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BTS | Behind the Scenes | Der Personal Branding, Marketing und Business Podcast
Behind Marks Feinkost mit den Gründern Cornelius Dornier und Kaspar Triller: Zwischen Oase und Schnellboot
In dieser Folge von Behind the Scenes geht es an einen Ort, der in München längst Kultstatus hat: Marks Feinkost am Kufsteiner Platz, ein Delikatessenhaus mit Bistro, das von vielen Gästen als echte Oase inmitten der Stadt beschrieben wird.
Zu Gast sind Kaspar und Cornelius, die Betreiber hinter Marks, die aus einem traditionsreichen Feinkostladen von 1964 ein lebendiges Gesamtkonzept aus Delikatessenhandel, Bistrobetrieb, Office-Catering und Events aufgebaut haben. Sie erzählen, wie Cornelius das marode Geschäft entdeckte, warum aus einer vermeintlichen „Schnapsidee“ ein erfolgreiches Unternehmen wurde und wieso Kaspar vom dualen Studium im Luxus-Catering und einem Philosophiestudium in Wien schließlich hinter der Theke in Bogenhausen gelandet ist.
Du erfährst, wie die beiden sich gefunden haben – vom ersten Projektauftrag über den Moment, in dem aus einem Dreimonatsvertrag eine langfristige Partnerschaft wurde, bis hin zur Entscheidung, Kaspar zum Gesellschafter zu machen. Dabei sprechen sie offen über Vertrauen, gemeinsame Werte, Konflikte und darüber, weshalb echte Freundschaft im Unternehmertum vor allem in Krisenzeiten sichtbar wird.
Ein großer Teil des Gesprächs dreht sich um die Frage, wie man einen Ort schafft, an dem sich Menschen „wie zu Hause“ fühlen: über Teamkultur, außergewöhnlich stabile Belegschaft, gelebte Wertschätzung und das Bewusstsein, dass Architektur und schöne Produkte allein nicht reichen, wenn die Seele des Ladens – die Menschen – fehlt. Kaspar und Cornelius erklären, warum sie ihr Team als ihr wichtigstes Kapital sehen und weshalb jede Personalentscheidung, jede Geste der Großzügigkeit und jeder Kontakt mit Gästen Teil dieser Philosophie ist.
Natürlich geht es auch um gescheiterte Experimente und Learnings: von Cold-Brew-Kaffee, der nach „Katzenpisse“ schmeckte, über aufwendig entwickelte Automatenkonzepte für Kanzleien, die in der Praxis scheiterten, bis hin zu Wachstumsstrategien, die sich im Nachhinein als Übermut herausstellten. Aus diesen Erfahrungen entstand der Entschluss, den „Werkseinstellung“-Knopf zu drücken, kleiner und fokussierter zu denken und das Unternehmen gesund profitabel zu machen, statt um jeden Preis zu wachsen.
Ein weiteres Thema: Wie Marks Feinkost durch Corona ging – ohne staatliche Hilfen, aber mit einem starken Netzwerk aus Stammkunden, Nachbarn und Partnern. Die beiden berichten, wie sich ihr Blick auf Verantwortung, Unternehmertum und Gemeinsinn in dieser Zeit verändert hat, warum Werte wie Zuverlässigkeit, Präsenz und Demut heute eine noch größere Rolle spielen und wieso sie sich eher als „Schnellboot“ denn als großer Tanker sehen.
Wenn du wissen willst, wie man einen Feinkostladen in eine Institution verwandelt, was radikale Kundenorientierung praktisch bedeutet und welche Rolle biografische Brüche, Bauchentscheidungen und Humor dabei spielen, wird dich dieses Gespräch inspirieren. Perfekt für alle, die Gastronomie, gutes Essen, Unternehmertum und echte Geschichten aus dem echten Leben lieben
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84. Behind Rose Bikes mit Director Product & Brand Anatol Sostmann: Vom Katalog-Versand zur Design-Ikone
01:14:05||Season 2, Ep. 841907 Bocholt. Ein Fahrradhandel. Sommer Fahrräder, Winter Kachelöfen und Nähmaschinen. Ende der 70er der Rose-Katalog: 800.000 Auflage, 1.000 Seiten, das Radsport-Shopping-Medium schlechthin. Mail Order aus dem Karteikasten unter der Kasse. Erwin Rose sollte bei der ZEG Rennräder spezifizieren, bringt italienische Stahlrahmen und wird abgekanzelt: unverkäuflich. Missverständnis: Erwin macht Räder für ernsthaften Radsport, ZEG will massentauglich. "Ich mache das, wofür ich stehe", sagt Erwin und eröffnet eine Radsport-Boutique. Custom-Made für Kunden, die 100, 150 Kilometer anreisen.80er Nishiki Generallizenz Europa, 90er/2000er Red Bull – nicht der Energy Drink, eigene Marke mit Open Mold Rahmen aus Taiwan und Kanada. 2008 kommen Anwälte. Red Bull Austria will alle Nizza-Klassen. Marke wird abgekauft, Switch zu Rose Bikes.Anatol Soestmann: Betriebswirt, Radsportler, 2008/2009 München Startup-Inkubator. 2010/2011 Track Bicycle Schweiz, Post-Lance-Armstrong-Ära. Posterboy gefallen, Marke muss neu verbunden werden. "Marketing interessierte mich, 10 bis 20 Stunden pro Woche auf dem Rad. Zu einem gewissen Teil verblendet, aber auf fitte Art." Fünf Jahre Track, Presscamps weltweit.2016 Frau schwanger, zurück NRW. Rose ambivalent: "D2C-Geschäftsmodell, das alle wollten. Aber angestaubtes Image." Bewerbung: "Geschäftsmodell ist Zukunft. Müssen schönere Fahrräder machen, zeitgemäßer vermarkten. Dann doppelt so viele." Heute viermal so viel.Problem 2016: Magazine entwickeln Testbriefe. Rose entwickelt aufs Lastenheft: Magazintest Note 1. "Problem: Du verhinderst Innovation. Testbrief gleich geblieben, wir stecken Millionen in Entwicklung."Anatol startet Head of Marketing. Drei Jahre: Logo gestreamlined, Color und Graphics verändert, minimalistische Linie. Seit acht Jahren Design Gen München. Sieben Jahre her Director Product & Brand, gesamter Wandel: patriarchisch zu Management geführt, klassisch zu Experience-Based Design.Teams jetzt in Erlebnissen organisiert. Tribes: Brand Manager, Produkt Manager, Marketing Manager, Content Manager, Communications Manager, Grafik Designer in einem Team. Radsport-Experiences: Race (Wettkämpfer), Adventure (Abenteurer), Adrenalin (Wagemutige). Urban: Comfort, Utility, Statement. Experience Codes: Bedürfnisstrukturen emotional wecken ohne Worte. Nur übers Produkt, Bild, Bewegtbild.2014, 107 Jahre nach Gründung, erster Store München. Acht Jahre Pause, dann Köln, Berlin, Hamburg. Jede Millionenstadt erschlossen. Bis 2019 Custom-Made Einzelradmontage, gedeckelt 20.000 Fahrräder. Heute viermal so viele, drei Viertel Umsatz daraus. Einzelradmontage verlassen, Marke skalieren.Anatols Mantra: "Gleichgewicht sehr wichtig. Zero esoterisch, eher kybernetisch. Kreisläufe funktionieren. Anspannung und Entspannung leben. Gutes Design ist nicht im Gleichgewicht – es IST Gleichgewicht."Key Learnings:• 119 Jahre: Von Kachelöfen zu Carbon • Experience-Based Design: Teams in Erlebnissen statt Kategorien • Tribes statt Hierarchie: Interdisziplinär Race/Adventure/Adrenalin • Testbrief verhindert Innovation • D2C-Geschäftsmodell: Marke direkt an Kunden • Design IST Gleichgewicht • Angestaubt zu Love Brand in 10 JahrenPerfekt für: Designer, Produktmanager, Marketer, Radsportler, Transformations-Interessierte.Zitat:"Mir ist Gleichgewicht sehr wichtig. Zero esoterisch, eher kybernetisch. Kreisläufe müssen funktionieren. Gutes Design ist nicht im Gleichgewicht – es IST Gleichgewicht." – Anatol Soestmann
83. BTS Curated mit der Band Deine Freunde
01:26:29||Season 2, Ep. 8313 Jahre, 150 Songs, 500 Konzerte – und niemand außerhalb der Family-Bubble kennt sieMax hat zum ersten Mal eine Band im Podcast: Deine Freunde. Lukas, Pauli, Flo – 13 Jahre Musik für Familien. 50/50 Eltern und Kinder. Ausverkaufte Hallen. 10.000 Menschen. Außerhalb der Family-Bubble kennt sie niemand. "Die perfekte Art von Berühmtheit."Die SchnapsideeLukas und Pauli: "Great Paluka" – "erfolglos, aber mit Liebe". Flo bei Echt, Pauli 24 Jahre DJ bei Fettes Brot. Flo arbeitete mit Kindern drei bis zwölf."Paulis Beats – Kinder sind darauf viel mehr angesprungen. Die Musik gab es nicht: die so klingt und Texte hat, die ihre Lebenswirklichkeit abbilden."Erstes Treffen St. Pauli. Direkt "Schokolade" – größter Hit. "Unser Nordby Nature."Erstes Konzert: Hinterhof Hamburg, Palettenbühne, 40-50 Leute. "Eltern hatten voll Bock."Die harten JahreStadtfeste: "Leute zum Stehenbleiben bringen." Werbeagentur Berlin: "3.000 Euro, für jeden einen Kaui, erstes Mal. Auf Balkon gespielt, hat keinen interessiert."Österreich: acht Tickets. "Backstage: Machen wir das? Dann komplett Show durchgezogen."Der Awakening: FamilienAlbum zwei: "Eltern nicht hinten an Bar, sondern voll dabei."Elternlieder: "Elternvertreterwahl Kita. Ein, zwei Songs pro Album für Eltern. Kinder singen mit."DMs: "Meine Kinder zu alt, kann ich alleine kommen?" – "Natürlich."Die Parallelwelt"Leute ohne Kinder checken uns nicht. Perfekte Berühmtheit: Familien kennen uns, außerhalb niemand. Unbehelligt durch Alltag."Stefan Raab, Sesamstraße, 1Live Krone, Echo (Jahr der Abschaffung), Lollapalooza, Elbphilharmonie, Tollwood 10.000."Journalist: 'Karriere-Höhepunkt Elbphilharmonie.' Dabei spielen wir dreimal Stadtpark Hamburg – 15.000 Tickets. Pixar-Film ist auch nicht nur Kinderunterhaltung."Kinder wollen tanzenMax: "Kindergärten, Kitas – legen Grundstein. Pädagogische Mitarbeiter nicht honoriert. Schießen uns ins Bein."Flo: "Kinder haben keinen Bock zu sitzen. Lieben tanzen. Warum nehmen wir Bewegung weg?"Lösung: Kinderbereich vor Bühne. "Polizeiabsperrband. 3.000 Kinder. Dahinter Speckgürtel Eltern. Tanzen gelöst – sehen andere Kinder."Schwere ThemenChecker Tobi Tod und Sterben: "Früher: Thema nicht anfassen. Aber Kinder haben Grundinteresse. Brennt in denen."Max' Vater: Schlaganfall, Amnesieanfälle. Ostern: "Mutter: 'Schaff Noah weg.' Ich: 'Müssen ihm erklären.'"Deine Freunde: "Zwischendurch Überforderung vor Kindern zeigen – nicht alles wissen. Pädagogisch wertvoll.""Auf den Dächern": Fußbälle auf Dächer. "Vordergründig Fußbälle. Nicht plakativ. In Zwischentönen."Kreative Freiheit"Kein Radioredakteur. Nicht am Nabel der Zeit. Jetzt Disco, jetzt Country. Basis immer Hip-Hop."Ein Wochenende: Stefanie Hertel Rundfunk. Dann Fusion – "300 Nachtruppen, Pupillen groß." Jetzt Orchester.Das BusinessLukas schneidet Videos. Pauli vertont Hörspiele. Flo inszeniert Theater. "Kommt immer aus uns. Muss sich richtig anfühlen.""Verzichtet auf Sachen, die Großes versprochen hätten. Passt nicht. Wenn was von uns kommt, 100% dahinter."Eigenes Label. "Zwei, drei Jahre rumgedacht. Gut genug vorbereitet. Beste Entscheidung."Meeting – nach 13 Jahren. "Damit nichts überfällt. Zurück zur Kreativität."LearningPauli: "Letztes Jahr sehr krank. Erste Mal in 13 Jahren zwei Konzerte absagen. Totales Kopf-Chaos.""Welle der Liebe. 'Gute Besserung.' Es gibt Lösung mit offener Kommunikation."Flo: "Genug Zeit für Familie. Nicht Leben lang Erfolg hinterherlaufen und feststellen: Fuck, zu viel hinten übergefallen."Lukas: "Wenn was Neues. Sehr schnell raus, wenn sich wiederholt. Hörspiel, Orchester, Gesangsunterricht – immer neue Herausforderungen."Die Zukunft150 Lieder, acht Alben, drei Hörspiele, Buch, Podcast, Tony-Figuren, Orchester."Nicht nur Musik. Breit gefächert. Deine-Freunde-Franchise."Rolf Zuckowski: "Ersten Plattenvertrag. Fand krass, dass es nicht nach ihm klang. Spielen ihm jedes neue Album vor – Exklusiv."
82. Behind Schloss Schauenstein mit 3-Michelin-Sterne-Koch und Partner Marcel Skibba: Warum echter Luxus keine Langustinen braucht
59:43||Season 2, Ep. 82Der Küchenchef mit 19 Gault-Millau-Punkten über das Scheitern mit 21, die Kunst der Reduktion, warum Wagyu-Kaviar langweilig ist und weshalb Arroganz in der Sterneküche fehl am Platz istMax reist in die Schweiz – zu einem der stillsten Drei-Sterne-Köche: Marcel Skibba, Küchenchef im Schloss Schauenstein. 19 Gault-Millau-Punkte, drei Michelin-Sterne. Marcel lässt die Kunst sprechen.Mit 21 gescheitertMarcel träumte vom Piloten-Dasein. Mit elf eröffneten die Eltern ein Restaurant. Der passionierte Küchenchef prägte ihn: "Wenn wir frei hatten, sind wir in den Großmarkt, haben Bücher gekauft, coole Sachen eingekauft."Mit 21 übernahm Marcel das Restaurant. "Ich dachte, ich kann es rumreißen." Aber die Region unerschlossen, Winter karg. Nach drei Jahren: keine Bank wollte einen Kredit. Eine sagte: "Wenn du morgen zumachst, kann ich dir übermorgen einen geben."Marcel machte es. Bezahlte alle aus. "Wie fühlte sich das an?" – "Als scheitern. Aber wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste."Der SprungBewerbung bei Sterne-Restaurants. Hotel Dollenberg: ein Stern. Zwei Wochen vorher: zweiter Stern. "Eine Welt brach zusammen. Ich hatte keine Erfahrung, keine Ahnung, ob ich überlebe."Er überlebte. Drei Jahre. Dann La Vie Osnabrück – drei Sterne. Weitere drei Jahre.Die AbsageBewerbung bei Andreas Caminada. Absage – kein Platz. Drei Jahre später: zweiter Versuch mit Freundin. Nach Probearbeiten: "Nicht das Richtige." Sommelier rief an: "Ihr müsst kommen!" Sie überredete Marcel.Von 1.400 Euro zum TeilhaberEinstieg: "1.400 Euro monatlich, keine Miete bezahlt. Mit Kredit nichts übrig. Man lernt kämpfen, sparen. Man lebt asketisch."Stellvertreter, dann Eniv-Restaurant St. Moritz (Sharing-Konzept). Marcel zögerte: "Ich wollte drei Sterne kochen." Machte es trotzdem. Ohne Druck.Ergebnis: zwei Michelin-Sterne für Sharing-Konzept. "Damit hat keiner gerechnet."Andreas: Teilhaber im Schloss. "Die Vergangenheit hat gezeigt, dass er sich auf mich verlassen kann."Luxus neu definieren"Wir kochen nicht mit edlen Produkten. 2015, 2016: regional und saisonal – auf Drei-Sterne-Niveau."Statt Steinbutt, Trüffel, Kaviar: Saibling, Zander, regionales Fleisch. "Wir definieren Luxus neu. Corona zeigte: Zeit ist Luxus. Zeit mit Familie. Sonne genießen."Gerichte: "Raus in den Garten, inspirieren lassen. Sehr reduziert, erwachsen, mit Twist. Sie wirken banal – keine Kochbanane aus Nicaragua – aber man twistet sie dahin, wo man sie gerne hätte."Wagyu-Kaviar ist langweiligMax: "Mich langweilt die Gastronomie. Überall Wagyu mit Kaviar. Reichtum, aber Einfallslosigkeit. Oder 140 Komponenten – das checkt meine Zunge nicht."Marcel: "Steinbutt mit Kaviar braucht nicht viel. Burre drauf, lecker. Sichere Bank. Damit kriegst du jeden. Aber es erzählt keine Geschichte.""Zuchtzander fordert heraus. Andere Aminosäurenstruktur, weniger Umami. Das Produkt so verarbeiten, dass es für sich spricht – ohne es zu vergewaltigen – das ist die Herausforderung."Arroganz? Fehl am PlatzFilm "Im Rausch der Sterne": Koch fehlt "nur Arroganz". Marcel: "Arrogant sein, nie verstanden. Kein Erfolg stellt dich über jemand anderen."Max: "Du bist so humble. In höchster Rangklasse Menschen wie du, am Boden geblieben. Wahnsinn."Die HandschriftMarcel: "Andreas und ich haben uns gemeinsam entwickelt." Max: "Michelin bewertet den Küchenchef. Das bist du. Du bist jeden Tag da. Du bist das Weiterdenken."Andreas: "Du kannst mich besser kopieren als ich dich. Aber wir müssen einen Step weiter." Marcel ist dieser Step.Key Learnings:• Scheitern gehört dazu • Demut schlägt Arroganz • Luxus neu definieren • Regionalität fordert heraus • Reduktion ist Kunst • Eigene Handschrift finden • Vertrauen aufbauenPerfekt für: Foodies, Gastronomen, Köche, Fans authentischer Küche.Zitat der Episode:"Ein Steinbutt mit Kaviar ist eine sichere Bank. Damit kriegst du jeden. Aber es erzählt keine Geschichte – weder über dich noch über dein Restaurant." – Marcel Skibba
81. BTS Curated mit Parloa Co-founder und CEO Malte Kosub
44:26||Season 2, Ep. 81Wie ein Hamburger Serial Entrepreneur mit über 300 Mitarbeitern die Kundenkommunikation revolutioniert, warum sein Personal AI-Agent dich nach 20 Minuten zurückruft und weshalb "die Extrameile kein Ausnahme, sondern Status Quo" sein mussMax empfängt Malte Kosub, CEO von Parloa – über 300 Mitarbeiter, Büros in Berlin, München, New York. Malte war nie angestellt, gründete bereits in der Schulzeit. Vision: Weltmarktführer für AI-Kundenkommunikation aus Deutschland.Vom Musikwettbewerb zu Liebeserklärungen"Talented" – größter Musikwettbewerb für Schulen, 200+ Schulen, Partner wie Sennheiser. Dann "Wandnotiz" – Liebeserklärungen an Städte: Hamburg, Stuttgart (mit Smudo), Ruhrgebiet."Drei Wochen lang zehn Stunden täglich Pakete gepackt." Eines der ersten Unternehmen mit Rechten für Songtexte auf Poster. Verkauft.2017: Her wird RealitätAlexa, Google Assistant, Spracherkennung auf menschlichem Niveau. "Future of Voice" – eine der ersten Conversational AI-Agenturen."Film 'Her' – 2017 Science Fiction. Jetzt sind wir da." Keine Plattform für skalierbare KI. Geburtsstunde Parloa.Dein Personal AI-Agent"Du rufst an: 'Hey Max, upgraden Premium Economy? Ruf in 20 Minuten nochmal an.' Nach einer Sekunde: 'Hey Max, entschieden?' WhatsApp geht auch. Montags ruft er dich an: 'Nur noch ein Platz.'""1-zu-1-Beziehung. Kein Unternehmen konnte sich eine Person pro Kunde leisten. Jetzt kannst du das."Von 30 Sekunden zu Echtzeit2022 Plattform neu. "2022: 30 Sekunden pro Antwort. Funktioniert nicht." Wette auf Large Language Models. "Aufgegangen."Heute: E-Commerce, Versicherungen, Banken, Energie, Reisen. Ideal: 500.000+ Kundeninteraktionen/Jahr.Überraschungen"Ist das für Ältere?" Malte: "Ältere adaptieren extrem schnell, führen lange Gespräche, finden großen Spaß.""Generation unter 20 – Voice ist mit Abstand relevantester Kanal. Revival."Bootstrapped bis Series CLange ohne Kapital. Dann: 2022 Seed, 2023 Series A, 2024 Series B, 2025 Series C. "Alle zwölf Monate." Wendepunkt: November 2022, ChatGPT.Berlin, München, New YorkBerlin: Headquarter. München: Talent (Microsoft, ServiceNow). Westküste? "Neun Stunden Zeitverschiebung – nein." New York: "Bestes KI-Ökosystem."Silicon Valley? "Mag kommen." Asien? "Mehr Büros folgen.""Crazy ist gut"Value: Ambition. Malte: "Wenn andere nicht sagen, ihr seid komplett crazy, ist eure Vision nicht groß genug."Vision: "Weltmarktführer für Gesprächsplattform. Customer Support ist nur Schritt eins. Aus Deutschland global führend."Extrameile = Status QuoMax: "Wir tun uns schwer, Menschen zu finden, die die Extrameile denken." Malte: "Value: 'Going the extra mile is not an exception, it's the status quo.'"Ansatz: "Nicht fragen 'Bist du bereit?' Sondern: Haben sie es letzte Woche gemacht? Beispiele."Reality Check: "Härtester Job deines Lebens. Olympia für Gold. Warum? Woanders weniger arbeiten, mehr verdienen. Dann siehst du in den Augen, ob sie es intrinsisch fühlen."Key Learnings:• Konsistenz und harte Arbeit • Kontinuierliche Neuerfindung • Groß denken – "crazy" ist gut • Extrameile = Status Quo • Fokus ist entscheidend • An sich arbeiten ist Teil des JobsPerfekt für: Gründer mit Visionen, Tech-Interessierte, AI-Fans, HR-Profis, Tech-Believer.Zitat der Episode:"Wenn andere nicht über euch sagen, dass ihr komplett crazy seid, wenn ihr über unsere Visionen redet, dann ist das, was ihr erzählt, nicht groß genug." – Malte KosubHör jetzt rein und erlebe, wie ein deutscher Entrepreneur die Zukunft der Kundenkommunikation baut – mit der Vision, Weltmarktführer zu werden.#BehindTheScenes #BTSPodcast #Parloa #MalteKosub #AI #ArtificialIntelligence #AIAgents #CustomerSupport #Startup #Entrepreneurship #SerialEntrepreneur #TechStartup #GermanStartup #WorldDomination
80. Behind Bündnis 90/Die Grünen mit Bundesvorsitzenden Felix Banaszak: Wie Politik menschlich bleibt
54:34||Season 2, Ep. 80Ein ehrliches Gespräch über Gleichberechtigung, neue Männlichkeitsbilder und warum progressive Politik im Playboy stattfinden mussMax öffnet erstmals die BTS-Bühne für einen Politiker: Felix Banaszak, 36, Co-Vorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen. Die Geschichte eines Mannes, der 2009 mit Lippenpiercing in die Partei eintrat und heute eine der verantwortungsvollsten Positionen innehat.Der Feuerwehrmann aus DuisburgFelix kommt aus dem Duisburger Norden – Wahlkreis mit geringster Wahlbeteiligung bundesweit. Als Teenager: "Was machst du in einer Partei? Da wird man doch korrumpiert." 2009 trat er trotzdem ein.Sein Muster: Er kommt immer in Verantwortung, wenn alles am Boden liegt. 2017 lag der Kreisverband 40.000 Euro verschuldet. Mit 27 wurde er Landesvorsitzender NRW. Bei der Kandidatur: "Nimm mal das Metall aus dem Gesicht." Die Grünen von 12% auf 6,4% abgestürzt.Mit Mona Neubaur: In viereinhalb Jahren auf 18%. Neuer Politikstil – weniger oberlehrerhaft, mehr auf Augenhöhe.Vater oder Parteichef?September 2024: Lang und Nouripour treten zurück. Felix' Tochter war zwei. "Ich hatte mir vorgenommen, anwesender Vater zu sein. Es kommt auf Windeln wechseln an, nicht nur Quality Time."Er mit seiner Frau: "Ich kann das nicht wegen unserer Tochter tun." Sie: "Vielleicht musst du es für sie tun."Mit Franziska Brantner: "Im Zweifel geht Familie vor. Wir halten einander den Rücken frei."Politik im PlayboyFelix gab ein Playboy-Interview über Feminismus. "In der taz lesen das nur die, die zustimmen. Aber wenn ich über toxische Männlichkeit reden will, muss ich dahin, wo die Männer sind."Später: Nachrichten von jungen Männern: "Ich dachte, die Grünen hassen mich. Das hat mich überrascht."Gleichberechtigung ist harte ArbeitMax erzählt von seinem Sohn nach Checker-Tobi: "Warum haben wir die Welt kaputt?" Er kämpft gegen "toxische Männlichkeitsmindsets": "Ich dachte, ich bin gleichberechtigt. Aber wir sind weit weg." Seine Frau wird gefragt, wie sie es mit Kindern schafft – er nie.Felix: "Ich merke jede Woche, dass ich meinen Ansprüchen nicht gerecht werde." Er sagte einer Einladung ab: "Morgen bringe ich meine Tochter ins Bett." Erster Impuls: "Ich habe einen Terminkonflikt."Beide: Millennials haben Druck von beiden Seiten. Aber sie stellen die richtigen Fragen.Verkehrswende aus Liebe zur Freiheit"Wir machen Verkehrswende nicht aus Hass aufs Auto, sondern aus Liebe zur Freiheit – füreinander. Als Autofahrer freue ich mich über Fahrradwege."Er kritisiert: "Eine Familie spart für Mallorca und soll sich schämen? Während andere mit Luxusjachten rumschippern?" Forderung: "Macht Alternativen attraktiv."Bei sich bleibenGrößtes Learning: "Bei sich selbst bleiben. Man ist am stärksten im Einklang mit seinen Werten."Ricarda Lang: "Ich war ein Sprechroboter. Ich habe mich verloren." Felix: Das passiert mir nicht.Key Learnings:• Politik ist kein gradliniger Weg • Beste Lösungen entstehen in Krisen • Familie ist keine Verhandlungsmasse • Gleichberechtigung beginnt bei eigenen Mustern • Progressive Politik muss raus aus der Komfortzone • Authentisch bleiben ist alternativlosPerfekt für: Junge Menschen mit Politikinteresse, Väter und Mütter im Gleichberechtigungskampf, alle an neuen Männlichkeitsbildern Interessierten.Zitat der Episode:"Ich kann das doch nicht wegen unserer Tochter tun." – "Vielleicht musst du es für sie tun."Hör jetzt rein und erlebe einen Parteichef, der nicht nur über Veränderung spricht, sondern sie lebt – auch wenn's wehtut.
79. Behind Brabus mit CEO Constantin Buschmann: One Second Wow
01:10:48||Season 2, Ep. 79In dieser außergewöhnlichen Folge öffnet Constantin Buschmann die Türen zu einer Welt, die die meisten nur von außen kennen: Brabus. Was viele nicht wissen – hinter der Luxusmarke, die für PS-Monster und millionenschwere Custom-Cars steht, steckt eine Geschichte über Verantwortung, Transformation und den Mut, komplett neue Wege zu gehen.Was dich in dieser Folge erwartet:🚗 One Second Wow: Wie Constantin die gesamte Unternehmensphilosophie von Brabus neu definierte – weg vom "größten OEM-unabhängigen Mercedes-Tuner", hin zu einer Marke, die in einer Sekunde begeistern muss💡 Die Transformation: Von reiner Automotive-Expertise zu Booten, Motorrädern, Fashion Shows und einer eigenen Amazon Prime Serie – wie und warum Brabus zum Lifestyle-Universum wurde⚡ Energie vs. Souveränität: Die zentrale Balance im Unternehmerleben – warum eine Marke "knistern" muss, aber gleichzeitig absolute Souveränität braucht, um zu bestehen👥 Führen mit Milly: Der ehrliche Einblick, wie es wirklich ist, mit der Partnerin zusammenzuarbeiten – die Härte, die Herausforderungen und warum es trotzdem die beste Entscheidung war🎬 Hinter den Kulissen der Serie: Warum Constantin sich für die Amazon-Dokumentation entschied, obwohl alle abrieten – und wie Authentizität zur wichtigsten Währung wurde🔥 Scheuklappen abbauen: Wie das Team bei Brabus lernte, anders zu denken – von weißen Fliesenböden mit Fugen bis zu weltweiten Fashion Shows für AutosBesondere Momente:Der "Funkenfänger": Warum Unternehmer Ideen einfangen müssen, bevor sie verfliegen – und wie eine zufällige Begegnung in einem Club zur Amazon-Serie führteTTB (Time to Broke): Constantin's Erkenntnis, dass Risiko und Erfolg immer parallel wachsen – und es keinen goldenen Löffel im Keller gibtDie Realität von 200+ Reisetagen: Wie das Paar mit dem Spannungsfeld zwischen Beziehung, Familie und absolutem Business-Fokus umgehtWarum "good enough" manchmal die einzige realistische Option ist – auch wenn man eigentlich nur Perfektion willDer Unterschied zwischen Meinungsfreiheit und Grenzüberschreitung: Wie Constantin und Milly mit Hasskommentaren und sogar Morddrohungen umgehenConstantin's wichtigste Learnings:"Du kannst nur entweder in die Verantwortung gehen oder rausgehen – der Halbzustand tötet das Unternehmen""Wachstum passiert nur außerhalb der Komfortzone" (und das Team leidet darunter)"Klarheit, Konsequenz und Verantwortung sind die Währungen der Unternehmensführung – nicht Geld""Gutes Design polarisiert immer""The best is yet to come"Diese Folge ist für alle, die verstehen wollen:Wie echter Luxus entsteht und was "One Second Wow" wirklich bedeutetWarum Diversität unbequem ist – und genau deshalb so wichtigWie man eine traditionsreiche Marke transformiert, ohne die DNA zu verlierenWas es bedeutet, jeden Tag mit 500 Mitarbeitern und deren Familien Verantwortung zu tragenWarum Streit in der Sache essenziell ist, persönliche Angriffe aber nie toleriert werden dürfenDie Realität des Unternehmertums:Constantin spricht schonungslos offen über die Schattenseiten: Das Gefühl, mit eineinhalb Füßen im Burnout zu stehen. Die Unmöglichkeit, wirklich abzuschalten. Der ständige Spagat zwischen kreativer Energie und kaufmännischer Verantwortung. Und die Erkenntnis, dass man jeden Tag aufstehen muss – weil es sonst niemand für einen tut.Warum diese Folge besonders ist:Max trifft einen Unternehmer, der nicht nur über Erfolg spricht, sondern auch über die Momente, in denen die Achterbahn kopfüber stehen bleibt. Der erklärt, warum Deutschland stolz sein kann auf solche Marken. Und der zeigt, dass echte Authentizität bedeutet, die gleichen Werte auf allen Kanälen zu leben – ob YouTube, Instagram oder Amazon Prime.Shownotes:Brabus: www.brabus.com"One Second Wow" – Die Serie ab 6. Februar auf Amazon PrimeBrabus Fashion ShowFollow Constantin & Milly auf InstagramSpoiler: Das ist nur Teil 1 – Constantin kommt definitiv wieder!Viel Spaß mit dieser intensiven, ehrlichen und inspirierenden Folge!Dein Max
78. Behind Leica mit Global Director Corporate Communications Johannes Winter: 100 Jahre Präzision
01:10:59||Season 2, Ep. 78In dieser Episode empfängt Max Ostermeier Johannes Winter, Global Director Corporate Communications bei Leica. Das Gespräch bietet einen faszinierenden Einblick in eine Marke, die seit über 100 Jahren für Präzision, Authentizität und fotografische Exzellenz steht. Johannes Winter, 52, gelernter Jurist und seit Januar 2024 bei Leica, erzählt von der bewegten Geschichte – vom Erfinder der 35mm-Kleinbildkamera bis zur globalen Marke mit 90% Auslandsumsatz. Besonders eindrucksvoll: Er transportierte die Kamera Nummer 126, die erste erfolgreiche Kleinbildkamera der Welt, persönlich im Handgepäck nach New York – unbezahlbare Fotogeschichte in einer Pappschachtel.Die digitale Krise2005 stand Leica kurz vor dem Aus. Die Digitalfotografie war eine existenzielle Bedrohung – technische Probleme machten es schwierig, Sensoren in traditionelle Gehäuse zu integrieren. Die Rettung: Dr. Andreas Kaufmann übertrug die Markenwerte mit strategischem Weitblick in die digitale Welt. Die M9 schrieb 2009 erneut Kamerageschichte.Authentizität im KI-ZeitalterDie M11P war weltweit die erste Kamera mit Content-Authenticity-Chip (C2PA), der lückenlos dokumentiert, wann ein Foto aufgenommen wurde, von wem und welche Änderungen vorgenommen wurden. Winters Vision: "Es wird das Human-Made-Logo geben – wie heute das Bio-Siegel."Reduktion als PhilosophieDie M-Kamera verzichtet bewusst auf Videofunktion und Autofokus. "Wir haben die Hälfte der Menüpunkte wie die Konkurrenz, aber die gleichen Funktionen", erklärt Winter. Reduktion als Stärke, nicht Schwäche.Persönliche Reise14 Jahre bei Condor, inklusive der dramatischen Insolvenz 2019. "Das Team und ich sind an unsere Grenzen gekommen." Diese Erfahrung prägte seinen Führungsstil: offene Feedback-Kultur und die Überzeugung, dass Wachstum nur außerhalb der Komfortzone passiert.100 Jahre LeicaMit zwei Wochen Vorlaufzeit entwickelte Winter 2024 eine globale Kommunikationsstrategie, die 450 Millionen Menschen erreichte – Äquivalenzwert im zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Die Herausforderung: dezentrale Märkte unter ein strategisches Dach bringen.Community statt Kunden"Leica ist eine Community Brand." Um 120 Monobrand-Stores weltweit hat sich eine globale Gemeinschaft gebildet. Die Zusammenarbeit mit Fotografen wie Steve McCurry ist authentisch – sie lieben die Produkte, nicht die Bezahlung.Die Smartphone-Strategie überzeugt: Die Leica Lux App greift Signale direkt an der Hardware ab und emuliert ikonische Objektive. "Ein Einstieg, der den Weg zur echten Leica ebnet."Werte, die bleibenMitarbeiter in zweiter und dritter Generation, Karrieren von 40 Jahren. Max' Beobachtung: "Bei Leica sind die Menschen dankbar, für diese Marke arbeiten zu dürfen."Key Learnings:• Authentizität wird zum Luxusgut in der KI-Welt • Reduktion schafft Differenzierung • Krisenbewältigung durch Werte statt Kompromisse • Community entsteht durch Authentizität • Wachstum passiert außerhalb der Komfortzone • Globale Strategie braucht lokale FreiheitPerfekt für: Fotografen, Kommunikationsprofis, Unternehmer, Marketer und alle, die deutsche Ingenieurskunst schätzen.#BehindTheScenes #BTSPodcast #Leica #Fotografie #Authentizität #KI #Kommunikation #Markenstrategie
77. Behind 3 Michelin Stars mit Jan Hartwig: Kritik, Kontrolle, Kreativität
01:08:50||Season 2, Ep. 77In dieser Episode von Behind the Scenes spricht Max mit Drei-Sterne-Koch Jan Hartwig, der als Eigentümer und Küchenchef seines Restaurants „Jan“ in München im Museumsquartier seinen Traum vom eigenen Haus lebt. Jan beschreibt, wie er nach vielen Stationen nun in seinem eigenen Restaurant nicht nur am Herd steht, sondern zugleich Gastgeber, HR-Verantwortlicher, Sales-Mann und Unternehmer in Personalunion ist.Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der Begriff Perfektion: Jan erzählt, dass er seit 26 Jahren kocht, sich in seinem beruflichen Umfeld extrem sicher fühlt und sein Arbeitsumfeld so gestaltet hat, dass Abläufe möglichst kontrollierbar sind – vom Fisch filetieren „mit verbundenen Augen“ bis zu eingespielten Teamstrukturen. Gleichzeitig betont er, dass es absolute Perfektion nicht gibt und dass der eigentliche Maßstab ist, wie man mit Fehlern umgeht, sie reflektiert, einsieht und sich entschuldigt.Max und Jan sprechen darüber, wie hart sowohl eigene Ansprüche als auch die Erwartungshaltungen von Gästen sein können. Jan schildert, wie Gäste manchmal ihren eigenen schlechten Tag – ein misslungenes Date, ein schwieriges Geschäftsessen – auf ein Gericht projizieren, weil das der einfachste gemeinsame Nenner für Frust ist. Max ermutigt ihn, auf „die wenigen Unzufriedenen“ weniger Gewicht zu legen, und Jan ergänzt, dass ihm bei vielen Menschen Demut und Reflexion fehlen.Besonders persönlich wird die Folge, wenn Jan von seiner zweijährigen Tochter erzählt. Er beschreibt, wie sie ihm mit der „Brechstange“ beibringt, Kontrolle abzugeben, sich auf unplanbare Situationen einzulassen und in kleinen Momenten – etwa wenn sie morgens den Rollo öffnet und ihm die Augen zuhält, weil es zu hell ist – echte Perfektion zu erkennen. Max und Jan arbeiten heraus, dass Perfektion im Zwischenmenschlichen durchaus existieren kann: in Geburtsmomenten, in der Begegnung mit einem geliebten Menschen oder in der Übergabe der drei Sterne, während die selbst gesetzten Maßstäbe in der Küche immer unerreichbar bleiben und gerade deshalb Antrieb sind.Für Hörerinnen und Hörer, die sich für Fine Dining, Leadership, mentale Seiten von Spitzenleistung und die Balance zwischen Anspruch und Menschlichkeit interessieren, bietet diese Folge einen selten offenen Blick in das Innenleben eines der besten Köche Deutschlands.
76. Behind hitschies mit CEO Philip Hitschler-Becker: Von Ufos bis McFlurry
57:18||Season 2, Ep. 76In dieser Episode von Behind the Scenes spricht Max mit Philip Hitschler-Becker, der das Traditionsunternehmen hitschies in vierter Generation führt und aus einem klassischen Süßwarenhersteller eine digitale Lovebrand gemacht hat. Das Unternehmen produziert seit 1929 Süßigkeiten wie hitschies-Schnüre, Ufos und Drachenzungen, sitzt an der Kölner Stadtgrenze in Hürth und vertreibt seine Produkte heute bereits in 46 Länder weltweit.Philip erzählt Max, wie das Unternehmen lange im Überlebensmodus war, bevor etwa vier Jahre nach seinem Einstieg der Turnaround gelang und sich die Dynamik hin zu Wachstum, Kreativität und Experimentierfreude drehte. Ein herausragendes Beispiel ist die Kooperation mit McDonald’s: Nach anderthalb Jahren Entwicklung einer Rezeptur mit Soße, Säure und Produktkomponenten entstand ein McFlurry mit gefriergetrockneten hitschies, der auf TikTok zum Hype wurde. Laut Philip war zeitweise „jedes vierte TikTok“ dieses Produkt, die Rekordzahlen führten dazu, dass der McFlurry regelmäßig schon mittags ausverkauft war.Ein Schwerpunkt der Folge liegt auf Social Media und Personal Branding: Philip beschreibt im Gespräch mit Max, wie hitschies ohne nennenswertes klassisches Marketingbudget durch organisches Wachstum und eine konsequente Community-Arbeit auf TikTok, Instagram, YouTube und LinkedIn gewachsen ist. Die beiden arbeiten gemeinsam die These „Menschen folgen Menschen“ heraus, Philip erklärt, warum er sein eigenes Profil „Philip Hitschler“ geöffnet hat, sich als Gesicht der Marke positioniert und heute auf jeder Packung abgebildet ist.Die Episode beleuchtet auch persönliche Motive und Verantwortung: Philip berichtet Max, wie es ist, zusammen mit seinen Geschwistern ein Familienunternehmen zu führen, was es bedeutet, Arbeitsplätze zu sichern und gleichzeitig mutig neue Wege zu gehen. Dazu gehören Projekte wie der hitschies-Porsche, dessen Geschichte er ausgehend von einem alten Spielzeugauto seines Großvaters bis zum real folierten Wagen für die Süßwarenmesse erzählt – ein Symbol dafür, wann aus „nur Geld verdienen müssen“ wieder „Spaß und Kreativität ausleben“ werden kann.Für Hörerinnen und Hörer, die sich für Markenaufbau, organisches Social Media Marketing, Familienunternehmertum und den Spannungsbogen zwischen Tradition und digitaler Sichtbarkeit interessieren, bietet diese Folge mit Max und Philip einen sehr ehrlichen und inspirierenden Blick hinter die Kulissen von hitschies.