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Nachholspiel

Folge 249: Fußballer-Denkmäler - zwischen Statue & Satire (Gast: Karel Fron)

Was bleibt von einer Fußball-Legende? In der Regel viel. In manchen Fällen sogar Bronze, Beton – und manchmal ein missratener Kopf. Der Büste von Cristiano Ronaldo hat es so den Kiefer verzogen, dass du dir vor Lachen das Sixpack halten musst. Was wollte uns der Künstler damit sagen? Möglicherweise, dass er als Servicekraft am Flughafen von Madeira gearbeitet hat und mit Bronze so viel zu tun hatte, wie Karl Lagerfeld mit Jogginghosen. Die Verewigung zwischen Gänsehaut und Gesichtsentgleisung ist für Bildhauer ein Wagnis. Die Arsenal-Legenden wachen vor dem Emirates wie unsterbliche Gunners, Bobby Moore thront über Wembley, während "Ibrakadabra" wie von Zauberhand die Füße abgeschraubt wurden. Wir schauen in Deine Richtung, Marco Materazzi! Weniger den Kopf auf der Brust, als den Ball an der Hand hatte Argentiniens Legende Diego Armando Maradona. In Neapel ist sein heiliger Geist omnipräsent. In den Herzen der Menschen, in dem nach ihm umbenannten Stadion und an den Häuserwänden. Über ein Fenster hatte man sogar mal direkten Zutritt zum Fußballgott. Ave Maradona! Bildhauer Karel Fron bekam auch einen Wink von ganz oben, als plötzlich in seiner Münchner Werkstatt Gerd Müllers Schatten vor ihm jubelte. Sein späteres Kunstwerk steht nun vor der Allianz Arena und lässt die Bayern-Fans in Nostalgie und Vorfreude auf Tore schwelgen. Frons Schilderungen vom Prozess zwischen Inspiration und Interpretation lassen den Jahrhundert-Angreifer für wenige Minuten geradezu lebendig werden. Der Moment wird zum Monument. Eine Folge über die großartigen, die berührenden und natürlich die ganz schlimmen Fußballer-Monumente. Mehr Sockel als Substanz? Und wer hätte eigentlich noch eines verdient? 

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  • Folge 285: "Ich glaub', mein Scheich pfeift" - WM 1982 (I)

    35:41|
    Bei dieser Weltmeisterschaft ist so viel passiert, dass wir bei Nachholspiel mal wieder die Doppelfolge in die Playlist schubsen. Mehr als Scheich Fahd Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah, der Präsident des kuwaitischen Fußballverbandes, hätte auch wirklich nicht in Folge 1 gepasst. Und da meinen wir nicht mal seinen Namen. Nächste Woche geht's dann um Gijon, Schumacher und Italien. Aber unser Scheich war zu empört, als das wir das nur am Rande erwähnen können. Beim Spiel Frankreich gegen Kuwait stürmte er nach einem Gegentor auf den Platz, um die Annullierung des Treffers zu erzwingen. "Was ist denn hier los…?" würde wohl jedes Phrasenschwein quieken. Der Scheich drohte mit Mannschaftsrückzug und Schiedsrichter Stupar gab tatsächlich nach. Einmalig in der WM-Geschichte. Während der VAR zum Lachen in den Keller geht, sorgte diese kuriose Aktion für Spektakel im Stadion. Da soll nochmal einer sagen, auf der Ehrentribüne wird nur geschlemmt und nicht geschaut. Wir nehmen uns dem Fall an. Logisch, dass nur Mario, der mehr Stadionpunkte als Sand am Meer hat, es mit dem aufgebrachten Scheich aufnehmen kann.
  • Folge 284: "Get Your Gear On"

    46:01|
    Dieses Märchen kann sich nur auf der Insel zugetragen haben: Juli 1994. Vorbereitungsspiel. Oxford City gegen West Ham United. Ein Fan mit viel Bier und noch mehr Selbstbewusstein — direkt neben der Trainerbank. Das könnte als Teaser schon reichen - es wird aber noch besser. Was folgt, ist eine der absurdesten, wärmsten und ehrlichsten Geschichten, die der Fußball je geschrieben hat. Keine Aufzeichnung, kein Video. Nur Trainer Harry Redknapp und Großmaul Steve Davies und ihre unfassbare Geschichte. Ihr seid neugierig? Kein Problem: Wir erzählen sie euch in vollen Zügen, mit/ohne Happy End.
  • Folge 283: "Merkel muss weg" — Als Meister Nürnberg abstieg

    50:07|
    "Der Glubb is a Depp" — Journalist Klaus Schamberger prägte diesen Spruch, um die langjährige, wechselhafte und oft tragisch-komische Geschichte des 1. FC Nürnberg zu beschreiben. Bei Nachholspiel meldeten wir uns bereits vom Abgrund, diesmal starten wir allerdings an der Spitze, bevor es dann tief runter geht. 1968 ist der Club zum neunten Mal Deutscher Meister. Ein Jahr später steigt er ab. Das gab's noch nie in der Geschichte der Bundesliga. Was dazwischen passiert, ist eine Geschichte über Gier, Chaos und einen Trainer, der am Mikro aktiver war als auf dem Trainingsplatz: Max Merkel — bereits 1860 München Meister — vergrault im Sommer nach der Meisterschaft einfach den halben Kader. Elf Spieler raus, dreizehn rein. Das klingt schon nach Teambuilding by Jochen Schweizer. Was folgt, sind zwei weitere Trainer, eine Mannschaft, deren Herz längst woanders schlägt, und ein Kapitän, der kurz vor dem letzten Spieltag noch eine Nicht-Abstiegs-Prämie fordert. Das Kader-Dilemma führt zum Debakel und schließlich zum Drama am letzten Spieltag. Zumindest eines muss man dem Club lassen: Langweilig wird's nie.
  • Folge 282: Hennes Weisweiler — Ein Leben dem Fußball

    01:26:52|
    Der Kölner Geißbock ist nach ihm benannt und die Fohlenelf auf ihn zurückzuführen. Nur auf andere Alphatiere reagierte er allergisch. Einen Dickkopf hatte er allemal — und das, obwohl er nach einem Schädelbasisbruch schon für tot erklärt worden war. Das Leben von Hennes Weisweiler kommt wie eine anekdotenreiche und nicht immer zu glaubende Geschichte daher. Der deutsche Fußball hat ihm viel zu verdanken, vor allem die Spieler, die er formte. Günter Netzer wechselte sich unter ihm selbst ein. Berti Vogts behandelte er wie einen Sohn. Jupp Heynckes, Rainer Bonhof — Legenden für sich, entdeckt von einem Trainer, der unter Sepp Herberger sein Handwerk lernte und Udo Lattek später selbst als Lehrer ausbildete. Borussia Mönchengladbach führte er von der Regionalliga zur europäischen Spitzenmannschaft, gewann mit dem 1. FC Köln das Double - nur der Dom ist heiliger als diese Saison. Endlich haben wir diesem großen Namen eine Folge gewidmet. Von der Trümmerhochzeit in einer Sülzer Kneipe, über den Bökelberg in den goldenen 70ern, nach Barcelona, New York und Zürich — bis zu vier Worten auf einem Grabstein in Lechenich, die alles sagen: "Ein Leben dem Fußball."
  • Folge 281: Bayern München vs. Real Madrid – Das größte Duell Europas (Gäste: Jan Platte und Hannes Herrmann)

    01:18:34|
    Für Fans ist es nicht bloß ein Klassiker, vielmehr ein Spiel wie ein Märchen. Die Geschichte von Zauberei, Riesen, Ronaldo (beide!) und bösen verhexten Schiedsrichtern. Nun ist es wieder soweit, das Kapitel "La Bestia Negra gegen die Königlichen" aufzuschlagen. Eine unendliche Geschichte von mutigen Helden und großen Dramen. Die Schlacht um Ruhm und Ehre hat Legenden hervorgebracht. Und das schnellste Tor der Champions-League-Geschichte. Nachholspiel taucht ein in die fabelhafte Welt des Fußballs und beleuchtet das vielleicht faszinierendste Duell unter Giganten. Gemeinsam mit den Kommentatoren Jan Platte (DAZN) und Hannes Hermann (Prime) haben wir die neuzeitlichen Erzähler des anstehenden Märchens gewinnen können und reisen mit ihnen durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Königsklassen-Krachers.
  • Folge 280: WM 1986 - Vier Wochen Genie und Wahnsinn

    56:16|
    Klaus Augenthaler, Uli Stein und Dieter Hoeneß als Partytruppe in Mexiko - mehr Text bräuchte es eigentlich nicht, um diese Folge anzuklicken. Kasperle-Theater unter der Regie des "Suppenkaspers". Franz Beckenbauer hätte bei seinem ersten Turnier als DFB-Teamchef gerne vier Jahre vorgespult. Er musste das aber irgendwie über sich ergehen lassen und das auch noch gemeinsam mit der versammelten Presse im deutschen Teamhotel. Fehlentscheidungen im Fußball gibt es nicht erst seit dem VAR. Trotz großer Angriffsfläche sollte das Gütesiegel "Turniermannschaft" halten und den Weg ins Finale garantieren. Ein alter Kader mit wenig Talenten sorgte selten für Salz in der Suppe, sollte aber den Weg der späteren Weltmeister prägen. Wären da nicht diese verflixten Entscheidungen in der Schlussphase. Vielleicht hatte die deutsche Mannschaft noch zu sehr das Jahrhunderttor von Maradona vor Augen. Brachial sollte an diesem Abend auf argentinisch Burruchaga heißen.
  • Folge 279: Die Hand Gottes & das Jahrhundert-Tor

    52:46|
    Wir hatten sie so lange in der Playlist, jetzt spielen wir sie endlich, die vielleicht prägendsten Momente der WM-Geschichte. Und das in einer Folge! Die „Hand Gottes“ und das „Tor des Jahrhunderts“ - die so unterschiedlichen Zeitdokumente, geschaffen von einer Legende innerhalb von vier Minuten: Diego Armando Maradona - Halunke und Heilsbringer. Das Turnier hatte noch so viel mehr zu bieten, aber dieses kleine Zeitfenster im Viertelfinale gegen England lässt auf einen so großen Horizont blicken, dass wir Beckenbauers Premiere als Teamchef und die Geburtsstunde der Weltmeister von 1990 auf eine zweite Folge zur WM '86 legen mussten. Bitte entschuldigt und habt Geduld bis kommenden Samstag. Nachholspiel holt den Fußballgott ins Wohnzimmer und feiert nebenbei den unbekanntesten Vorlagengeber der Fußballgeschichte.
  • Folge 278: Die Breisgau-Brasilianer (Gast: Rodolfo Cardoso)

    45:34|
    Der Boulevard hatte es damals nicht so mit Geographie. Breisgau-Brasilianer - und der einzige Südamerikaner war ein Argentinier? Naja, die Ein-Mann-Scoutingabteilung namens Volker Finke holte den wuseligen Zehner vom FC Homburg, nachdem Freiburg 1993 in die Bundesliga aufstieg. Und der Mittelfeld-Zauberer eroberte die Liga im Sturm. Die Studentenstadt mit den oft höchsten Sommertemperaturen erstrahlte auf einmal auf der Fußballkarte. Der FC Bayern kam lange nicht gerne an die Dreisam, "ran" und die BILD hatten ihr gallisches Dorf gefunden und der 1. FC Nürnberg etwas später einen weiteren traumatischen Abstieg. Nach dem sensationell spannenden Klassenerhalt in der ersten Saison verpassten Cardoso, Heinrich, Todt, Schmadtke & Co. in Jahr Zwei sogar nur knapp die Meisterschaft. Irre! Weil Mario im wohlverdienten Urlaub verweilt, muss Nachholspiel zunächst die leidige Teilzeit-Diskussion führen, da kommt aus dem Nichts Thomas Helmer um die Ecke. In unserem Universum gibt es eben mehr als einen Urknall und an gewissen Tankstellen zwischen Duisburg und Freiburg zum Glück mehr als eine Bierkiste.
  • Folge 277: Lebenslang Grünweiß (Gast: Thomas Schaaf)

    58:09|
    Wer hätte gedacht, dass wir irgendwann mit Thomas Schaaf in einem Raum sitzen und dass er uns mehrfach zum Lachen bringt. Wer hätte allerdings auch gedacht, dass Thomas Schaaf eine Biographie veröffentlicht und sich mit seiner Karriere und seinem Leben so sehr in den Mittelpunkt rückt, den er vor allem als Erfolgstrainer von Werder Bremen so oft gemieden hat. 1999 übernahm er überraschend die Profimannschaft und gewann direkt den DFB-Pokal gegen die Bayern. In den folgenden Jahren entwickelte er das Team zu einer der attraktivsten Mannschaften der Bundesliga. Das Double 2004 machte den gebürtigen Mannheimer zum fünften Bremer Stadtmusikanten. In grünweißen Farben lassen sich über den Trainer Kunstwerke malen, vom Spieler Thomas Schaaf haben viele nur ein schwammiges Bild vor Augen. Er war jahrzehntelang der jüngste eingesetzte Werder-Spieler, bis ein gewisser Nick Woltemade ihm den Rang ablief. Thomas Schaaf steht bis heute für Loyalität, Kontinuität und erfolgreichen Offensivfußball – und bleibt untrennbar mit Werder Bremen verbunden. Nachholspiel durfte eine Stunde mit dem Mann verbringen, den Ailton als seinen deutschen Vater bezeichnet, der bei de Bruyne ins Schwärmen gerät, norddeutsch untypisch bei der Selbstreflexion seines Lebens ins Plaudern kommt und Pointen kreiert, wie seine berühmten Spielmacher das von ihm so geliebte Spiel prägten.