Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

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Die Zukunft ist weiblich

Season 220805, Ep. 508

220805PC

Die Zukunft ist weiblich. Mensch Mahler am 05.08.2022

Die Zukunft ist weiblich. Oder gar nicht. Kinder an die Macht. Solche Slogans machen mich alten Mann nachdenklich. Gestern habe ich Barak Obama zum Geburtstag gratuliert und dabei ist mir der Gedanke gekommen, wer diese Welt eigentlich noch retten könnte. Weltuntergangsstimmung, wo man auch hinhört. Begründet, sicher. 

It’s a Mans World – sicher. Viel zu viele Alte, frustrierte, machtbesessene Männer treiben auf diesem Planeten ihr Unwesen, bringen mit ihrem narzisstischen Muskelspielen Lied, Tod und Zerstörung über die Welt.

Ich glaube allerdings, dass die Welt nicht an einem Geschlecht zugrunde geht, sondern an einer Haltung. Diese Haltung heißt: Macht, Gier, Egoismus und Nationalismus. Es ist schon erstaunlich, dass wir es immer noch nicht begriffen haben, dass weder Geschlechter noch Systeme noch Religionen oder Ethnien das Problem sind. Sondern die Tatsache, dass wir die einfache Ethik Albert Schweizers nicht lernen wollen: Ich will leben inmitten von Leben, das Leben will. Augustinus bringt es auf eine noch kürzere Formel: Liebe und tue was du willst.

Die Zukunft ist also weder weiblich noch divers noch männlich – die Zukunft ist gemeinsam. Oder gar nicht. 






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9/29/2022

Tiere haben Emotionen - und wie!

Season 220929, Ep. 2909
In Australien, genauer im Westen von Tasmanien, sind in einer flachen Bucht wieder rund 230 Grindwale gestrandet. Das bedeutet im Grunde ihren sicheren Tod. Sogar für dieses Phänomen gibt es Experten, die solche Massenstrandungen wie folgt erklären: die friedlichen Giganten seien sehr sozial, haben enge Bindungen untereinander. So eng, dass sie einem kranken oder verletzten Artgenossen folgen, bis zum Ende und hundertfach. ‚Das tun sie nicht, weil sie dumm sind, sondern wegen ihrer emotionalen Bindung zu den anderen Tieren‘ wird ein Meeresbiologe zitiert. Wieviel Respekt vor diesen Geschöpfen steckt in diesen Worten! Solchen bringt auch der Schauspieler Hannes Jaenicke auf in seinem Film ‚Im Einsatz für das Schwein‘ der kürzlich im Fernsehen lief und weiterhin in der Mediathek zu sehen ist. Ohne Schockbilder, worauf extra hingewiesen wird. Wir lernen dort, dass Schweine wie Hunde auf ihren Namen hören, wenn sie denn einen haben, dass sie intelligent, sauber, neugierig, verspielt und sozial sind. Dies alles können sie eingepfercht in ihren Gitterkäfigen nicht ausleben. Von der traurigen Mutterschaft einer Sau mal abgesehen, deren 30 Ferkel im Jahr ihr so schnell wie möglich weggenommen werden. Das ist alles nicht neu, aber für mich haben sich diese beiden Dinge miteinander verknüpft. Abermals stellt sich die Frage: warum streicheln und verwöhnen wir unsere Hunde und Katzen, essen aber Schweine, Hühner und Rinder oder lassen zu, dass sie in der Massentierhaltung leiden? Die Schockbilder gab es dann letzte Woche ganz am Ende in der Sendung ‚Frontal‘: heimliche Aufnahmen in 9 verschiedenen Mastanlagen, es laufen jetzt Ermittlungen. Furchtbare Bilder - müssen wir eben doch aushalten.
9/28/2022

Sozialtourismus war nicht zu Unrecht mal Unwort des Jahres

Season 220928, Ep. 2809
Okay, er hat sich entschuldigt. Aber der CDU-Chef Friedrich Merz ist ein absoluter Polit-Profi und weiß, was er sagt. Und dass seine Worte, nicht am Stammtisch, sondern am Montagabend bei „Bild Live“ geäußert, trotz Entschuldigung natürlich hängen bleiben. Er hat Geflüchteten aus der Ukraine „Sozialtourismus“ unterstellt. Sie würden teilweise hin- und herreisen und unsere Leistungen in Anspruch nehmen. Mich macht dieser Vorwurf sprachlos. Selbst wenn es in Einzelfällen so sein sollte, ist es ungeheuerlich, Menschen in dieser furchtbaren Situation, die sie sich wahrlich nicht ausgesucht haben, auf diese Weise zu diskreditieren. Ich würde sogar sagen, dass es in Ordnung und verständlich ist, dass man nach Monaten in der Fremde, wenn es die Situation erlaubt, zuhause nach dem Rechten schaut. Familienmitglieder und Freunde trifft, die nicht fliehen konnten oder wollten. Doch der Krieg ist nicht vorbei und die Situation in großen Teilen der Ukraine ist unsicher, immer wieder auch gefährlich. Also kann es richtig sein, nach einem riskanten Besuch dort, wieder nach Deutschland zurückzukommen. Viele Ukrainerinnen und Ukrainer sind übrigens auch ganz und gar in ihr Heimatland zurückgekehrt und noch viel mehr würden das so gerne tun. Missbrauch und Abzocke gab es immer und wird es immer geben, gerade wenn man Menschen eigentlich helfen will. Man denke nur an die Corona-Schnelltestcenter, die Beschaffung der Masken oder so einen Klassiker wie Steuerhinterziehung. Und ja, auch Flüchtlinge aus anderen Ländern und Leistungsempfänger hier werden nicht immer wirklich berechtigt sein. Das gehört leider dazu. Dies nun aber gerade den kriegsgebeutelten Ukrainerinnen und Ukrainern nach 7 Monaten brutalem Krieg vorzuwerfen, ist echt infam.
9/27/2022

Blumen sind das Lächeln der Erde

Season 220927, Ep. 2709
Berlin-Brandenburg hätten wir wohl geheißen. Immer wieder gab es ja Bestrebungen, Berlin und Brandenburg zu einem neuen Bundesland zu vereinen. Hat aber nicht geklappt, 1996 scheiterte ein von beiden Landesregierungen vereinbarter Fusionsvertrag an der fehlenden Zustimmung in Brandenburg. Auch bei den Berlinern gab es nicht gerade Euphorie für das Thema. Euphorisch kann man aber werden, gerade als Berlinerin und Berliner, wenn man die Landesgartenschau in Beelitz besucht. Plötzlich ist Brandenburg so viel mehr als das die Hauptstadt umgebende Land oder die Autokennzeichen PM oder TF. Gerade jetzt im Herbst gehen einem die Augen über vor noch immer blühenden Blumen, schönster Gartenkunst, originellen Möbeln, Arrangements unter zarten Pavillons, Kräutern, Früchten, Kürbissen, einfach allem, was die Natur hergibt und was Menschen im besten Sinne draus machen können. Neben dem riesigen Gelände mit all seinen thematischen Überraschungen und meditativen Ruheinseln gehört auch ein Besuch der ebenfalls in diesem Sinne hergerichteten Altstadt Beelitz dazu. Die Krönung ist dort die St. Marien-St. Nikolai-Kirche mit einer üppigen Blumen- und Pflanzenschau direkt im Kirchenschiff. Sie merken, ich schwärme und zwar ausdrücklich für Brandenburg, weil ich es bei der LaGa so attraktiv und sympathisch finde. Falls Sie noch nicht dort waren - noch bis Ende Oktober ist Zeit. Ob und für wen sich die Länderfusion gelohnt hätte, vermag ich nicht zu sagen. Die Landesgartenschau zu besuchen, lohnt sich auf jeden Fall!