Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

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Das Ende des Nationalismus

Season 220808, Ep. 808

 220808PC

Nothing to kill or die for. Mensch Mahler am 08.08.2022

Was kann die Welt bzw. die Menschheit noch retten? frage ich mich in den Chaos-Tagen im Sommer 2022. Ich glaube nicht mehr daran, dass irgendeine Regierungsform uns wirklich in die Zukunft führen kann. Auch keine Religion oder Ideologie. Nachdem ich aus Nicaragua zurückgekehrt bin, im Jahr 1987, wo ich mich solidarisch mit dem Volk für einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz eingesetzt habe, womit wir gescheitert sind, nachdem ich so manches durch habe und reumütig zur Demokratie als der besten aller schlechten Regierungsformen zurückgekehrt bin, bin ich heute unsicherer und ratloser als je zuvor.

Demokratie – die Macht des Volkes. Wir haben schmerzlich erfahren müssen, dass die Mehrheit eines Volkes richtig üble Entscheidungen trifft. Der nationale Egoismus macht alle Bemühungen um eine globale Lösung unserer Überlebensprobleme zunichte. Bündnisse wie die EU oder die NATO vertreten die Interessen einzelner Völker und sind auch nicht auf das große Ganze fokussiert. Völker, die diktatorisch geführt werden, verhelfen lediglich einer Herrscher-Kaste zum größtmöglichen Vorteil. Weder dem eigenen Volk noch der Weltgemeinschaft als Ganzer. 

Bleiben die Vereinten Nationen. Aber nicht, solange einzelne Staaten Sperrminoritäten ausüben dürfen und die Beschlüsse offensichtlich nicht einmal für die Mitgliedsstaaten bindet sind.

Die Hoffnung bleibt, dass die Weltgemeinschaft angesichts der existentiellen Probleme des gesamten Globus sich dazu durchringt, die UN mit Macht und Mandat auszustatten. Damit sie kein zahnloser Tiger bleibt. 






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9/21/2022

Werbung wirkt leider doch

Season 220921, Ep. 2109
Jedes Kind zwischen drei und dreizehn Jahren sieht pro Tag im Schnitt 15 Werbespots für ungesunde Lebensmittel. Und dass ungesunde Ernährung eine der Hauptursachen für die Ausbreitung von Übergewicht und Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen ist, ist bekannt. Mehr als 300 Kinder- und Jugendärzte haben am Montag ein Verbot von «Junkfood»-Werbung gefordert. wenden sich an Bundesernährungsminister Cem Özdemir und fordern ein Gesetz, das Kindermarketing für ungesunde Lebensmittel umfassend beschränken soll. Foodwatch und weitere Organisationen haben sich angeschlossen. Das ist das Eine. Doch auch der umgekehrte Ansatz ist wichtig: jungen Menschen so früh wie möglich etwas über gesunde Ernährung zu erzählen, mit ihnen zu kochen. Ja, die Schulen sind aus mehreren Gründen überlastet, es fehlen Lehrkräfte allerorten und doch sollte das Wissen über gesunde Ernährung und später so etwas wie Haushaltsführung ein Schulfach sein – durchgehend. Das würde sich lohnen. Jedes übergewichtige Kind ist ein zukünftiger kranker Erwachsener – Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen. So drastisch formulieren es Experten. Andere, wie der Autor Martin Rücker, sprechen von verborgenem Hunger, auch in unserem gut ernährten Land. Denn auch übergewichtigen Kindern fehlen oft wichtige Nährstoffe und dies wirkt sich letztlich auch auf ihr Fortkommen in der Schule aus. Alles wissenschaftlich nachgewiesen. Bücher, auch tolle Kochbücher gibt es genug, es braucht Menschen, die in den Schulen über das Essen reden, das müssen nicht unbedingt Lehrerinnen und Lehrer sein!