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Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Jetzt ist die Zeit

Season 2, Ep. 229

230607PC Jetzt ist die Zeit!

Mensch Mahler am 07. Juni 2023


Nachdem Johannes gefangen genommen worden war, ging Jesus nach Galiläa und verkündete die frohe Botschaft Gottes. Er sprach: "Jetzt ist die Zeit: Gottes gerechte Welt ist nahe. Kehrt um und vertraut der frohen Botschaft!" so lesen wir es kurz und knapp im Evangelium nach Markus. „Jetzt ist die Zeit!“ ist die Überschrift über dem 38. Deutschen Evangelischen Kirchentag, der heute in Nürnberg beginnt. 


Jetzt ist die Zeit. Wofür? Olaf Scholz beschwört am 27. Februar 2022 die Zeitenwende. Für den Kanzler geht es nun vor allem um eine Frage: „Ob Macht das Recht brechen darf. Ob wir es Putin gestatten, die Uhren zurückzudrehen in die Zeit der Großmächte des 19. Jahrhunderts oder ob wir die Kraft aufbringen, Kriegstreibern wie Putin Grenzen zu setzen.“ Scholz hat darauf eine klare Antwort: „Ja, wir wollen und wir werden unsere Freiheit, unsere Demokratie und unseren Wohlstand sichern.“ 

Und jetzt der Kirchentag. Jetzt ist die Zeit! Gottes gerechte Welt ist nahe! Kehrt um und vertraut der frohen Botschaft. Ist die Botschaft des Wanderpredigers aus Nazareth identisch mit der Botschaft des Kanzlers? Geht es darum UNSERE Freiheit, unsere Demokratie und unseren Wohlstand zu sichern? Ich glaube, der Nazarener hat einen weiteren Horizont. Keinen nationalen, sondern einen globalen. 

Ich bin gespannt, wie der Kirchentag Olaf und Jesus zusammenbringt. In einem Diskurs.






 


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  • 275. Früher war alles besser

    01:26
    240527PC Der coole Moritz-RestMensch Mahler am 27.5.2024 Früher war alles besser. Da hat man den Teller nicht nur leergegessen, sondern sogar abgeleckt. Das war so, bis Moritz in unsere Familie kam. Moritz hat grundsätzlich etwas auf dem Teller gelassen. Das war cool. Aufgegessen haben nur die Uncoolen. So entstand ein geflügeltes Wort in unserer Familie: Wenn ein Teller nicht ganz aufgegessen wird, sprechen wir vom „coolen Moritz-Test“. Moritz war der Freund unserer ältesten Tochter. Die Moritz-Ära ist seit 30 Jahren Geschichte. Uns macht dieser Spruch deutlich, wie sehr sich unsere Wertschätzung für die Nahrungsmittel in einer Generation komplett verändert hat. Wir sind Kriegsenkel. Lebensmittel übrigzulassen oder gar wegzuschmeißen, kommt für uns nicht in Frage. Inclusive der Trauer über ein verschimmeltes Stück Brot.Wenn ich heute durch die Straßen gehe, sehe ich überquellende Mülltonnen und hin und wieder eine Ratte und die Taubenplage. Was ich am meisten sehe, sind Papiertüten mit dem Inhalt einer großen amerikanischen Fast-Food-Kette. Und immer noch gibt es erstaunte Blicke in manchen Restaurants, wenn wir die Reste selbstverständlich einpacken lassen.„Früher war alles besser“ ist natürlich ein dummer Spruch. Wie leben im Überfluss. Was besser war ist die Wertschätzung. Der Respekt vor dem, was uns zum Leben dient. Und vielleicht auch ein wenig die Solidarität. Wir könnten so beten: „Unser tägliches Brot gib heute anderen. Wir haben noch genug von gestern.  
  • 245. Beendet den braunen Spuk!

    01:45
    240524PC beendet den braunen SpukMensch Mahler am 24.5.2024 Selten hat mich eine Breaking News so glücklich gemacht wie diese: „AfD soll aus Fraktion im Europaparlament ausgeschlossen werden“. So tickerte es gestern durch alle Medien. Ich sah mich in meiner Meinung bestätigt, die ich schon habe, seit die AfD sich radikalisiert hat: Die werden sich selbst erledigen. Und es hat sich bestätigt. So viel Dummheit und Lüge auf einem Haufen – das kann selbst am finstersten dunkelbraunen Stammtisch nicht mehr verfangen.Ausgerechnet an dem Tag kam die Meldung, als wir 75 Jahre Grundgesetz gefeiert haben. Das Grundgesetz wurde 1949 unter dem Eindruck der Nazi-Diktatur verabschiedet. Damit so eine braune Soße unser Land nie wieder überschwemmen kann.Millionen sind in den letzten Monaten auf die Straße gegangen. Sie haben unsere Demokratie verteidigt. Wir haben unsere Demokratie verteidigt. Und wir werden es weiter tun, wo immer wir können. In den Kommunal- Landes- und Bundesparlamenten. Und auch in anderen Ländern – in der Ukraine und anderswo. Und wir werden die mutigen Menschen weiter unterstützen, die in Diktaturen in die Opposition gehen und dafür verhaftet und gefoltert, oder gar umgebracht werden wie Alexander Nawalny. Die Feier 75 Jahre Grundgesetz sollte uns darin bestärken, weiter bereit zu sein, Nachteile in wirtschaftlicher Hinsicht in Kauf zu nehmen, wenn es um das wichtigste Gut geht, das wir zu verteidigen haben: die Freiheit. Die AfD wird ebenso wie die NPD im Orkus der Geschichte verschwinden. Without a Trace. Dem Himmel oder wem auch immer sei Dank.
  • 235. Sterben

    01:46
    240523PC SterbenMensch Mahler am 23.5.2024 Sterben. Ein unbequemes Thema. Aber es hilft ja nichts. In meiner Familie wurde viel gestorben. Um mich herum sterben Viele. Erst gestern war ich wieder auf einer Beerdigung. Und danach im Hospiz bei einer sterbenden Freundin, die ich beerdigen werde. Ja, es liegt am Alter. Und am Beruf. Als Pfarrer hat man nun mal eben immer wieder mit dem Sterben zu tun. Vorgestern war ich im Kino. 3 Stunden „Sterben“ mit Lars Eidinger und Corinna Hafourch. Erstmal harter Tobak, das muss ich als Sterbebegleiter-Profi schon sagen. Man stirbt, wie man gelebt hat. Die Eltern von Tom sterben an der Parkinsonerkrankung und am Krebs. Die Auseinandersetzung mit dem Leben geht dem Sterben voraus. Und auch die Geburt der lebend geborenen Kinder und derer, die das Licht der Welt nicht lebend erblickt haben.  Am Ende geht der Freund freiwillig. Und Tom wird dazu missbraucht, ihm dabei zu helfen. „Die letzte Freiheit des Menschen ist es, über seinen Tod selbst bestimmen zu dürfen“ hat Carl Améry gesagt. Ist das Sterben des Freundes gelungen? Ist das der Eltern von Tom misslungen? Diese Fragen müssen die Konsumenten dieses sehr langen und anstrengenden Films selbst beantworten. Wer immer sich diesem Thema stellen mag: „Sterben“ von Regisseur Matthias Glasner lässt niemanden unbeeindruckt. Versuchen sie es in einem Programmkino. Sie werden nachdenklich nach Hause gehen.
  • 225. Rote Karte für Oliver Pocher

    01:54
    240522PC Holt den unerträglichen Oliver Pocher nicht in Qualitätsprogramme!Mensch Mahler am 22.5.2024 Zur Einführung des dualen Rundfunksystems in Deutschland war ich an vorderster Front dabei. Ich saß im Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation. Ich habe in beiden Systemen gearbeitet. Beim SDR – später SWR unter der Radiolegende Matthias Holtmann. Später dann als Zulieferer für viele Privatsender. Und schließlich bei Radio Paradiso, wo ich von Anfang an dabei bin. Wir haben den Beweis erbracht – über viele Jahrzehnte – dass man privatwirtschaftlich ein wertiges Programm machen kann und damit am Markt besteht.  Pfingsten trat der legendäre Matthias Holtmann zum letzten Mal mit seinem Programm Pop und Poesie auf dem Stuttgarter Schlossplatz auf. Schwer gezeichnet von seiner Parkinsonerkrankung und von  einer schweren Herzerkrankung mit anschließender Sepsis. Kurz – es war ein bewegender Abschied von einem ganz Großen unserer Branche.  Was den SWR dazu bewogen hat, den unerträglichen Oliver Pocher als sogenannten Comedian einzuladen, entzieht sich meiner Kenntnis.  Pocher hat den Abend durch einen Skandal zum Kippen gebracht. Er sei ja nun seit der Trennung von seiner Frau Amira Single. Ob es Singles im Publikum gäbe? 2 junge Damen meldeten sich. Ob sie schon mal gebumst hätte, wollte er von der einen wissen. Nein antwortete diese. Danach stellte Pocher weitere schlüpfrige Fragen und verreit auch gleich den Namen der Firma, in der die Dame arbeitet. Nach der Veranstaltung blieb die Frau verstört auf ihrem Platz sitzen. Die SWR Crew brachte sie in den VIP Bereich und betreute sie dort. Pocher, so sagte der Sender, habe nichts falsch gemacht. Stichwort „künstlerische Freiheit“. Wier schäbig ist das denn, liebe öffentlich-rechtliche KollegInnen!
  • 215. Uli, geh Tipp Kick spielen

    01:40
    240521PC Spiel einfach Tipp Kick, UliMensch Mahler am 21.5.2024Finale furioso in der Bundesliga. Der große Gewinner: Leverkusen. Vielleicht packen die Unbesiegten sogar das Triple – Meisterschaft, Pokal, Europapokal.Der große Verlierer: der Dauerabonnent auf die Meisterschaft Bayern München. Mia san Mia ganz ohne Titel. Raus im Pokal, raus in der Champions-League und nix mit Meisterschaft.Wie Uli Hoeneß schon sagte: Bayern München ist nicht dafür gemacht, 2. zu sein. Sein Neffe Sebastian Hoeneß konterte: Wer hat denn gesagt dass Bayern Zweiter wird?Und ließ am letzten Spieltag Taten folgen: Gladbach wurde mit 4:0 weggeputzt, Bayern verlor in Hoffenheim 2:4 – zweiter war Sebastian Hoeneß. 3. Uli Hoeneß.Hochmut kommt vor dem Fall. Spitzentrainer wurden reihenweise ausgetauscht, unter anderem der jetzige Nationaltrainer. Als Thomas Tuchel ein paar Spiele vergeigt hatte, wurde er auf das Saisonende gekündigt. Und der Rummel ging wieder los. Aber Hoeneß kassierte reihenweise Körbe, von Ralf Rangnick und ja – auch von Neffe Sebastian, 33, der den VfB Stuttgart innerhalb eines Jahres zur zweiten Spitzenmannschaft neben Leverkusen geformt hatte.Uli trat den Gang nach Canossa und bat Thomas Tuchel, jetzt doch zu bleiben. Der winkte nur müde ab und jetzt hat Bayern München ein echtes Problem. Das heißt Uli Hoeneß. Der gelernte Metzger könnte doch im Ruhestand Tipp-Kick spielen. Der ideale Rentnerjob.
  • 205. Wie kommt das Licht ins Dunkel

    07:56
    240520PC Wie kommt das Licht ins Dunkel?Mensch Mahler am 20.5.2024Die Vögel sangen im Morgengrauen Fang nochmal an, hörte ich sie krächzenverweile nicht bei dem, was vergangen ist oder noch kommen wirdJa, die Kriege werden weiter gehenDie heilige Friedenstaube - sie wird wieder eingefangen.Gekauft und verkauft und wieder gekauft wird sie nie frei sein.Läute die Glocken, die noch klingen, vergiss deine wohlfeilen GabenDa ist ein Riss, ein Riss in allem. Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt.Wir fragen nach Zeichen, die Zeichen wurden geschicktDie Geburt verraten, die Ehe erloschenIch kann nicht mehr fortlaufen Inmitten der gesetzlosen MasseWährend die Mörder in den oberen Etagen Ihre Gebete lauthals plärrenAber sie haben etwas heraufbeschworen: Einen GewittersturmUnd sie werden noch von mir hörenDu kannst eins und eins zusammenzählen. Du kannst zum Marsch aufrufen. Dazu bedarf es keiner TrommelJedes Herz, jedes Herz Jedes liebende Herz wird herbeieilenWenn auch wie ein FlüchtlingLäute die Glocken, die noch klingen Vergiss deine wohlfeilen GabenDa ist ein Riss, ein Riss in allem Das ist der Spalt, durch den das Licht einfällt 
  • 175. All das Schöne an einem Abend

    01:41
    Er ist 7 Jahre alt und erlebt etwas Schreckliches: den Suizidversuch seiner Mutter. Doch wie Kinder manchmal sind, kreativ und optimistisch, beginnt er bald darauf eine Liste mit allem, was schön ist, zusammenzustellen. Sie soll ein Geschenk für seine Mutter werden. Eiscreme steht da drauf, Wasserschlachten, länger aufbleiben als sonst und fernsehen oder auch die Farbe Gelb. Mit diesen ersten Sachen auf der Liste beginnt das Theaterstück ‚All das Schöne‘ von Duncan Macmillan. 1000 solcher Sachen sollen es werden, mit allem, wofür es sich zu leben lohnt. Die Liste soll den Blick der Mutter auf die Welt verändern. Das gelingt wohl nicht unbedingt, aber der Junge und spätere Mann führt die Liste weiter und weiter. Sie wird zu seiner persönlichen Strategie, dem Leben zu begegnen und ihm einen unerschütterlichen Optimismus entgegenzusetzen. Der inzwischen erwachsene Protagonist nimmt uns mit durch seine Kindheit, Jugend und bis zur Gegenwart. Das ist ansteckend, anrührend, witzig und inspirierend auch für uns Zuschauer. Und in der Berliner Vagantenbühne so gut umgesetzt, dass ich dem Schauspieler die ganze Zeit abnahm, dies alles sei seine persönliche Geschichte. Wenn Sie in diesen schwierigen Zeiten Hoffnung schöpfen wollen, ‚All das Schöne‘ läuft wieder am 13. und 15. Juni in der Vagantenbühne, Kantstr.12.
  • 165. Hopfen und Malz verloren

    01:59
    Bei Pflanzen schau ich gern mal, was insekten- oder bienenfreundlich ist und dazu gehört wohl Hopfen. Also einen kleinen Brauhopfen gekauft und im Balkonkasten eingepflanzt. Als ich anderntags nachmittags nach Hause kam, war er komplett rausgerissen und lag mit seinem Wurzelballen in der gleißenden Sonne – die Krähen wahrscheinlich! Hab ihn wieder eingepflanzt, besser angedrückt, mehr Erde drauf und gegossen. Am nächsten Tag wurde das Pflänzchen wieder rausgerupft. Als würden sie mich ärgern wollen. Weiß nicht, ob er das übersteht. Auch andere Pflanzen wurden schon ausgebuddelt und spektakulär auch mal ein Tütchen mit Hundefutter, das in der Sonne auftauen sollte, einfach komplett geklaut. Na gut, selber schuld, denn die Krähen haben eindeutig das Regiment übernommen. Lautes Gekrächze am frühen Morgen, Mülleimer in den Parks ausräumen, wo sie natürlich fündig werden oder dieses bedrohliche sich oben auf dem Kirchturm Sammeln am Abend. Gehe ich mit meinem Hund an einer Krähe vorbei, wird auch nicht mehr weggeflogen. Dreist sind sie, groß und eben viele, immer mehr. Raben und Krähen sind sehr anpassungsfähig, bei ihrer Nahrungswahl recht anspruchslos und intelligent. Vielleicht sollte ich mich mal mit ihnen unterhalten, um meine Aversion zu mildern. Oder noch besser: unseren Berliner Wildtierexperten Derk Ehlert hören, der schafft es wirklich, für jedes Geschöpf Verständnis oder sogar Zuneigung zu generieren. ‚Krähen sind bemerkenswerte Vögel, sagt er, überwiegend monogam, gesellig und anpassungsfähig, sie kommen gut in der Stadt zurecht.‘ Oh ja, aber warum nur ist der Wurzelballen meines kleinen Hopfens so attraktiv für sie?
  • 155. Auch mal etwas zurückgeben

    01:58
    12 Jahre lang hat er mir gute Dienste geleistet: der schwarze, etwas klobige Kaffeevollautomat. Zwei Mal hab ich ihn in der Zeit reparieren lassen, war danach immer wie neu. Nun ging er aber vollständig kaputt, Zeit für ein neues, kleineres Modell. Die alte Maschine hab ich aber erstmal gestern zu dem Elektrofachmarkt gebracht, bei dem ich sie einst gekauft hatte. Das wäre allerdings keine Bedingung gewesen, auch die alte Rechnung brauchte ich nicht. Sehr netter Service, vollkommen unkompliziert. ‚Wollnse sich noch verabschieden?‘ wurde noch gefragt. Lächelnd ging ich davon – in der Hoffnung, dass das Ding nun ordnungsgemäß recycelt wird oder wenigstens Teile davon. Auf jeden Fall ein besseres Gefühl, als es einfach ans Müllhaus oder an den Bürgersteig zu stellen. Diese Unart nimmt ja leider extrem zu, Neuköllner und Weddinger wissen, was ich meine. Gerade gestern wurde bekannt, dass das Land Berlin inzwischen mehr als 10 Millionen Euro pro Jahr ausgeben muss, um illegalen Müll auf Straßen und Plätzen beseitigen zu lassen. Die BSR kommt uns ja schon mit den Kieztagen entgegen, die Recyclinghöfe sind sowieso immer da. Kann es so schwer sein, die olle Matratze oder den kaputten Stuhl da abzugeben? Und: Elektroschrott mit einer Kantenlänge von höchstens 25 cm muss ein Händler immer zurücknehmen, wenn seine Verkaufsfläche für Elektrogeräte mehr als 400 Quadratmeter beträgt. Das Prinzip heißt „null zu eins“: Sie müssen, wie gehört, bei der Rückgabe kein neues Gerät kaufen. Dafür sage ich 1:0. Nachgemessen wurde bei mir gestern übrigens nicht.