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Never Mind – Psychologie in 15 Minuten
LIVE-PODCAST: Wie der Job unseren Selbstwert formt
Warum kann ein einziges Meeting unseren ganzen Tag verändern? Weshalb fühlt sich ein Lob manchmal so gut an? Und warum trifft uns Kritik oft viel stärker, als wir zugeben würden?
In dieser Live-Podcast-Folge von Never Mind, aufgenommen im Mai 2026 auf dem Business Insider New Work Summit, sprechen wir mit der Persönlichkeitspsychologin Prof. Dr. Anne Reitz über die Frage, wie Arbeit unseren Selbstwert beeinflusst. Auf Basis aktueller Forschung erklärt sie, warum unser Selbstwert viel dynamischer ist, als viele denken, welche Rolle Feedback, Anerkennung und Zugehörigkeit spielen und weshalb berufliche Übergänge wie der erste Job, ein Jobwechsel oder Arbeitslosigkeit unser Selbstbild nachhaltig prägen können.
Außerdem geht es darum, warum kleine Alltagserlebnisse oft mehr Wirkung haben als große Karriereschritte, wie die Geschichten, die wir uns über unsere Arbeit erzählen, unseren Selbstwert formen und weshalb manche Menschen Krisen besser bewältigen als andere.
Darüber sprechen wir in dieser Folge:
- Was Selbstwert eigentlich ist, und warum er gleichzeitig stabil und veränderbar sein kann.
- Warum unser Selbstwert im Arbeitsalltag ständig auf soziale Signale reagiert.
- Welche Jobmomente unser Selbstwertgefühl stärken oder schwächen.
- Weshalb Feedback oft viel tiefer wirkt als reine Leistungsbewertung.
- Die Bedeutung von Kompetenz, Zugehörigkeit, Autonomie und Anerkennung.
- Warum Jobwechsel, Berufseinstieg und Arbeitslosigkeit zu den wichtigsten Wendepunkten für den Selbstwert gehören.
- Wie persönliche Geschichten und innere Narrative unser Selbstbild beeinflussen.
- Warum manche Menschen trotz Krisen psychisch stabil bleiben.
- Was Unternehmen tun können, um Mitarbeitende zu stärken.
- Welche Verantwortung jede und jeder Einzelne für den eigenen Selbstwert trägt.
Take-away der Folge
Der Selbstwert entsteht und verändert sich durch unsere Erfahrungen, Beziehungen und Arbeitskontexte. Gerade deshalb können wir ihn aktiv mitgestalten: als Einzelne, als Führungskräfte und als Organisationen.
Über den Gast
Prof. Dr. Anne Reitz erforscht an der Universität Greifswald, wie sich Persönlichkeit, Identität und Wohlbefinden im Laufe des Lebens entwickeln. Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Zusammenspiel von Arbeit, Lebensübergängen und Selbstwert. In ihren Studien untersucht sie unter anderem, wie soziale Interaktionen, Feedback, Anerkennung und psychologische Grundbedürfnisse unser Erleben im Alltag beeinflussen und welche Faktoren Menschen dabei helfen, auch in herausfordernden Phasen resilient zu bleiben.
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188. Krise beim Partner: Wie viel muss ich mittragen?
37:54||Ep. 188Wenn der Mensch, den du liebst, in einer Krise steckt und dauerhaft nicht mehr so kann wie früher, verändert das oft auch dein eigenes Leben. Du übernimmst mehr, gemeinsame Pläne richten sich nach seinem Befinden oder seiner Gesundheit – und irgendwann fragst du dich vielleicht: Darf ich eigentlich erschöpft sein, obwohl es meinem Partner objektiv schlechter geht?In dieser Folge sprechen Fanny und Berni darüber, wie Paare mit einer Krise oder chronischen Erkrankung umgehen können, ohne dass aus Partnerschaft irgendwann nur noch Versorgung wird. Wie viel Ungleichheit darf eine Beziehung aushalten? Darf der gesunde Partner Dinge tun, die dem anderen nicht mehr möglich sind? Welche Erwartungen sind trotz Krankheit legitim? Und was, wenn man merkt: Ich liebe diesen Menschen, aber ich will so nicht mehr weitermachen?Studien:Hou et al. (2025): Dyadic coping and relationship satisfaction among couples with a chronic illness: A meta-analytical actor-partner interdependence model.Weitkamp et al. (2021): Dyadic Coping in Couples Facing Chronic Physical Illness: A Systematic Review.Kowal et al. (2021): Disability as an Interpersonal Experience: A Systematic Review on Dyadic Challenges and Dyadic Coping When One Partner Has a Chronic Physical or Sensory Impairment.Shrout, Weigel & Laurenceau (2024): Couples and concealable chronic illness: Investigating couples' communication, coping, and relational well-being over time.
187. Ich nehme alles persönlich, was tun?
15:51||Ep. 187Nimmst du vieles sehr persönlich? Die Chefin schreibt ungewöhnlich knapp, eine Freundin meldet sich nicht, der Partner ist schlecht gelaunt – und sofort denkst du: Was habe ich falsch gemacht? In dieser Folge geht es darum, warum manche Menschen mehrdeutige Signale schnell auf sich beziehen, welche Rolle die sogenannte Zurückweisungssensibilität und Grübeln dabei spielen. Es geht darum, warum sich unsere erste Interpretation so oft wie die Wahrheit anfühlt. Und darum, mit welchen Fragen man wieder etwas Abstand bekommt, bevor man sich rechtfertigt, entschuldigt oder zurückzieht.Studien:Downey & Feldman (1996): Implications of rejection sensitivity for intimate relationships.Gao et al. (2017): Associations between rejection sensitivity and mental health outcomes: A meta-analytic review.Mor & Inbar (2009): Rejection sensitivity and schema-congruent information processing biases.Gilovich, Medvec & Savitsky (2000): The spotlight effect in social judgment.Stewart, Sorid & Olino (2026): Rumination and Rejection Sensitivity: A Meta-Analysis.Guo (2022): Reflect on emotional events from an observer's perspective: a meta-analysis of experimental studies.
186. Live-Podcast: Die Psychologie des Tradings
45:18||Ep. 186Mehr Börsenwissen führt automatisch zu besseren Entscheidungen. Wer seine Emotionen kennt, handelt rationaler. Und bei Verlusten ist Nichtstun meistens die beste Strategie. Klingt alles plausibel – stimmt alles aber nur teilweise. Denn am Finanzmarkt spielt die Psychologie eine größere Rolle, als viele Menschen glauben.In dieser live aufgezeichneten Folge vom Alles auf Aktien-Summit spricht Fanny mit der Trading- und Investmentpsychologin Julia Thiele darüber, was selbst erfahrene Trader und Investoren aus dem Takt bringt:Wann wird aus einem Verlust Rache-Trading?Warum können Gewinnserien gefährlicher sein als Niederlagen?Welche Rolle spielen Gier, Selbstüberschätzung und Persönlichkeit?Wie unterscheidet man eine gute Entscheidung von einem guten Ergebnis?Und welche Regeln helfen, um die schwierigste Variable an der Börse gut zu steuern: uns selbst ? Gemeinsam zeigen die beiden, wie psychologisches Risikomanagement praktisch funktioniert – und warum Erfahrung allein nicht vor schlechten Entscheidungen schützt. Eine Folge über .Wenn ihr euch für Money Psychology grundsätzlich interessiert, hört auch gern in diese Never Mind-Folgen rein:Money Psychology: Woher deine Beziehung zu Geld kommtMoney Psychology: 3 typische Mindsets und wie ihr sie ändertMoney Psychology: Warum Geld in Beziehungen oft zum Problem wirdMoney Psychology: als Paar eine Finanzkultur aufbauenHinweis: Die Folgen dienen ausschließlich der Information und stellen keine Anlageberatung dar.
185. Hätte ich bloß...! Was wir am meisten bereuen
15:24||Ep. 185Reue hört sich meist so an: Hätte ich damals bloß den Job angenommen. Hätte ich mich bloß früher getrennt. Hätte ich mich mehr um diese Freundschaft gekümmert. Oder: Hätte ich bloß diesen einen Satz einfach nie gesagt. Warum lassen uns manche verpassten Chancen und falschen Entscheidungen noch Jahre später nicht los? In dieser Folge geht es darum, warum wir kurzfristig häufig eher unsere Fehler bereuen, langfristig aber besonders das, was wir nicht getan haben. In welchen Lebensbereichen bereuen Menschen etwas am meisten? Warum kann Reue tatsächlich nützlich sein? Und woran erkennt man den Punkt, an dem man nichts mehr aus der Vergangenheit lernt, sondern nur noch versucht, sie im Kopf umzuschreiben?Außerdem gebe ich euch Fragen an die Hand, mit denen ihr prüfen könnt, ob eure Reue noch etwas verändern kann – oder ob es Zeit ist, die Lektion mitzunehmen und die Vergangenheit dort zu lassen, wo sie ist.Studien:Gilovich & Medvec (1994): The temporal pattern to the experience of regret.Gilovich & Medvec (1995): The experience of regret: What, when, and why.Roese & Summerville (2005): What We Regret Most … and Why.Epstude & Roese (2008): The Functional Theory of Counterfactual Thinking.Wrosch, Bauer & Scheier (2005): Regret and quality of life across the adult life span.Zhang & Chen (2016): Self-Compassion Promotes Personal Improvement From Regret Experiences via Acceptance.
184. Wie du zum Anti-Prokrastinierer wirst
44:58||Ep. 184Du weißt genau, was du tun müsstest – und machst trotzdem erstmal etwas anderes. Prokrastinieren nennt man das: etwas aufschieben, von dem man weiß, dass es sowieso erledigt werden muss und es eher Nachteile hat, es zu schieben. Fanny tendiert ein bisschen dazu, steuert aber gegen. Berni dagegen macht eher das Gegenteil Er erledigt Dinge am liebsten sofort. Und tatsächlich hat auch das einen Namen: Präkrastination.In dieser Folge von "Gefühlslage" geht es nicht darum, wie man möglichst alles sofort erledigt. Berni und Fanny sprechen darüber, wie man zum richtigen Zeitpunkt ins Handeln kommt, und wann der überhaupt ist. Warum schieben wir unangenehme Aufgaben auf, obwohl wir wissen, dass der Stress dadurch nur größer wird? Wann ist Aufschieben absolut sinnvoll? Warum kann auch vorschnelles Erledigen ineffizient sein? Und welche Strategien helfen tatsächlich dabei, den entscheidenden Schritt von „Ich müsste“ zu „Ich fange jetzt an“ zu schaffen?Studien:Steel (2007): The nature of procrastination: A meta-analytic and theoretical review of quintessential self-regulatory failure, Psychological Bulletin, 133(1), 65–94. Sirois & Pychyl (2013): Procrastination and the Priority of Short-Term Mood Regulation: Consequences for Future Self, Social and Personality Psychology Compass, 7(2), 115–127. Rosenbaum, Gong & Potts (2014): Pre-Crastination: Hastening Subgoal Completion at the Expense of Extra Physical Effort, Psychological Science, 25(7), 1487–1496. Fournier et al. (2019): Which task will we choose first? Precrastination and cognitive load in task ordering, Attention, Perception, & Psychophysics, 81, 489–503. Gollwitzer & Sheeran (2006): Implementation Intentions and Goal Achievement: A Meta-analysis of Effects and Processes, Advances in Experimental Social Psychology, 38, 69–119. Wohl, Pychyl & Bennett (2010): I forgive myself, now I can study: How self-forgiveness for procrastinating can reduce future procrastination, Personality and Individual Differences, 48(7), 803–808. Zhou et al. (2026): Beyond positive thinking: A randomized trial of mental contrasting with implementation intentions to curb academic procrastination, Acta Psychologica, 262, 106168.
183. Passt mein Job nicht mehr zu mir?
17:28||Ep. 183Du bist gut in deinem Job. Vielleicht war er lange sogar genau richtig für dich. Und trotzdem merkst du irgendwann: Etwas stimmt nicht mehr. Liegt es am Job? Am Unternehmen? Oder daran, dass du dich selbst verändert hast?In dieser Folge geht es darum, warum wir uns Arbeit teilweise passend zu unserer Persönlichkeit aussuchen – und warum diese Passung trotzdem nicht automatisch zufrieden macht. Was passiert, wenn der Job zwar zu unseren Stärken passt, aber nicht mehr zu unseren Werten oder Bedürfnissen? Und kann Arbeit uns über die Jahre sogar selbst verändern?Außerdem: Drei Fragen, mit denen ihr herausfinden könnt, was genau eigentlich nicht mehr passt: die Tätigkeit, die Art zu arbeiten oder der Ort, an dem ihr sie macht.Studien:Yu et al. (2026): Reciprocal relationships between personality traits and job satisfaction? A continuous time approach with two investigations, Journal of Applied Psychology. Die Studie zeigt wechselseitige Zusammenhänge zwischen Jobzufriedenheit und bestimmten Persönlichkeitsmerkmalen über die Zeit.Roberts, Caspi & Moffitt (2003): Work experiences and personality development in young adulthood, Journal of Personality and Social Psychology. Persönlichkeit sagte spätere Arbeitserfahrungen voraus; zugleich hingen Arbeitserfahrungen mit Persönlichkeitsveränderungen zusammen.Ghetta et al. (2020): Birds of a feather flock together: How congruence between worker and occupational personality relates to job satisfaction over time, Journal of Vocational Behavior. Eine stärkere Ähnlichkeit zwischen eigener Persönlichkeit und dem typischen Persönlichkeitsprofil des Berufs bedeutete über die Zeit nicht automatisch mehr Jobzufriedenheit.Verquer, Beehr & Wagner (2003): A meta-analysis of relations between person–organization fit and work attitudes, Journal of Vocational Behavior. Besonders die Passung zwischen eigenen und den Werten der Organisation hing mit Jobzufriedenheit und Commitment zusammen.
182. Mein Ziel ist erreicht, warum bin ich nicht glücklich?
22:41||Ep. 182In dieser BONUS-FOLGE hört ihr, wie Fanny zu Gast im Podcast "FettUcation" im Gespräch mit Serdar folgende Frage auslotet: Mein Ziel ist erreicht, warum bin ich nicht glücklich? In Serdars Beispiel geht es darum, beim Abnehmen ein Ziel zu erreichen, einen Meilenstein oder das Wunschgewicht. Oft glauben wir, dass sich mit einem bestimmten Zielgewicht alles anders anfühlen wird. Die Kleidung passt wieder, die Zahl auf der Waage sinkt, man erreicht einen Meilenstein und trotzdem fühlt es sich manchmal nicht so groß an, wie man es sich vorher vorgestellt hat.Ein Grund dafür ist, dass wir ziemlich schlecht darin sind, unseren zukünftigen emotionalen Zustand vorherzusagen. Affective Forecasting nennen Psychologen das. Wir denken: Wenn ich zehn, zwanzig oder dreißig Kilo abgenommen habe, dann bin ich glücklich. Dabei blenden wir aber aus, dass Job, Stress, Schlaf, Alltag, Familie, Sorgen und Social Media weiterhin mitentscheiden, wie es uns wirklich geht. Außerdem geht es um hedonistische Anpassung: darum, dass sich auch große Veränderungen irgendwann normal anfühlen. Die ersten zehn Kilo können sich riesig anfühlen, die nächsten zehn vielleicht schon weniger, obwohl sie objektiv genauso wichtig sind.Wir sprechen darüber, warum der Weg oft wichtiger ist als der Endpunkt. Nicht nur die Zahl auf der Waage am Ende macht etwas mit uns, sondern vor allem die kleinen Momente von Selbstwirksamkeit: eine Woche drangeblieben, besser gegessen, trainiert, reflektiert, alte Muster erkannt oder einfach nicht aufgegeben. Eine Folge über Abnehmen, Glück, Erwartungsdruck und Selbstwirksamkeit.
181. Bin ich zu empfindlich? Oder werden meine Grenzen verletzt?
14:24||Ep. 181„Du bist aber auch empfindlich.“ Vielleicht hat dir das schon einmal jemand gesagt – oder du sagst es dir selbst. War der Kommentar wirklich respektlos? War das Verhalten tatsächlich eine Grenzüberschreitung? Oder reagiert mein inneres Alarmsystem gerade stärker, als die Situation es hergibt?In dieser kurzen Folge geht es darum, warum Menschen unterschiedlich sensibel auf mögliche Zurückweisung reagieren, weshalb ein starkes Gefühl noch kein Beweis für eine Grenzverletzung ist, und warum wir uns echte Grenzüberschreitungen trotzdem nicht wegargumentieren sollten. Entscheidend sind unter anderem drei Fragen: Wie eindeutig war das Verhalten? Ist es Teil eines Musters? Und was passiert, wenn ich meine Grenze klar ausspreche?Quellen:Downey & Feldman (1996), Journal of Personality and Social PsychologyGao et al. (2017), Clinical Psychology ReviewDeci et al. (2006), Personality and Social Psychology Bulletin
180. Zukunftsängste lassen mich nicht schlafen
54:12||Ep. 180Was, wenn eigentlich noch gar nichts passiert ist, dein Kopf aber längst sämtliche Katastrophen der nächsten Jahre durchspielt? Jobverlust, Geld, Krankheit, Krieg, KI, die falsche Entscheidung: Gerade nachts kann aus realer Unsicherheit eine Endlosschleife werden.In dieser längeren Folge sprechen Fanny und Berni darüber, warum manche Menschen ein offenes „Ich weiß es noch nicht“ besonders schwer aushalten, wann vernünftige Vorsorge ins Grübeln kippt und warum sich Sorgen nachts oft so viel bedrohlicher anfühlen. Außerdem: Wie trennt man reale Risiken von Katastrophenketten? Wie viel Vorbereitung ist genug? Und was hilft, wenn um drei Uhr morgens der Kopf einfach nicht aufhören will, Gedankenschleifen zu drehen?Studien:Dugas, Koerner & Freeston (2026): State of the Science: Intolerance of Uncertainty, Behavior Therapy, 57(1), 17–36. Åkerstedt, Kecklund & Axelsson (2007): Impaired sleep after bedtime stress and worries, Biological Psychology, 76(3), 170–173.