Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

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Den Sorgen davonlaufen

Season 220923, Ep. 2309

Mehr als 42 km rennen am Stück – das ist ein Marathon und das ist auch der Berlin-Marathon jetzt am Sonntag. Mein Respekt für die 45 000 erwarteten Teilnehmer ist grenzenlos. Mein lieber Kollege Thorsten Wittke hat bereits 9 Mal teilgenommen – wow! Ich selbst hatte als Kind nicht viel mit Sport am Hut und hab das Laufen erst mit Mitte 40 für mich entdeckt. Ansporn war damals der AVON-Frauenlauf, überglücklich war ich, als ich die 10 km geschafft hatte und viele solcher Läufe folgten. Weiter geht mein Ehrgeiz nicht, aber das Laufen ist seither ein fester Bestandteil meines Lebens. Wer es körperlich kann, weil keine Knie- oder Rückenprobleme hindern, dem kann ich es nur empfehlen, egal in welchem Alter. Ein phantastischer Sport, gerade in diesen schlimmen Zeiten. Die Nachrichten tun weh, also loslaufen und den Kopf buchstäblich frei kriegen oder mit ganz anderen Ideen oder Gedanken füllen. Bei mir funktioniert es jedes Mal, auch wenn ich nur ein paar Runden auf dem Sportplatz drehe. Wenn Sie mitten in der Stadt wohnen, fahren Sie mit dem Rad zum nächsten Park und laufen erst dort los. Man braucht keine teure Ausrüstung, gut passende Laufschuhe und fertig. Die Strecke, die Geschwindigkeit, jede und jeder wie er mag. Neben der Seele freuen sich natürlich auch das Herz-Kreislaufsystem und die Muskulatur. Am Sonntag werde ich aber wieder nur am Straßenrand stehen, Tränen der Rührung in den Augen, weil ich mich so sehr mitfreue. Junge und alte Menschen von überallher ziehen da in einem steten Strom an uns vorüber, für jeden möchte man klatschen. Und eine große Portion Stolz auf meine so oft geschmähte Stadt schwingt auch noch mit. Am Sonntag also Auf die Plätze - fertig - los !

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11/28/2022

Heal the world

Season 221128, Ep. 2811
221128PC Heal the world – Mensch Mahler am 28.11.2022Wir sind nicht Better Place. Wir sind eudim – eine vergleichsweise kleine Stiftung, die in den letzten 33 Jahren dennoch einiges bewegt hat. Euer Überfluss diene ihrem Mangel lautet unser Motto. Was wir zu viel haben, haben andere zu wenig. Also Ausgleich. Immerhin 373 Projekte in der ganzen Welt konnten wir unterstützen – mir knapp 2 Millionen Euro. Wir sind ein wenig stolz, weil wir das alles im Ehrenamt schaffen. Am Wochenende konnte wir vier Projekte unterstützen: einen Frauennotruf, Eine Schule in Uganda und Armenspeisungen in Aleppo und die Ausbildung von Frauen im Männerberuf Solartechnik in Malawi.  Mit geht   Better Place immer im Kopf herum. Daran ist nicht die Crowd-Funding Plattform in Berlin schuld, sondern Michael Jackson.Er geht mit im Kopf herum: Hook: Heal the WorldMake it a better placeFor you and for me, and the entire human raceThere are people dyingIf you care enough for the livingMake a better place for you and for meEs gibt einen Platz in deinem HerzenUnd ich weiß, dass es Liebe istUnd dieser PlatzKönnte viel heller sein als morgen.Und wenn du es wirklich versuchstWirst du feststellen dass du nicht zu weinen brauchstAn diesem Ort wirst duWeder Schmerzen noch Sorgen habenEs gibt Wege das zu erreichenWenn du genug tust im LebenDann schaffe dir etwas RaumUnd mach daraus einen besseren OrtIch könnte es nicht besser ausdrücken als Michale Jackson, was mich antreibt und mein Herz berührt: Mache einen besseren Platz für einige Menschen. Für sie verändert sich die ganze Welt. Hook: Heal the WorldMake it a better placeFor you and for me, and the entire human raceThere are people dyingIf you care enough for the livingMake a better place for you and for meWollen sie uns beim arbeiten zusehen? www.eudim.de ist unsere Homepage. 
11/25/2022

Die Gaspreisbremse ist unsozial

Season 221125, Ep. 2511
221124PC Die Gaspreisbremse ist unsozial. Mensch Mahler am 24.11.2022 Die Gaspreisbremse ist da. 90 Milliarden Euro will die Bundesregierung für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen bis 2024 ausgeben. Das ist viel Geld, das schnell und unbürokratisch helfen soll. Die traurige Wahrheit ist jedoch, dass das die soziale Krise nicht stoppen wird, sondern die größte Last nach wie vor auf den Menschen liegt, die wenig Einkommen, einen geringen Verbrauch und keinen Schutzmechanismus haben. So wird die Gaspreisbremse die soziale Schieflage verschärfen. Denn die Gaspreisbremse einen Konstruktionsfehler: Sie setzt weiter primär auf den Preis. Essenzielle Einrichtungen wie Krankenhäuser oder Supermärkte sollen oberste Priorität, Bürgerinnen und Bürger die zweite Priorität und alle anderen Unternehmen die dritte und niedrigste Priorität haben. Fazit: Bei Wohlhabenden ist das Einsparpotenzial am größten.Die Logik ist klar: Der Preismechanismus verteilt eben nicht automatisch knappe Energie nach dieser Priorität. Ein Autokonzern hat größere Kaufkraft und die Fähigkeit, höhere Energiekosten auf Kunden umzulegen, anders als ein Krankenhaus, ein Supermarkt oder eine Rentnerin.  Der Gaspreisdeckel bricht mit diesem Prinzip der Solidarität und der Absicherung der verletzlichsten Gruppen. Die Bundesregierung verlässt sich fast ausschließlich auf den Preismechanismus, um knappes Gas und Strom zu verteilen. Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger werden sehr ähnlich entlastet, indem sie für die ersten 70 beziehungsweise 80 Prozent des Verbrauchs circa zwölf Cent pro Kilowattstunde Gas und Fernwärme zahlen müssen. Wobei Unternehmen noch stärker bevorzugt werden, da sie weitere Einsparungen für viel Geld im Markt weiterverkaufen und den Ertrag behalten dürfen – Bürger jedoch nicht. 
11/24/2022

Kulturelles Arschkriechen im Namen der Toleranz

221124PC Kulturelles Arschkriechen im Namen der Toleranz. Mensch Mahler am 24.11.2022 In Katar gehen polizeiliche Religionswächter Fußballtouristinnen in den Stadien and die Wäsche und zählen die Farbstreifen auf den knappsitzenden T-Shirts und schauen, ob sie daraus eine Regenbogenfahne basteln können. Dann kriegt die Touristin ein Problem, wovon Stadionverbot noch das geringste ist. In der Türkei geht Erdogan immer offener und brutaler gegen Christen und Kirchen vor. So tolerant und weltoffen gegen unsere arabisch-muslimischen Freunde mit unseren Werten und unserer Kultur um, während wir ihnen in den Arsch kriechen und das für Toleranz gegenüber anderen Kulturen und Religionen halten. In Wirklichkeit sind es schlecht getarnte Wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen. Kulturstaatsministerin Claudia Roth von den Grünen hat indes ganz andere Sorgen. Sie hat die Idee bestärkt, eine umstrittene Inschrift an der Kuppel des Berliner Schlosses, seit zwei Jahren Sitz des Humboldt-Forums, zeitweise in einem Kunstprojekt zu überblenden. Bei der als Spruchband um die Kuppel gelegte Inschrift handelt es sich um zusammengesetzte Bibelverse, die seit Längerem heftig diskutiert werden. Die Unions-Bundestagsfraktion hatte Roth nun vorgeworfen, das Bibelzitat verhüllen zu wollen. Roth korrigierte daraufhin: Das Projekt sehe eine "temporäre Überblendung der rekonstruierten Inschrift mit alternativen, kommentierenden und reflektierenden Texten vor“. Ach Claudia, was haben wir vor 8 Jahren schön Wahlkampf in Hellersdorf zusammen gemacht. Jetzt halt den Ball mal flach. Das ist ein Denkmal und die Aussagen der Kaiser Zeit stehen für sich und sind keine politischen Statements der toleranten und weltoffenen Bundesrepublik. Bring mich bitte nicht dazu, doch noch CDU-Wähler zu werden!