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Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne
Die tägliche Podcast Kolumne mit Journalist Günter Mahler
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430. Der Frosch und das Wasser
02:01||Season 5, Ep. 430260430PC Buschi will FreiheitMensch Mahler am 30.4.2026Menschen mit Down-Syndrom gehören zu meinem Leben. 1973 habe ich ein freiwillig-soziales Jahr in Bayern absolviert. Ich war in einer Einrichtung für körperlich und geistig eingeschränkte Menschen und schwererziehbare Jugendliche. Unter den 60 Bewohnern des Hauses waren eine Reihe von Männern mit Trisomie 21. Ich habe sie von Anfang an ins Herz geschlossen wegen ihrer Unmittelbarkeit und Ehrlichkeit. Das erste Kind meiner Tochter kam mit Trisomie 21 zur Welt. Ich habe sehr viel Freude und Spaß mit meiner Enkelin. Inklusive Filme und Theaterstücke mit Dartstellerinnen mit Down-Syndrom liebe ich. Heute kommt ein neuer in die Kinos. Die bekanntesten Filme mit Menschen mit Einschränkungen werden von Schauspielprofis wie Dustin Hofmann in „Rain Man“ oder Leonardo die Caprio in „Gilbert Grape“ in Szene gesetzt. Im Film „Wochenendrebellen“ spielt Cecilio Andresen sehr überzeugend einen autistischen Jungen. „Der Frosch und das Wasser“ von Regisseur Thomas Stuber hat diesmal keinen Schauspieler der einen Behinderten spielt in der Hauptrolle. Buschi wird von Aladdin Detlefsen gespielt, der auch im echten Leben Trisomie 21 hat. Und das macht diesen Film ganz besonders wertvoll und sehenswert. Buschi will Freiheit wie alle anderen auch. Ich kenne diese Problematik. Meine Enkelin ist jetzt 14. Und sie will auch eine Familie haben. Vier Kinder will sie. Wie geht man mit dem Freiheitswunsch von behinderten Menschen um? Wie können sie Sexualität und Nähe leben? Im Film der „Frosch und das Wasser“ schenkt Regisseur Thomas Stuber dem nicht behinderten Hideo, dem Freund von Stefan und Stefan alias Buschi selbst eine schöne, gemeinsame Zukunft. So einfach und selbstverständlich wie hier bleibt sie aber ein Märchen.
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429. Pressefreiheit in Gefahr?
02:14||Season 5, Ep. 429260429PC Pressefreiheit in Gefahr?Mensch Mahler am 29.4.2026Im aktuellen Ranking für Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen rutscht Deutschland das dritte Jahr in Folge weiter nach unten auf den nunmehr 21. Platz von 180 Ländern. Es steht damit nicht nur wie seit jeher hinter skandinavischen Staaten, sondern auch ein südeuropäisches Land wie Portugal oder mittelamerikanische Länder wie Costa Rica oder Jamaika gelten als freiheitlicher. Ist unsere Medienfreiheit in Deutschland in Gefahr? Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für Staat und Gesellschaft und wie lässt sich die Platzierung im internationalen Vergleich einordnen? Generell darf man hier Entwarnung geben. Hauptursache für die Einschränkungen der Pressefreiheit in Deutschland ist die steigende Zahl von Übergriffen auf JournalistInnen vor allem in Ostdeutschland. Diese Tendenz ist besorgniserregend und weist darauf hin, dass Polizei und Behörden gegen rechtsextremistische Gewalttaten zum Teil nicht konsequent genug vorgehen.Die Medien in Deutschland genießen aber noch immer ein hohes Maß an Vertrauen und gelten zwei Dritteln der Deutschen als eine wichtige demokratische Institution.Gleichwohl gilt es, die rechtsextremen Angriffe auf die Medien in etablierten Demokratien genau im Auge zu behalten. Gerade diese Kräfte, die sich stets auf radikale Meinungsfreiheit berufen, sind es, die durch Angriffe auf Medien die Medien- und Pressefreiheit gefährden. Die USA, das Ursprungsland der modernen Medien und Öffentlichkeit, stehen Ranking nur auf Rang 42 und damit weit hinter Deutschland. Angriffe auf JournalistInnen durch rechte Kreise wurden in diesem Land in der Ära des Präsidenten Donald Trump durch seinen autoritären Feldzug gegen die sogenannten „Fake-News-Medien“ sogar von ganz oben geadelt. Eine weitere wesentliche Ursache der Abwertung der USA liegt in der enormen ökonomischen Krise der US-Medien, die, anders als hierzulande, unter einem massenhaften Vertrauensverlust leiden, was nicht zuletzt der völlig entsicherten und tendenziösen Berichterstattung von Nachrichtensendern wie Fox-News (in den Händen des Milliardärs Rupert Murdoch) zu verdanken ist.
428. Die Bahn kriegt es einfach nicht gebacken
02:11||Season 5, Ep. 428260428PC Die Bahn ist eine ZumutungMensch Mahler am 28.4.2026Jahrzehntelang hat sich die Bahn dem ADAC und der Automobillobby gebeugt und der Schiene nicht den Vorrang vor der Straße gegeben. Jetzt haben wir den Salat: Die Strecken und die Bahnhöfe sind Sanierungsfälle, wegen Verbesserungen müssen ständig Strecken gesperrt werden. Durch die Einführung des Deutschlandtickets hat die Anzahl der Bahnfahrerinnen zugenommen. Und: Immer mehr Reisende wollen ihr Rad dabeihaben, weil sie mit der Bahn zu ihren Ausflugszielen oder zu ihrem Arbeitsplatz fahren wollen. Das ist super und politisch mehr als gewollt. Genauso wie beim Umstieg auf Elektromobilität ist die Infrastruktur aber grottig. Ein kleines Beispiel: Vorgestern fuhr ich mit der Bahn nach Baiersbronn und zurück. Die Grünen und der Allgemeine Fahrradclub Deutschland hatten eingeladen zu einer tollen Ausfahrt in den Nationalpark nördlicher Schwarzwald. Frohgemut machte ich mich um 6 Uhr in der Früh in Bad Urach auf die Reise – Fahrrad in den Zug und ab nach Tübingen. Dort die erste Pleite: der Zug hatte Verspätung, der Anschlusszug war weg. Also raste ich mit dem Bike die 30 KM in etwas mehr als einer Stunde zum nächsten Bahnhof in der Nähe von Horb am Neckar. Dort bekam ich Anschluss bis nach Freudenstadt. Die restlichen 9 Kilometer nach Baiersbronn durfte ich dann – wieder in einem Affentempo - mit dem Rad fahren. Ich habe die Gruppe mit wenigen Minuten Rückstand erreicht.Die Rückfahrt war auch ein Abenteuer. Auf der geplanten Strecke für gar nichts, also mit der Straßenbahn von Freudenstadt nach Karlsruhe. Knapp 2 Stunden. In Karlsruhe war nur unter dem Einsatz aller legalen Mittel ein Zutritt mit Rad möglich. Die Hälfte der wartenden auf dem Bahnsteig konnten gar nicht einsteigen. In Stuttgart: Anschlusszug nach Tübingen weg. Den nächsten genommen – eine Stunde Wartezeit – in Metzingen war dann der Anschluss nach Urach weg. Also die letzten 10 Kilometer wieder pedalieren. Um 21 Uhr war ich zu Hause. Absolut fix und alle – aber nicht vom Radeln, sondern weil die Bahn es einfach nicht auf die Reihe kriegt.
427. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
02:04||Season 5, Ep. 427260427PC Berlin, Berlin, wir fahren nach BerlinMensch Mahler am 27.4.2026Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! hallte es letzte Woche aus 10tausenden Kehlen durch die ausverkaufte MHP-Arena. In der letzten Minute der Nachspielzeit hat es der Titelverteidiger VfB Stuttgart ins Finale im Olympiastadion in der Hauptstadt geschafft. Am 23. Mai ist es so weit: Finale im DFB-Pokal. Berlin ist zum Slogan und zum Sehnsuchtsort aller Fußballfans geworden. Einmal mit seinem Lieblingsverein in der Hauptstadt beim Endspiel dabei sein, das ist zwar nicht ganz so wie nach Mekka pilgern, aber das Pokalfinale ist schon das Hochamt des deutschen Fußballes.Im Olympiastadion würden doch die Berliner Vereine im Wohnzimmer von Hertha gerne mal wieder auflaufen. Das ist erst zweimal gelungen – und es ist lange her. 1993 verloren die Hertha Amateure gegen Bayer Leverkusen. 2001 zog Eisern Union gegen Schalke 04 den Kürzeren.Jetzt wieder mal die Bayern, klar. Die wollen unbedingt das Triple: Meisterschaft, Champions-League und Pokal. Und sie sind stark, spielen sozusagen in einer anderen Liga. Titelverteidiger VfB Stuttgart sieht trotzdem eine Chance, den Pott wieder von der Spree an den Neckar zu holen. Zum einen hat der Pokal seine eigenen Gesetze. Zum anderen verbindet Sebastien Hoeneß viel mit Berlin. Letztes Jahr der größte Erfolg des Fußballlehrers aus einer großen Kicker-Familie. Vater Dieter Hoeneß feierte mit Hertha viele Erfolge. Zwischen 1997 und 2009 war er Manager bei der Hertha. Zwischen 2001 und 2006 sowie von 2007 bis 2010 spielte Sebastian Hoeneß für die Berliner.Berlin – für viele ein Sehnsuchtsort. Und für Sebastian Hoeneß ganz besonders. Am 23. Mai werden die Bayern und die Schwaben die Hauptstadt fluten – hoffentlich wird es ein Fußballfest ohne Randale. Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin!
424. Kassenpatient? Pech gehabt!
01:43||Season 5, Ep. 424260424PC Kassenpatient? Pech gehabtMensch Mahler am 24.4.2026Mein Freund ist schwer erkrankt. Burn-Out, Depression, seit 4 Monaten arbeitsunfähig. Mein Freund hat ein Problem: er ist Kassenpatient. Obwohl er ganz dringend eine Behandlung braucht, am besten stationär, steht er bis heute auf einer Warteliste für den Psychiater. An Psychotherapie kann er nicht einmal denken. Kassenpatienten können – egal welche Fachrichtung – ein Lied davon singen. Termine werden, selbst bei Akuterkrankungen – in 3-4 Monaten vergeben – wenn man Glück hat. Die Gründe hierfür sind mannigfaltig: Ärztemangel, Überlastung durch die demografische Entwicklung, seit der Corona-Pandemie ist die Anzahl der behandlungsbedürftigen psychisch erkrankten Kinder und Jugendlicher sprunghaft angestiegen. Eine Gesundheitsreform jagt die andere, die Finanzierung durch die Kassen funktioniert schon lange nicht mehr. Mahlers Vorschlag zur Reform der Reform: schafft endlich das 2-Klassen System ab. Alle Bürgerinnen und Bürger im Land haben das Recht auf die bestmögliche Behandlung, und das möglichst zeitnah. Stattet die gesetzlichen Kassen mit genügend Kapital aus, dass der Gleichheitsgrundsatz hier gewahrt werden kann. Und: Die Ärzte müssen auch bei den gesetzlichen Kassen eine Rechnung schreiben und ihre Leistung den Patientinnen gegenüber sauber dokumentieren. Ein drittes: Hört mit dem Unfug auf, dass Therapeutinnen nur zugelassen werden, wenn sie die klassische Ausbildung haben. Ich bekomme immer sofort einen Termin, weil ich Selbstzahler bin und es mir leisten kann. Schluss damit!
423. Die Rende is sischer?
02:08||Season 5, Ep. 423260423PC Die Rende is sischer – für wen?Mensch Mahler am 23.4.2026Der Kanzler verkündet mit dramatischen Worten und tiefbetroffener Miene, dass die Renten in Deutschland nicht mehr finanzierbar sind. Alle sollen sich um mehr betriebliche und private Vorsorge kümmern, die Staatskassen bzw. die BfA werden das einfach nicht mehr stemmen können. Meldung 1: Gleichzeitig schlagen die Pflegekassen Alarm: Die Pflege wird sich drastisch verteuern. So stark, dass es für Normalverdiener nicht mehr möglich sein wird, die Pflege im Heim zu stemmen. Meldung 2: Rentenanpassung 2026: Renten steigen im Juli um 4,24 Prozent. Meldung 3: Die Pensionen sollen drastisch steigen. In der Besoldungsgruppe A4 sogar um bis zu 14,6 Prozent – dreimal so viel Steigerung gegenüber den gesetzlichen Renten – bei ohnehin schon üppiger Ausstattung der Staatsbeamten.Meldung 4: Die Diäten der Bundestagsabgeordneten steigen zum 1. Juli 2026 automatisch um 4,2 Prozent. Dies entspricht einer Erhöhung um etwa 497 Euro im Monat, wodurch die Brutto-Grundentschädigung auf 12.330 Euro ansteigt. Die Anpassung erfolgt jährlich basierend auf der Lohnentwicklung laut Statistischem Bundesamt. Klartext: Die Politiker lassen es sich raus, nehmen die Inflation volle Suppe mit, obwohl sie Bestverdiener im Mittelstand sind. Die Beamten nehmen sich das dreifache gegenüber Politikern und Normalos. Die Pflege und die gesetzliche Rente sind nicht mehr finanzierbar. Braucht es hierfür noch irgendeinen Kommentar? Nein. Alleiniger Trost: die Linke und hört -hört auch die AfD plädieren für einen freiwilligen Verzicht auf die Diätenerhöhung. Ansonsten: Selbstbedienungsladen Deutschland für Staatsbedienstete. Auf Kosten derer, die ohnehin schon bluten und in Zukunft verarmen werden, wenn sie alt und krank werden. Armes Deutschland.
422. Kriegsopfer in Deutschland und Europa
01:35||Season 5, Ep. 422260422PC Kriegsopfer in DeutschlandMensch Mahler am 22.4.2026Wir haben aus der Corona Pandemie Logistik gelernt. Wie sonst wäre es möglich gewesen, dass inzwischen 1.800 Kriegsversehrte aus der Ukraine in deutschen Krankenhäusern versorgt worden sind – Tendenz steigend? Die Aktion „Kleeblatt“ wurde während der Pandemie entwickelt und verteilt schwerkranke Kriegsopfer mittels einer ausgeklügelten Logistik in Europa und eben auch in Deutschland.Neu ist die Idee nicht: Schon in früheren Jahrzehnten wurden Kriegsopfer in Deutschland behandelt. Zum Beispiel aus Asien. Die Aktion Friedensdorf holt zum Beispiel verletzte Kinder nach Deutschland. Hier werden sie in Krankenhäusern versorgt und später auch in Reha-Einrichtungen nachbehandelt. Sie kommen meist allein, aus Kostengründen. Hier sind sie hilflos, beherrschen die Sprache nicht, sind einsam und traurig.Meine Frau ist Krankenschwester. Eine Kollegin hat es sich zur Aufgabe gemacht, sich ehrenamtlich um die Kinder zu kümmern. Sie begleitet sie engmaschig während des Aufenthaltes im Krankenhaus. Und auch danach – bis zu ihrer Heimreise. Sie begleitet die Kleinen im Alltag, geht mit ihnen Eisessen, unternimmt etwas mit Ihnen.Wieder ein Beispiel, was durch Ehrenamt möglich ist. Und aktuell auch durch den „wesentlichen Baustein der humanitären Unterstützung Deutschlands“ für die Opfer von Kriegen und Katastrophen in aller Welt.