Share

cover art for Die Geister die ich rief

Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Die Geister die ich rief

Season 3, Ep. 2509

240925PC: Die Geister, die ich rief

Mensch Mahler am 25.09.2024


Martin Bernklau, ein Journalist in Tübingen, ist laut polizeilichem Führungszeugnis ein unbescholtener Bürger. Copilot, die KI-basierte Suchmaschine von Microsoft, weiß es allerdings besser. 

Copilot teilte Martin Bernklau mit, dass er ein Familienvater aus dem Nordschwarzwald sei, ein drogensüchtiger Ausbrecher, der seine Nichte missbraucht und viele weitere Verbrechen begangen habe.

Des Rätsels Lösung: Martin Bernklau berichtet als Journalist immer wieder über Gerichtsprozesse. Die KI machte aus dem journalistischen Beobachter von Verbrechen den Verbrecher selbst.

Wenn ich etwas auf ebay verkaufen möchte, bietet mir das Portal einen KI-Text an. Das ist praktisch. Besser könnte ich es nicht formulieren. So gesehen ist die KI ein Segen. Aber sie ist auch zugleich ein Fluch. Denn: Die Tech-Konzerne haben die künstliche Intelligenz von der Kette gelassen ohne hinreichende Selbstkontrolle und ohne wirksame rechtliche Kontrolle von außen. 

Das macht KI zu einer nicht mehr kontrollierbaren Bestie. Aber die KI ist nichts Außerirdisches. Es sind Menschen, die sie unter die Menschen bringen. Und deshalb müssen diese Menschen für die Folgen ihres Tuns verantwortlich gemacht werden. Es gibt Hoffnung: Google, Meta oder OpenAl müssen künftig vor Veröffentlichung von KI-Inhalten einen Sicherheitstest bestehen. Und die KI-Entwickler sollen für schwere Schäden, die durch Nutzung ihrer Modelle entstehen, haftbar gemacht werden. Vielleicht gelingt es doch noch, die Geister, die wir riefen, zu zähmen. Martin Bernklau wird es ihnen danken.






More episodes

View all episodes

  • 2609. Die wankelmütigen Ratten verlassen das sinkende Schiff

    01:47||Ep. 2609
    240926PC: Diener des VolkesMensch Mahler am 26.09.2024Warum hat niemand mehr Bock auf Politik? Weil man sich auf niemand – ja, auf niemand verlassen kann. Was geht mich mein Geschwätz von gestern an? A Propos Gestern: Die Grünen Spitze ist nach 3 völlig vergeigten Landtagswahlen zurückgetreten. Ich meine, völlig zu Recht. Auch die Grünen waren für mich Ex-Grünen nicht mehr wählbar, weil sie wirklich alle Positionen, für die sie mal standen, verlassen haben.Minister sind Diener des Volkes. Unsere Politiker machen aber nicht Politik für die, die sie gewählt haben, sondern lediglich für den Machterhalt. Gefragt, ob die SPD die Waffenlieferungen in die Ukraine zugunsten einer Koalition mit dem BSW in Brandenburg aufgeben würden, kamen nur ausweichende Antworten. Die Politik wird nicht in Brandenburg mit Sarah Wagenknecht und anderen Putin-Knechten geändert, sagte Michael Roth, SPD. Was dann? Keine Antwort.In diesen Zeiten Politik nur für Koalitionsfähigkeit zwecks Machterhalt machen – das treibt die Bürgerinnen und Bürger in den Wahnsinn. Sie wenden sich angewidert ab von derlei Macht-Poker zum Erhalt der eigenen Pfründe. Diener des Volkes? Von wegen.Also eins muss man ja Olaf Scholz zugestehen: er steht wenigstens zu dem, was er angekündigt hat. Auch wenn sich der politische Wind dreht und populistische Phrasen den Wahlkampf bestimmen. Jetzt wird er und seine SPD dafür abgestraft. Abe noch ist nicht aller Wahltage Abend. Kann sein, dass Wählerinnen und Wähler sich wieder den Menschen zuwenden, auf die sie sich verlassen können. Das ist in diesen unsicheren Zeiten die beste Währung: Verlässlichkeit und Vertrauen. 
  • 2409. Massengrab Mittelmeer

    01:48||Season 3, Ep. 2409
    240924PC: Die Deutsche UnionMensch Mahler am 24.09.2024Das größte Massengrab Europas ist das Mittelmeer. Inzwischen sind schätzungsweise 30.000 Menschen Opfer der Fluten geworden. Von Schleusern auf überfüllte Boote gelockt, jämmerlich ertrunken.Die Frage des Asyls ist eines der zentralen Themen bei den aktuellen Wahlen. Friedrich März versuchte zu punkten, indem er rigoros die Abweisung aller Asylsuchenden propagierte. So hoffte er, der AfD Wähler abzujagen. Aber das Spiel wurde durchschaut. Die Wählerinnen und Wähler in Brandenburg straften die CDU gnadenlos ab und machten die Wahlen zu einem Zweikampf zwischen SPD und AfD. Woitke hatte mit einem klugen Schachzug die Bundes-SPD rausgekickt, verbat sich Wahlkampfauftritte des SPD-Kanzlers Scholz. Gerade noch mal gutgegangen. Die CDU hat kategorisch eine Koalition mit den Rechtsextremen abgelehnt. Vermutlich, weil sie einen Buchstaben zu viel im Parteinamen hat.Da die Christdemokraten ja inzwischen sämtliche christlichen Werte über Bord werfen, wäre doch endlich mal ein neues Firmenetikett angesagt. Statt Christlich-Demokratische-Union (CDU) einfach DU – Deutsche Union. Die DU wäre ohne Probleme koalitionsfähig mit der AfD. Alle christlichen Werte und Ideale sind inzwischen der Hetze anheimgefallen. Juhu - Mehrheit in Brandenburg. Wenn die ehemals sozialen Demokraten dann nicht doch noch die schöne Sarah ins Boot holen. Dann würde es knapp für links reichen. Na ja, je nach Wahlausgang kann man doch mal die Inhalte zurechtschustern. Und das Firmenschild frisieren. Dann sind auch KoalitionspartnerInnen zu finden.
  • 2309. Rasenmäher-Eltern schaden ihren Kindern

    01:50||Season 3, Ep. 2309
    240923PC: RasenmäherelternMensch Mahler am 23.09.2024Rasenmäher-Eltern trainieren sie ihren Kindern Versagensängste an – ohne es zu wollen. Eine Expertin erklärt, was sich hinter der Erziehungsmethode „Rasenmäher-Eltern“ verbirgt.Abschlepper-Eltern und Rasenmäher-Eltern haben eines gemeinsam: Sie wollen das Beste für ihr Kind. Doch genau das kann problematisch werden. „Nämlich dann, wenn Eltern wie ein Rasenmäher alle Hindernisse im Leben ihres Kindes umpflügen“, sagt die Psychologin und Pädagogin Jenny Grant Rankin. „Solche Rasenmäher-Eltern sind schädlich für ihre Kinder“, warnt sie. Der Begriff komme daher, dass Rasenmäher-Eltern (engl. lawnmower parents) „alles stehen und liegen lassen“ würden, sogar die Arbeit, um zu Hause vergessene Hausaufgaben zu holen und sie dem Kind schnell in die Schule zu bringen. Doch was ist daran so bedenklich? „Wenn wir unsere Kinder erziehen, sollte unsere Aufgabe als Eltern darin bestehen, sie auf eine Zukunft ohne uns vorzubereiten.“ Eltern sollten ihrem Nachwuchs nur „Orientierung geben“, sagt Jenny Grant Rankin.„Kinder sollten lernen, mit Problemen umzugehen und selbständig Entscheidungen zu treffen, ohne dass sich ihre Eltern einmischen“.  „Rasenmäher-Eltern können bei ihren Kindern Ängste auslösen“, sagt Rankin, denn sie würden nicht lernen, mit Niederlagen umzugehen und entwickeln deswegen als Erwachsene eher Depressionen oder Angststörungen. Rasenmäher-Eltern zu sein habe also „erhebliche Auswirkungen“, die lange anhielten, auch Jahrzehnte nachdem die Kinder schon aus dem Haus seien.Es bewahrheitet sich immer wieder: Das Gegenteil von gut ist gemeint. Liebe Eltern, sucht euch eine andere Beschäftigung, damit Eure Kinder sich selbstständig entwickeln können. 
  • 2009. Lasst sie in Ruhe!

    02:06||Season 3, Ep. 2009
    Lange habe ich das Foto angeschaut - fasziniert, neugierig, voyeuristisch? Ein paar fast unbekleidete Männer mit langen dunklen Haaren stehen an einem Flussufer, irgendwo in der Welt. Es ist das Beweisfoto, das im Juli in den Zeitungen auftauchte: Die Mashco Piro, ein »Unkontaktiertes« Volk nähert sich einem Dorf in Peru. Sie gelten als größtes isoliertes Volk der Welt. Dutzende von ihnen haben sich auch in einem Holzfällergebiet gezeigt. Wer hat das Foto gemacht? Eine Drohne? Aus einem Flugzeug heraus? Veröffentlicht hat es die Menschenrechtsorganisation Survival International. Nicht, um uns etwas Exotisches zu zeigen, sondern um zu warnen: Wenn sich so viele der Mashco Piro aus ihrem Gebiet wagen und sogar Kontakt zu Dorfbewohnern suchen, ist es ein Alarmsignal. Denn verschiedene Interessen stehen ihrer gewollten Isolation im Weg: Holzabbau, Ölgesellschaften, Viehzucht, Goldsuche, Straßenbau. Und schon ganz früher und teils noch heute machen sich Missionare auf den Weg zu ihnen. Erzwungener Kontakt kann aber durch Krankheitskeime tödlich für sie sein, in jedem Falle ist er unmoralisch. Laut Survival International sind diese Völker, von denen es rund 100 weltweit gibt, allein etwa 50 in Peru, die bedrohtesten Gemeinschaften dieser Erde. Sie vor Mord und Landraub zu schützen, schützt auch uns: Indigene Völker sind die besten Wächter der Natur, und Belege zeigen, dass indigene Gebiete die beste Barriere gegen Abholzung darstellen. Wenn Sie mehr drüber wissen möchten, in einem eindrücklichen Video mit der Schauspielerin Katharina Wackernagel wird mit 5 Mythen über diese Völker aufgeklärt. Zu finden auf www.survivalinternational.de
  • 1909. Zeit ist knapp

    01:49||Season 3, Ep. 1909
    Mal eben abends noch in eine Ausstellung mit moderner Kunst, ohne Eintritt, ohne Schlange stehen, ohne große Planung vorher: das ist möglich beim Pionierkonzept: ‚Zeit ist knapp‘ oder auch „Zentrum für internationale Künste", das temporären Leerstand nutzt und Räume kulturell belebt. So zum Beispiel seit einiger Zeit hier in Berlin. Auf einer ganzen Etage im Schloßstraßencenter, dort, wo früher die Billigmode von Primark verkauft wurde, stehen fantastische Skulpturen, hängen Bilder, gibt es eine große Bühne mit Musik oder DJ und auch eine Bar. Kinder rollen auf Inlinern oder Skateboards durch den riesigen Raum. Überall, auch in den Ecken und ehemaligen Umkleidekabinen gibt es was zu sehen. Für mich ein Wohlfühlort, den ich mal zufällig entdeckt habe und den wir nun schon einige Male besucht haben. Eine win-win-Situation: Noch unbekannte Künstlerinnen und Künstler bekommen die Chance, ihre Werke zu zeigen und wir kommen in den Genuss, diese zu sehen. Und riesige Räume stehen nicht einfach leer. Wer finanziert das? Ich weiß es nicht, vielleicht Spenden. Das Ziel der Veranstalter von ZiK ist es, Zwischenraumnutzung als Nachhaltigkeitsmodell für Immobilienbesitzer und Projektentwickler zu etablieren. Zeit ist knapp. Der Name ist Programm! Doch irgendwann ist es leider auch wieder vorbei. Die temporäre Kunst in Steglitz ist nur noch bis Ende Oktober zu sehen. Immer Mittwoch bis Samstag ab 17 Uhr. Besuch lohnt sich.
  • 1809. Den Boden bereitet

    01:28||Season 3, Ep. 1809
    Seit vielen Jahren jogge ich und das am liebsten auf dem Sportplatz hier bei uns um die Ecke in Berlin Steglitz. Inmitten von Grün, oft ganz alleine oder mit ein paar Mitläufern oder in der Mitte wird Fußball gespielt. Ich renne, höre Musik und zähle die Bahnen. Da es immer 400 m sind, weiß ich am Ende wieviel ich gelaufen bin. Niemand stört mich, ich muss an keiner Straße warten und kein Hund rennt mir entgegen. In diesem Sommer aber wird gebaut, unser Sportplatz bekommt wohl den Kunstrasen der Fanmeile. Also wochenlang kein Sportplatz, aber Moment: gleich nebenan ist der Steglitzer TK, ein Hockeyverein. Der hat einen noch schöneren Platz mit einer gepolsterten Laufbahn drumherum! Habe gefragt und: klar könne ich dort laufen. Hier bin ich nun morgens immer ganz alleine unterwegs, genieße die Ruhe und diesen weichen Untergrund – fantastisch! Was mir vor allem gefällt, ist das Unkomplizierte, Unbürokratische. Einfach mal fragen, einfach ja sagen und keine Gründe hervorkramen, warum das nicht ginge. Danke an die Hockeyabteilung vom altehrwürdigen Steglitzer Tennis Klub 1913!
  • 1609. Hamdi Ulukaya überwindet Hürden der Integration

    02:05||Season 3, Ep. 1609
    Deutsche Sprache – schwere Sprache! Das fällt einem natürlich als Muttersprachler nicht auf. Allerdings spätestens dann, wenn man es unterrichtet. Vor einigen Jahren habe ich Deutschkurse für Geflüchtete gegeben, die halbe Welt saß vor mir. Kaum jemand konnte Englisch, die meisten haben noch dazu andere Schriftzeichen, sowie auch die Menschen aus der Ukraine. Vielleicht müssen wir uns davon lösen, dass Leute mindestens Sprachniveau B1 oder B2 haben müssen, um hier arbeiten zu dürfen. Allein 1400 ukrainische Ärztinnen und Ärzte sind hier im Wartestand. Wir bräuchten sie dringend und sie möchten auch arbeiten. Es scheitert oft an den Sprachkenntnissen. Andere europäische Länder sind da lockerer und haben wesentlich mehr Flüchtlinge in Arbeit gebracht. Der US-Milliardär Hamdi Ulukaya engagiert sich schon lange, Immigranten zu beschäftigen. Hürden, wie etwa die Sprache oder ein fehlendes Auto werden überwunden, z.B. mit einem Busshuttle. In seinem großen Unternehmen, das Käse und Joghurt herstellt, werden 26 Sprachen gesprochen. Es funktioniert; die Mitarbeiter seien überdurchschnittlich loyal und motiviert. Ulukaya dankte es ihnen, indem er ihnen Aktien für das erfolgreiche Unternehmen geschenkt hat. Und da er selbst als Kurde in der Türkei geboren wurde, ist ihm die Integration von Immigranten auch ein politisches Anliegen. Schon 2016 gründete er Tent Partnership for Refugees, eine Organisation, die Betriebe berät, diese Integration zu leisten. Auch dies mit großem Erfolg und inzwischen auch hier in Deutschland. Bravo, Hamdi Ulukaya! Vielleicht probiere ich mal einen seiner Joghurts, Chobani heißen die.
  • 1309. Wahlprüfsteine 5: Innere Sicherheit / Migration

    01:44||Season 3, Ep. 1309
    240913PC Wahlcheck 5: Innere Sicherheit/MigrationMensch Mahler am 13.09.2024Ja, liebe Grüne, ich bin dankbar, dass ihr Euch weiter für das in der Verfassung garantierte Asylrecht einsetzt – nachdem sich die anderen Parteien von der AfD vor sich hertreiben lassen.Nein, liebe Ricarda Lang, es geht trotzdem nicht, sich am Wahlabend vor die Kameras zu stellen und dreist zu behaupten, dass Migration nicht das Thema ist, das die Menschen in unserem Land vordringlich bewegt.Seit dem Wahlerfolg der Rechtsradikalen herrscht hektisches Treiben in Berlin. Auf einmal befleißigen sich alle Parteien, das Thema Migration mit aller Schärfe vorantreiben zu wollen. Vor Friederich dem Wüterich ist nicht einmal das Grundgesetz sicher.Ja, es stimmt: es muss mehr für die innere Sicherheit getan werden. Dies nun aber allein auf den Asyl-Suchenden abzuladen, ist billig. Ja, Ausländer jeder Couleur verüben in Deutschland überdurchschnittlich viele Straftaten. Das hat viele Gründe: Zusammensetzung nach Alter und Geschlecht, Lebensbedingungen, die Straftaten wahrscheinlicher werden lassen, Arbeitsverbot, Antisemitismus, radikaler Islam, Armut in den Herkunftsländern.Jetzt einfach mit dem groben Rechen über alle zu gehen, die keine Bio-Deutschen sind, hat etwas von finsterstem Faschismus. Natürlich müssen Maßnahmen ergriffen werden wie Kontrollen bei der Einreise, Abschieben von Straftätern, Verhandlungen mit den Herkunftsländern, Ernstnehmen des Dublin-Abkommens.Nur eines darf nicht passieren: dass die bunte Republik Deutschland stirbt, indem man auf alles eindrischt, was nicht eindeutig deutsch ist. Das hatten wir schon mal – und das wollen wir nie wieder, Frau Weidel und Herr März.