß und Diplomatie den Platz Israels in der solidarischen Weltgemeinschaft zurückerobert.
  • 106. Die Berge zerbröseln

    03:25||Season 5, Ep. 106
    261006PC Die Berge zerbröselnMensch Mahler am 06.10.2026 Wir gehen sehr gerne in die Berge. Zum Wandern, zum Skilaufen, zum Radeln. Klar, Nepal hat uns erschreckt. Michel, einer unserer Freunde, hat drei Menschen verloren durch den Gletscherabbruch. Mit ihnen hatte er sich in einem NGO-Schulprojekt engagiert, war mehrere Male mit ihnen vor Ort. Die Fluten brachten rund 1.400 Menschen den Tod, 5.000 werden noch vermisst. Unter ihnen die drei Freundinnen von Michel.Ein ähnliches Unglück ereignete sich im schweizerischen Blatten. Ein massiver Gletscher- und Bergsturz zerstörte das Bergdorf zu 90%. Die Einwohner wurden rechtzeitig evakuiert – niemand kam unmittelbar zu Schaden an Leib und Leben.Vor einigen Jahren bin ich noch vom Montafon über die Silvretta-Hochalpenstraße nach Tirol geradelt. Jetzt ist die Straße dicht. Sie muss bis 2030 verlegt werden. Die alte Streckenführung wurde immer wieder von Erdrutschen und Felsstürzen verschüttet. Wenn wir durch unsere geliebten Berge wandern, gibt es schon mal das Hinweisschild: den nächsten Streckabschnitt zugig durchqueren. Es drohen Felsstürze. Natürlich macht das Angst. Wir als Urlauber trifft es ja nicht so hart, wir müssen ja nicht in die gefährdeten Gebiete reisen. Die Anwohner werden damit leben müssen, dass die Gletscher und der Permafrost sich zurückziehen. Platt gesagt könnte man sagen. Die Berge zerbröseln, weil ihnen der Kitt fehlt. Es ist schlicht zu warm. Anstatt wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, sollte man wissenschaftlich erhärtete Fakten zur Kenntnis nehmen.Wir befinden uns geologisch gesehen seit etwa 2,6 Millionen Jahren im Quartären Eiszeitalter. Dieses Zeitalter ist durch einen ständigen Wechsel zweier Phasen geprägt:Glaziale (Kaltzeiten):Große Teile der Kontinente verschwinden unter dicken Eisschilden.Der Meeresspiegel sinkt drastisch (um bis zu 120 Meter), weil das Wasser im Eis gebunden ist.Diese Phasen dauern meist recht lange, oft rund 90.000 bis 100.000 Jahre.Interglaziale (Warmzeiten):Die Gletscher ziehen sich weitgehend in die Polarregionen und Hochgebirge zurück.Der Meeresspiegel steigt wieder an.Diese Phasen sind deutlich kürzer und dauern meist nur etwa 10.000 bis 30.000 Jahre.Wo befinden wir uns heute?Wir leben derzeit in einer Warmzeit, dem Holozän. Diese Phase begann vor etwa 11.700 Jahren mit dem Ende der letzten Kaltzeit.Wichtiger Unterschied zur Gegenwart: Während die natürlichen Zyklen extrem langsam über Jahrtausende ablaufen, führt der menschengemachte Klimawandel durch den Ausstoß von Treibhausgasen aktuell zu einer extrem beschleunigten Erwärmung. Diese überlagert und verzögert die natürlichen astronomischen Rhythmen, die uns langfristig (in vielen Jahrtausenden) eigentlich wieder in eine nächste Kaltzeit führen würden.