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Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Respect 4

Season 5, Ep. 327

260327PC R-E-S-P-E-C-T 5 P-E

 Mensch Mahler am 27.3.2026

Ein Song schreibt Geschichte – bis heute. Ich habe am Weltfrauentag den Film „Respect“ angeschaut. Er erzählt die Geschichte von Aretha Franklin. Und durch den Song R-E-S-P-E-C-T ist die ganze Geschichte erzählt. Ich erzähle sie in Etappen. 4. Und 5. Buchstabe: P-E. Wie Peace.

Aretha Franklin war fasziniert vom Kampf der Bürgerrechtsbewegung, die in den 1960iger Jahren den Kampf gegen die Rassentrennung aufnahm. Dr. Martin Luther King jr. war ein Freund und Kollege ihres Vaters, wie King Baptistenpastor. Onkel Martin ging in Arethas Elternhaus ein und aus. Aretha begann, King bei seinen Auftritten zu begleiten. Die Bürgerrechtsbewegung wurde ihr Leben. Aretha Franklin war eng mit Dr. Martin Luther King Jr. verbunden, tourte mit ihm und sang 1968 auf seiner Beerdigung.

Am 16. Oktober 2011 trat sie als Hauptkünstlerin bei der Einweihung des Martin Luther King Jr. Memorials in Washington, D.C., auf, einer Zeremonie, die von Barack Obama geleitet wurde. Wer um ihr bürgerinnenrechtliches Engangement weiß, wird es nicht überraschen, dass Aretha Franklin voll und ganz hinter Barack Obama stand. Sie sang 2009 bei seiner Amtseinführung und war im Laufe seiner Amtszeit immer wieder zu Gast im Weißen Haus. Bei einer Performance anlässlich des Kennedy-Preises im Jahr 2015 rührte Franklin Obama mit ihrem Lied You Make Me Feel (Like A Natural Woman) so sehr, dass er feuchte Augen bekam. 

Respect, die Hymne und Arethas größter Hit, stammt nicht aus ihrer Feder. Geschrieben hat ihn Otis Redding – bekannt als Sänger von „Sittin‘ on the Dock of the Bay“, der 1967 im Alter von 26 Jahren bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam. Auch er war Coloured – und auch Otis Redding war ein Wegbereiter des Soul. Mehr über Farben gibt es am Montag.

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  • 401. Kein Aprilscherz: Traumwetter, Traumschnee - und die Pisten sind leer

    02:00||Season 5, Ep. 401
    260401PC Aprilscherz Mensch Mahler am 1.4.2026Wir waren zum Saisonende noch ein paar Tage Skilaufen. In unserem Lieblingstal in Vorarlberg. Es war schön – wir haben über Nacht noch einen halben Meter Neuschnee bekommen. Aber die Pisten waren leer. Und das in der Woche vor Ostern. Normalerweise steppt da jedes Jahr der Bär mit DJ Ötzi auf dem Berg. Hinter unserer Lieblingskneipe haben sie neue Chalets hingestellt. Für 3 Personen – was ich nicht ganz verstehe. Und als wir in die Preisliste geschaut haben, dachten wir an einen Aprilscherz. 3.500 Euro die Woche. Miete. Ohne alles, was essen oder Skipass betrifft. Freunde wollten als vierköpfige Familie 1 Woche ins Hotel kommen. Halbpension. Auch ohne Skipass. Die 3 Hotels im Dorf haben Angebote gemacht: zwischen 12 und 14tausend Euro. 2 Erwachsene 2 Kinder. Auch ohne Skipass. Der kostet inzwischen 84 Euro am Tag. Wir haben uns nicht gewundert, dass nichts los war im Tal und auf dem Berg. Die Anreise – der Liter Diesel 2,20 Super 2,10. Jetzt ist das eingetreten, was wir lange erwartet haben: Die Schraube ist überdreht. Skiurlaub ist Luxusgut für die Reichen. Die bekommen auf dem Berg ein 3-Gänge-Menü auf Hauben Niveau. Bezahlen die auch gerne. Auf der Piste sieht man sie eher selten. Nebenan sitzt Otto Normalverbraucher im SB-Restaurant und ist mit der App zugange. Wenn er sich erdreistet, bar zu bezahlen, kostet das 10% Aufschlag. Hüttenromantik 2.0. Nein, trotz 1.April kein Scherz. In 7 Jahren bin ich 80. Da bekomme ich den Jahresliftpass für 130 Euro. Statt 898. Es gibt noch Ziele im Leben. Ich gehe weiter jede Woche mehrmals ins Fitnessstudio. 
  • 331. Respect 6 Tambourmajor

    04:45||Season 3, Ep. 331
    260331MM R-E-S-P-E-C-T 1 T Mahler meint am 31.3.2026Ein Song schreibt Geschichte – bis heute. Ich habe am Weltfrauentag den Film „Respect“ angeschaut. Er erzählt die Geschichte von Aretha Franklin. Und durch den Song R-E-S-P-E-C-T ist die ganze Geschichte erzählt. Ich erzähle sie in Etappen. Siebter Buchstabe: T. Tambourmajor – was für ein seltsamer Begriff. Er erschließt sich, wenn man vor dem Grabstein von Martin Luther King jr. steht. Mit ihm hat Aretha Franklin in der Bürgerrechtsbewegung der 1960iger Jahre Geschichte geschrieben. Und auf seiner Beerdigungsfeier 1968 sang sie. Kings Grab befindet sich in der Martin Luther King Jr. National Historic Site in Atlanta, Georgia. Er liegt in einer reflektierenden Wasserfläche, zusammen mit dem Grab seiner Frau Coretta Scott King. Auf dem Grabstein steht die berühmte Zeile aus seinem Lied: „Free at last, free at last, thank God Almighty, I’m free at last“. In seiner letzten Ansprache, in der Martin Luther King seinen Tod vorausahnte, nahm er den eigenen Beerdigungsgottesdienst vorweg und bat die Zuhörer, in dieser Situation nicht über das zu sprechen, was er in seinem Leben geleistet und erreicht hat. Vielmehr sollte er als einer erinnert werden, der bereit war, sein Leben als Dienst für die anderen zu verstehen: "Wenn ihr sagen wollt, dass ich ein Tambourmajor gewesen bin, so sagt, ich sei ein Tambourmajor der Gerechtigkeit gewesen. Sagt, ich sei ein Tambourmajor des Friedens gewesen. Sagt, ich sei ein Tambourmajor der Rechtschaffenheit gewesen. Alles andere zählt nicht. Ich will keine Reichtümer noch kostbare Gegenstände hinterlassen. Ich möchte ein engagiertes Leben hinterlassen. Ein Tambourmajor geht der Kapelle voraus. Martin Luther King war ein echter Leader. Aretha Franklin war seine Goldkehle und sie folgte ihm überall hin. Mit der einen Botschaft: habt Respekt vor allem Lebendigen. Respect, Aretha. Du hast viele Millionen Menschen genau das gelehrt: Respekt voreinander. 
  • 330. Respect 5 - Color

    04:29||Season 5, Ep. 330
    ch habe einen Traum, dass meine vier kleinen Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der sie nicht wegen der Farbe ihrer Haut, sondern nach dem Wesen ihres Charakters beurteilt werden. Ich habe einen Traum!"
  • 326. Respect 3

    04:30||Season 5, Ep. 326
    260326PC R-E-S-P-E-C-T 3 S  Mensch Mahler am 26.3.2026Ein Song schreibt Geschichte – bis heute. Ich habe am Weltfrauentag den Film „Respect“ angeschaut. Er erzählt die Geschichte von Aretha Franklin. Und durch den Song R-E-S-P-E-C-T ist die ganze Geschichte erzählt. Ich erzähle sie in Etappen. 3. Buchstabe: S. Wie Soul. Soul oder Soulfood – das ist Futter für die Seele. Aretha Franklin gilt als die unbestrittene „Queen of Soul“, die Gospel-Inbrunst mit Blues und R&B verschmolz.Mit ihrer kraftvollen Stimme und Hits wie „Respect“ revolutionierte sie die Musikwelt, wurde zu einer Ikone der Bürgerrechtsbewegung und prägte Soul-Musik. Sie gewann 18 Grammys und prägte Künstlerinnen wie Whitney Houston. Als Ausdruck schwarzer Kultur und Identität ist Soul eng mit Rhythmus und Gefühl verbunden. Aretha Franklins sagt über Soul:  „Soul ist eine Konstante. Er ist kulturell. Er wird immer da sein, in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Ausprägungen“ und: die Songs haben etwas mit dem Leben zu tun.Wenn ein Song von etwas handelt, das ich erlebt habe oder das mir hätte passieren können, ist er gut. Aber wenn er mir fremd ist, habe ich nichts zu geben.“Der Queen of Soul Aretha Franklin blieb nichts erspart. Der Erfolg brachte die Zerrüttung der Ehe und die Entfremdung von ihren Kindern mit sich. Ihr erstes Kind bekam sie mit 12. Mit 14 kam der zweite Sohn. Insgesamt wurden es vier. Aretha Franklin ging auf Welttournee, begann zu trinken, kippte ohnmächtig von der Bühne. „Die Königin zu sein, hat nicht nur mit Singen zu tun, und eine Diva zu sein, hat nicht nur mit Singen zu tun. Es hat viel mit dem Dienst an den Menschen zu tun“ – das hat sie allerdings nie vergessen. Dienst am Menschen – das hatte sie schon als Kind in der Kirche gelernt. Und ein Mann hat es ihr ganz besonders beigebracht: Onkel Martin, wie sie Martin Luther King nannte. Davon Morgen mehr. 
  • 325. Respekt 2 - Empowerment

    04:24||Season 5, Ep. 325
    260325PC R-E-S-P-E-C-T 2 Empowerment Mensch Mahler am 25.3.2026Ein Song schreibt Geschichte – bis heute. Ich habe am Weltfrauentag den Film „Respect“ angeschaut. Er erzählt die Geschichte von Aretha Franklin. Und durch den Song R-E-S-P-E-C-T ist die ganze Geschichte erzählt. Ich erzähle sie in Etappen. 2. Buchstabe: E. Wie Empowerment.Ermutigung ist ein großes Wort. Was hat Aretha Franklin ermutigt, nicht in ihrer Opferrolle zu bleiben sondern aufzustehen und als selbstbewusste Frau Respekt einzufordern? Es war die Kombination aus tiefem Glauben, ihrer gospelgeprägten Herkunft, dem Wunsch nach gesellschaftlichem Wandel und ihrer künstlerischen Leidenschaft. Der Glauben an einen gerechten Gott, an einen Gott, der den Unterdrückten beisteht, war der Grund für ihren Mut. Auch wenn sie die Kirche anders erlebt hat, das Evangelium der Liebe, des Friedens und der Gerechtigkeit hat tiefe Wurzeln in Aretha Franklin geschlagen. Der Gospel, die Musik der unterdrückten schwarzen Sklaven war mit Sicherheit auch prägend. Auf den Baumwollfeldern in den Südstaaten klagten sie Gott ihre Not und flehten um Erlösung. Und diesen Wunsch nach gesellschaftlichem Wandel, der allen Menschen unabhängig von Hautfarbe, Herkunft und Geschlecht die gleichen Chancen gibt, hat nicht nur ihre Musik, sondern auch ihren Charakter geprägt. Und sie war eine außerordentlich begnadete Künstlerin. Im Alter von 6 Jahren hat sie bereits auf der Bühne gestanden. In der Baptistenkirche und auch bei den gesellschaftlichen Veranstaltungen, die ihr Vater, der auch ihr Manager war, gegeben hat. „Wir alle wollen und brauchen Respekt, ob Mann oder Frau, ob schwarz oder weiß – es ist unser Recht als Mensch“. Respekt war ihr Credo. Und morgen schauen wir mal, was die Seele, den Soul bei Aretha ausgemacht hat.  
  • 324. Respect - 1 - R

    04:21||Season 5, Ep. 324
    260324PC R-E-S-P-E-C-T 1 Re Mensch Mahler am 24.3.2026Ein Song schreibt Geschichte – bis heute. Ich habe am Weltfrauentag den Film „Respect“ angeschaut. Er erzählt die Geschichte von Aretha Franklin. Und durch den Song R-E-S-P-E-C-T ist die ganze Geschichte erzählt. Ich erzähle sie in Etappen. Erster Buchstabe: R. Re wurde die kleine Aretha genannt.Aretha Franklin wurde am 25. März 1942 in Memphis, Tennessee geboren. Ihre Mutter Barbara Siggers Franklin (1917–1952) war eine Pianistin und Sängerin, sie starb kurz vor Aretha Franklins zehntem Geburtstag mit 34 Jahren an einem Herzinfarkt. Ihr Vater Clarence LaVaughn Franklin war ein bekannter Baptistenprediger. Aretha Franklin wuchs mit vier Geschwistern in der Industriemetropole Detroit im US-Bundesstaat Michigan auf. Durch ihren Vater kam sie schon früh mit der Musik in Berührung. Sie sang mit ihren beiden Schwestern Carolyn und Erma im Chor der „New Bethel Baptist Church“ ihres Vaters. Bekannte Musiker und Sänger wie Mahalia Jackson und Sam Cooke erschienen zu den Gottesdiensten. Aretha, genannt Re, hat die Schattenseiten des frommen Betriebs zu Hause und in der Kirche voll abbekommen. Vom Vater als Vorzeigepüppchen in der Kirche und zu Hause vorgeführt, von Freunden des Hauses sexuell missbraucht und dann auch noch die Mutter verloren, die schon früh vor dem gewaltbereiten und jähzornigen Prediger geflüchtet war. Eines hat sie nie bekommen, vor allen Dingen von Männern nicht: Respect. Morgen schauen wir unter dem Buchstaben E danach, was die kleine Re stark gemacht hat. Ermächtigung oder Empowerment.  
  • 323. Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt

    01:50||Season 5, Ep. 323
    260323PC Freunde, dass der Mandelzweig  Mensch Mahler am 23.3.2026Freunde, dass der Mandelzweig wieder blüht und treibt,Ist das nicht ein Fingerzeig, dass die Liebe bleibt?Shalom Ben Chorin hat diesen Text 1942 geschrieben. Der jüdische Religionsphilosoph hat es gewagt, mitten im Krieg die aufspringenden Knospen zu bewundern. Dass das Leben nicht verging, soviel Blut auch schreit,Achtet dieses nicht gering in der trübsten Zeit.Heute leben wir wieder in einer trüben Zeit. Krieg ist eigentlich immer – aber jetzt kommt es knüppeldick. Die Welt gerät wieder einmal aus den Fugen.Tausende zerstampft der Krieg. Eine Welt vergeht.Doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht.Ich sehe es, wenn ich durch unseren Garten gehe. Die Knospen springen auf. Das Leben kämpft sich aus der Winterstarre heraus. Ich möchte das nicht gering achten. Ich sehe, dass das Leben sich ans Licht kämpft. Unaufhaltsam. Durch Asphalt und Beton. Durch Tod und Starre.Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt,Bleibe uns ein Fingerzeig wie das Leben siegt.Meine Frau hat am Tag des Frühlingsanfangs Geburtstag. Das Wasser im Pool ist warm genug zum Schwimmen. Gestern waren Kinder, Enkel und ein Urenkel da. Unsere Töchter haben Kuchen mitgebracht, der Papa unseres Urenkels Pasquale aus Palermo Tiramisu. Die ganze Bande ist durch den Garten getobt. Ja, ich glaube daran, trotz allem: Das Leben siegt. Die aufbrechenden Blüten sind der Beweis. Der Tod hat nicht das letzte Wort.  
  • 319. Die Regierung wählt sich ein neues Volk

    02:07||Season 5, Ep. 319
    260319PC Ich mache mir die Welt so wie sie mir gefällt Mensch Mahler am 19.3.2026Zitat von Bertolt Brecht nach dem 17. Juni 1953: „Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“Man kann aber auch einfach als Regierung ein Volk wählen, das es noch gar nicht gibt. Daniel Jackson, 21, ist ursprünglich Australier. Jetzt aber Präsident der Freien Republik Verdis. Verdis liegt auf einem schmalen Streifen an der Donau zwischen Kroatien und Serbien. Die Freie Republik ist so groß wie 75 Fußballfelder. Bisher wohnt dort niemand. Aber das stört Daniel Jackson nicht. 2019 wurde Verdis gegründet, 2023 rückte Jackson mit Unterstützern an, um eine Siedlung zu gründen. Das ging schief, die kroatischen Behörden griffen ein, die Gruppe wurde festgesetzt und ausgewiesen. Jackson selbst erhielt ein lebenslanges Einreiseverbot. 2800 Menschen haben sich bislang um eine Staatsbürgerschaft beworben, 400 sind anerkannte Verdianer mit Pass. Es gibt eine Flagge und eine Verfassung. Und Jackson beruft sich auf die Konvention von Montevideo: es gibt ein Territorium – ein sogenanntes Niemandsland, ein Staatsvolk, eine Staatsgewalt und die Fähigkeit, internationale Beziehungen zu führen. Aber: das terra nullius – das Niemandsland – hat im modernen Völkerrecht kaum noch praktische Bedeutung. Und Privatpersonen können sich darauf schlicht nicht berufen. Was die Story für mich besonders interessant macht: Im 18. Jahrhundert landeten meine Vorfahren genau in dieser Gegend mit einer Ulmer Schachtel am Donauufer. Das Schiffchen diente als Baumaterial für das erste Haus. Allerdings: Sie hatten eine Einladung von Maria Theresia, ins damalige Österreich-Ungarn zu kommen und sich dort anzusiedeln. Sie wurden auch wieder ausgewiesen – 1948 zogen sie auf der Balkanroute wieder in Richtung Heimat.