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Nachholspiel

Folge 283: "Merkel muss weg" — Als Meister Nürnberg abstieg

"Der Glubb is a Depp" — Journalist Klaus Schamberger prägte diesen Spruch, um die langjährige, wechselhafte und oft tragisch-komische Geschichte des 1. FC Nürnberg zu beschreiben. Bei Nachholspiel meldeten wir uns bereits vom Abgrund, diesmal starten wir allerdings an der Spitze, bevor es dann tief runter geht. 1968 ist der Club zum neunten Mal Deutscher Meister. Ein Jahr später steigt er ab. Das gab's noch nie in der Geschichte der Bundesliga. Was dazwischen passiert, ist eine Geschichte über Gier, Chaos und einen Trainer, der am Mikro aktiver war als auf dem Trainingsplatz: Max Merkel — bereits 1860 München Meister — vergrault im Sommer nach der Meisterschaft einfach den halben Kader. Elf Spieler raus, dreizehn rein. Das klingt schon nach Teambuilding by Jochen Schweizer. Was folgt, sind zwei weitere Trainer, eine Mannschaft, deren Herz längst woanders schlägt, und ein Kapitän, der kurz vor dem letzten Spieltag noch eine Nicht-Abstiegs-Prämie fordert. Das Kader-Dilemma führt zum Debakel und schließlich zum Drama am letzten Spieltag. Zumindest eines muss man dem Club lassen: Langweilig wird's nie.


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  • Folge 292: Héctor Castro – der göttliche Einarmige

    45:03|
    Die Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay ist gleichzeitig erste WM und Stunde null von Nachholspiel. Ein Turnier so kurios und anekdotenreich wie dieser Podcast selbst - nur dass die wohl größte Geschichte der ersten WM bei uns noch nicht groß genug erzählt wurde: Héctor Castro. Uruguays Angreifer galt als Trinker, Kettenraucher, Zocker - und erzielte im Finale das entscheidende Tor per Kopf. Die überschaubare Körpergröße von 1,69m war damals nicht mal das größte Problem, denn der Stürmer hatte nur einem Arm! Unfassbar und kaum bekannt. Castro war in seiner Karriere trotz Handicap immer zur Stelle wenn er gebraucht wurde. Ein Unterschiedsspieler im doppelten Sinne - und ein echter Titelsammler. Nachholspiel begibt sich nochmal auf die Odyssee des Fußballs und reist drei Wochen per Schiff über den Atlantik, um den Spieler zu würdigen, den wir damals neben einem dicken Keeper und zahlreichen Revolvern fast übersehen haben.
  • Folge 291: Hannover 96 und die Europa-League-Saison 2011/12 (Gast: Mirko Slomka)

    48:58|
    Zwei Jahre nach dem Tod von Robert Enke und einem Fast-Abstieg am letzten Spieltag in Bochum folgt der totale Rausch: Hannover 96 stellt den eigenen Punkterekord ein, liefert sich mit Bayern München ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz 3 – und zieht als Vierter in die Europa-League-Quali ein. Dort hätte jeder Gegner warten dürfen, nur bitte nicht der FC Sevilla - doch keiner konnte den Höhenflug der Niedersachsen stoppen. "In Kopenhagen schellt das Telefon" und Nachholspiel hat den damaligen Trainer Mirko Slomka am Hörer. Auswärtssieg in Kopenhagen vor 10.000 mitgereisten Fans, Scharmützel mit Diego Simeone, Slomkas berühmte "10-Sekunden-Regel", das Abenteuer in der ukrainischen Provinz Poltava und das wohl einsamste Scorpions-Plakat als Glücksbringer. Nachholspiel erlebt eine emotionale Zeitreise und verwandelt Hannover 96 wieder in das schöne Märchen, in dem ein ganzer Verein zum Riesen wurde.
  • Folge 290: WM-Momente für die Ewigkeit (Gäste: Nachholspiel United)

    53:29|
    Bevor wir alle über den großen Teich schauen und in der Sommerpause — mit Ausnahme der DFB-Elf, die wir natürlich bis ins Finale begleiten — baden gehen, bringen wir euch mit Freunden des Hauses auf WM-Betriebstemperatur. Michael Reschke im Regen von Düsseldorf, Gregor Ryl in den Fängen von Maxi Rodriguez (Narcos 2, klar), Lucas Vogelsang und EDV-Schleck im Freibad, Uli Köhler in der Waschküche, Martin Tyler und seine 13. Weltmeisterschaft — und wir erfahren, was und vor allem wer den 10-jährigen Jonas Friedrich wohl zu einem der besten Kommentatoren hat werden lassen. Nachholspiel verabschiedet sich in die Sommerferien. Solltet ihr uns irgendwo über den Weg laufen, geben wir euch wie hoffentlich Joshua Kimmich dem WM-Pokal ein kleines Küsschen. Aber wehe, ihr begrüßt Mario mit dem isländischen Huh-Schlachtruf.
  • Folge 289: Oh Canada - 36 Jahre Warten auf den Höhepunkt

    57:50|
    Aus kanadischer Perspektive ist die Erde ein Eishockeypuck. Der Fußball würde sich vom Nationalsport gerne eine Scheibe abschneiden — nur der Ansatz eines Vergleichs wäre gefährliches Glatteis. Nachholspiel zieht sich die Schlittschuhe an und erzählt die sehr kurze und dennoch historisch ruhmreiche WM-Geschichte eines der drei anstehenden Gastgeber der Weltmeisterschaft 2026. Das Land von Wayne Gretzky und Celine Dion musste 36 Jahre auf das erste Tor bei einer WM-Endrunde warten — bis Alphonso Davies mit dem Meilenstein durchs Bild geflitzt kam. Aber um diesen Moment zu verstehen, müssen wir 1986 beginnen. In Mexiko. Mit einer Mannschaft ohne Verein, ohne Geld und ohne ein einziges WM-Tor — die trotzdem Frankreich, Ungarn und die Sowjetunion das Leben schwer machte.
  • Folge 288: Roberto Rojas und der Tanz auf der Rasierklinge

    19:23|
    Selbst Maradonas "Hand Gottes" hätte sich an dieser messerscharfen Lüge die Pfoten geschnitten. Denn was der chilenische Torhüter Roberto Rojas am 3. September 1989 im Maracanã abzieht, toppt Maradonas berühmten Handtreffer in Sachen Dreistigkeit um Längen. Eine Rasierklinge, 141.000 Zuschauer und ein Plan, der so perfide ist, dass man ihn zweimal lesen muss. Die Ausgangslage ist einfach: Brasilien gegen Chile, WM-Qualifikation, alles entscheidend. Nur der Sieger fährt nach Italien. Ein Unentschieden reicht den Gastgebern. Chile ist krasser Außenseiter. Und Rojas — Weltklassetorhüter, "El Condor" genannt — ist wahnsinniger als man es sogar einem Torhüter zugetraut hätte. Die Gelegenheit ergibt sich in der 69. Minute. Eine Leuchtrakete aus den Rängen landet neben Rojas. Er geht zu Boden, wälzt sich im Rauch — und als der Nebel sich verzieht, ist sein Gesicht blutüberstömt. Seine Mitspieler tragen ihn dramatisch vom Feld. Chile weigert sich, weiterzuspielen. Der Schiedsrichter bricht ab. Der Plan scheint aufzugehen. Bis die Videoaufnahmen zeigen, dass die Rakete Rojas gar nicht getroffen hat. "El Condor" hatte sich die Wunde mit einer im Torwarthandschuh versteckten Rasierklinge selbst zugefügt. Ein Feuerwerk der Inszenierung. Nachholspiel macht einen auf Splatterfilm und lässt alle True-Crime-Podcasts für einen kurzen Moment zusammenzucken. Wir hätten es nicht für möglich gehalten, aber Fußball schreibt eben auch diese Gauner-Geschichten, deshalb reden wir darüber.
  • Folge 287: FC Bayern 2001 – Die Erlösung von Mailand (Gast: Felix Kneidl)

    01:29:03|
    1999 lag der FC Bayern am Boden. Zwei späte Gegentore, die „Mutter aller Niederlagen“, ein Trauma für Spieler, Verein und Fans. Zwei Jahre später steht dieselbe Mannschaft wieder im Champions-League-Finale - und diesmal wird Mailand zum Ort der Erlösung. Wir sprechen mit Felix Kneidl vom kicker über die Podcast-Serie „Trauma & Triumph“, in der er als Host diese außergewöhnliche Reise nachgezeichnet hat: vom Schock in Barcelona über den langen Weg zurück bis zum Elfmeterschießen gegen Valencia. Dabei geht es um Oliver Kahns Mentalität, Stefan Effenbergs Führungsrolle, Ottmar Hitzfelds Umgang mit Druck und um viele Aussagen dieser Protagonisten, die Felix interviewt hat und bei/mit uns einordnet. Eine Folge über Schmerz, Trotz, große Charaktere und einen Titel, der für Bayern weit mehr war als nur die Champions League.
  • Folge 286: Die WM 1982...kommt uns spanisch vor

    54:43|
    Italien gewann nicht ein Spiel in der Vorrunde und wurde am Ende Weltmeister. Brasilien und Argentinien schafften es nicht ins Halbfinale, Polen aber schon. Und dann diese deutsche Mannschaft um Grantler Paul Breitner und Muskelprotz Toni Schumacher. In der Vorbereitung eher mit Rum als mit Ruhm bekleckert am "Schlucksee". Im Turnier dann erst für das Wunder (Algeriens) und dann für die Schande von Gijón gesorgt. Spätestens da heimische Presse und Fans bedient...und dann kam erst noch das Halbfinale gegen Frankreich mit Schumachers Attacke auf Battiston. Die WM in Spanien auch Jahrzehnte später insgesamt irgendwie ein seltsames Turnier. Oder wie lässt es sich erklären, dass die DFB-Truppe aufgrund eines gewonnenen Elfmeterschießens im Halbfinale das Endspiel verloren hat, Herr Breitner?
  • Folge 285: "Ich glaub', mein Scheich pfeift"

    35:41|
    Bei der Weltmeisterschaft 1982 ist so viel passiert, dass wir bei Nachholspiel mal wieder die Doppelfolge in die Playlist schubsen. Mehr als Scheich Fahd Al-Ahmad Al-Jaber Al-Sabah, der Präsident des kuwaitischen Fußballverbandes, hätte auch wirklich nicht in Folge 1 gepasst. Und da meinen wir nicht mal seinen Namen. Nächste Woche geht's dann um Gijon, Schumacher und Italien. Aber unser Scheich war zu empört, als das wir das nur am Rande erwähnen können. Beim Spiel Frankreich gegen Kuwait stürmte er nach einem Gegentor auf den Platz, um die Annullierung des Treffers zu erzwingen. "Was ist denn hier los…?" würde wohl jedes Phrasenschwein quieken. Der Scheich drohte mit Mannschaftsrückzug und Schiedsrichter Stupar gab tatsächlich nach. Einmalig in der WM-Geschichte. Während der VAR zum Lachen in den Keller geht, sorgte diese kuriose Aktion für Spektakel im Stadion. Da soll nochmal einer sagen, auf der Ehrentribüne wird nur geschlemmt und nicht geschaut. Wir nehmen uns dem Fall an. Logisch, dass nur Mario, der mehr Stadionpunkte als Sand am Meer hat, es mit dem aufgebrachten Scheich aufnehmen kann.
  • Folge 284: "Get Your Gear On"

    46:01|
    Dieses Märchen kann sich nur auf der Insel zugetragen haben: Juli 1994. Vorbereitungsspiel. Oxford City gegen West Ham United. Ein Fan mit viel Bier und noch mehr Selbstbewusstein — direkt neben der Trainerbank. Das könnte als Teaser schon reichen - es wird aber noch besser. Was folgt, ist eine der absurdesten, wärmsten und ehrlichsten Geschichten, die der Fußball je geschrieben hat. Keine Aufzeichnung, kein Video. Nur Trainer Harry Redknapp und Großmaul Steve Davies und ihre unfassbare Geschichte. Ihr seid neugierig? Kein Problem: Wir erzählen sie euch in vollen Zügen, mit/ohne Happy End.