Share

cover art for Fußball - die schönste Nebensache der Welt

Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Fußball - die schönste Nebensache der Welt

Season 5, Ep. 914
•

260914PC Die schönste Nebensache der Welt 

Mensch Mahler am 14.09.2026


Nach der WM ist es ruhig geworden in Fußball-Deutschland. Ein bisschen verhaltener Jubel, als Kloppo sich erweichen ließ, jetzt den Job als National-Depp mit über 80 Millionen Besserwissern zu übernehmen. Dann startete die Bundesliga, der DFB-Pokal und die Champions-League. Und plötzlich wird wieder interessant. Gestern der erste Trainerrauswurf und jede Menge Überraschungen. Bayern ist nicht Tabellenführer, weil ausgerechnet Aufsteiger Schalke den erfolgsverwöhnten Münchnern ein Bein gestellt hat. Vorne mit dabei der zweite Aufsteiger Elversberg, ein Dorfverein aus dem Saarland.

Und unten: der HSC mit Null Punkten und die Fohlen aus Gladbach noch weiter unten wegen dem Torverhältnis. An der Tabellenspitze: Freiburg, gut, die konnte man auf dem Zettel haben und Augsburg, eine faustdicke Überraschung.

In der Champions-League läuft es aus deutscher Sicht ganz gut: Bayern, Dortmund und Stuttgart souverän weiter, aber die roten Bullen aus Leipzig gingen in Como baden.

Also: es ist turbulent. Und das macht die Sache spannend. Kein Durchmarsch der Bayern, Außenseiter an der Spitze.

Mein VfB Stuttgart – im Pokal und der Champions-League ordentlich gestartet – hat in der Bundesliga vorgestern gegen Hoffenheim auch gepatzt. Ich bin bekennender Choleriker. Während eines Spiels kann ich ausrasten. Aber hinterher kann ich locker sagen: Es ist doch nur Fußball. Die schönste Nebensache der Welt. Und trotzdem gröle ich die Hymne von Wolle Kriwanek lauthals mit: Stuttgart kommt!         


More episodes

View all episodes

  • 106. Die Berge zerbröseln

    03:25||Season 5, Ep. 106
    261006PC Die Berge zerbröselnMensch Mahler am 06.10.2026 Wir gehen sehr gerne in die Berge. Zum Wandern, zum Skilaufen, zum Radeln. Klar, Nepal hat uns erschreckt. Michel, einer unserer Freunde, hat drei Menschen verloren durch den Gletscherabbruch. Mit ihnen hatte er sich in einem NGO-Schulprojekt engagiert, war mehrere Male mit ihnen vor Ort. Die Fluten brachten rund 1.400 Menschen den Tod, 5.000 werden noch vermisst. Unter ihnen die drei Freundinnen von Michel.Ein ähnliches Unglück ereignete sich im schweizerischen Blatten. Ein massiver Gletscher- und Bergsturz zerstörte das Bergdorf zu 90%. Die Einwohner wurden rechtzeitig evakuiert – niemand kam unmittelbar zu Schaden an Leib und Leben.Vor einigen Jahren bin ich noch vom Montafon über die Silvretta-Hochalpenstraße nach Tirol geradelt. Jetzt ist die Straße dicht. Sie muss bis 2030 verlegt werden. Die alte Streckenführung wurde immer wieder von Erdrutschen und Felsstürzen verschüttet. Wenn wir durch unsere geliebten Berge wandern, gibt es schon mal das Hinweisschild: den nächsten Streckabschnitt zugig durchqueren. Es drohen Felsstürze. Natürlich macht das Angst. Wir als Urlauber trifft es ja nicht so hart, wir müssen ja nicht in die gefährdeten Gebiete reisen. Die Anwohner werden damit leben müssen, dass die Gletscher und der Permafrost sich zurückziehen. Platt gesagt könnte man sagen. Die Berge zerbröseln, weil ihnen der Kitt fehlt. Es ist schlicht zu warm. Anstatt wie das Kaninchen auf die Schlange zu starren, sollte man wissenschaftlich erhärtete Fakten zur Kenntnis nehmen.Wir befinden uns geologisch gesehen seit etwa 2,6 Millionen Jahren im Quartären Eiszeitalter. Dieses Zeitalter ist durch einen ständigen Wechsel zweier Phasen geprägt:Glaziale (Kaltzeiten):Große Teile der Kontinente verschwinden unter dicken Eisschilden.Der Meeresspiegel sinkt drastisch (um bis zu 120 Meter), weil das Wasser im Eis gebunden ist.Diese Phasen dauern meist recht lange, oft rund 90.000 bis 100.000 Jahre.Interglaziale (Warmzeiten):Die Gletscher ziehen sich weitgehend in die Polarregionen und Hochgebirge zurück.Der Meeresspiegel steigt wieder an.Diese Phasen sind deutlich kürzer und dauern meist nur etwa 10.000 bis 30.000 Jahre.Wo befinden wir uns heute?Wir leben derzeit in einer Warmzeit, dem Holozän. Diese Phase begann vor etwa 11.700 Jahren mit dem Ende der letzten Kaltzeit.Wichtiger Unterschied zur Gegenwart: Während die natürlichen Zyklen extrem langsam über Jahrtausende ablaufen, führt der menschengemachte Klimawandel durch den Ausstoß von Treibhausgasen aktuell zu einer extrem beschleunigten Erwärmung. Diese überlagert und verzögert die natürlichen astronomischen Rhythmen, die uns langfristig (in vielen Jahrtausenden) eigentlich wieder in eine nächste Kaltzeit führen würden.
  • 105. 5. Oktober - what a Day!

    05:15||Season 5, Ep. 105
    261004PC 5. Oktober Mensch Mahler am 10.10.2026 5. Oktober. Ein denkwürdiger Tag. 1956 wurde am 5.10. die Telefonseelsorge in West-Berlin ihren Dienst auf. Auslöser hierfür war der britische Pfarrer Chad Varah, den die hohe Selbstmordrate in London alarmiert hatte.Am 5. Oktober 1962 veröffentlichten die Beatles ihre erste Single mit dem Titel „Love Me Do“. Sie brachte den Durchbruch noch nicht – der kam später. Insgesamt veröffentlichten Paul, George, Ringo und John 28 Singles und 13 LPs, die jeweils eine Millionenauflage erreichten.Am 5. Oktober 1964 gelingt 57 Männern, Frauen und Kindern eine spektakuläre Flucht durch einen Tunnel unter der Berliner Mauer. Ost- und West-Berliner hatten den 140 Meter langen Tunnel nach Ost-Berlin gegraben. Ein halbes Jahr bauten sie an dem Fluchtweg 12 Meter unter der Erde. Doch der Tunnel an der Bernauer Straße wird entdeckt. Beim Versuch, die Flüchtenden aufzuhalten, stirbt der DDR-Grenzer Egon Schulz versehentlich durch Schüsse der eigenen Kameraden. „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, sagt DDR-Staatschef Walter Ulbricht nur zwei Monate bevor die Mauer in Berlin gebaut wird. An den Grenzen zur BRD sterben bis zum Mauerfall hunderte DDR-Flüchtlinge.Am 5. Oktober 1983 verkündet Ulbrichts Nachfolger Erich Honecker den vollständigen Abbau der Selbstschussanlagen in der DDR. Etwa 54.000 dieser Anlagen waren entlang der innerdeutschen Grenze aufgebaut. Nach Schätzungen kommen 33 Menschen durch die Minen ums Leben, 253 werden verletzt.Honecker baut die Fallen nicht etwa aus Humanität ab, sondern weil dies die Voraussetzung für einen Milliardenkredit der Bundesrepublik ist.Am 5. Oktober 2017 beginnt die #MeToo-Kampagne in den USA. Die New York Times berichtet in einer Enthüllungsgeschichte über Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein. Zehn Tage später ruft die Schauspielerin Alyssa Milano Internetnutzerinnen dazu auf, sich unter dem Hashtag #MeToo als Opfer sexueller Gewalt zu erkennen zu geben. Endlich beginnt die gnadenlose Jagd auf Männer, die Frauen als Sex-Spielzeug benutzen und sie danach wegwerfen.5.Oktober: Telefonseelsorge – 1. Beatles-Single – Fluchttunnel – Abbau der Selbstschussanlagen – Hashtag MeToo. Bilanz: überwiegend positiv. Lasst uns feiern. Es wird nicht alles schlechter.
  • 104. Erntedank - wofür?

    02:22||Season 5, Ep. 104
    261004PC Erntedank – was ist das denn?Mensch Mahler am 04.10.2026 Wir schreiben das Jahr 1940. In Ostpreußen wird die Ernte eingefahren. Da Erntehelfer immer knapp sind, beordert die NSDAP Studenten aus Berlin in die ländlichen Gebiete, um beim Einbringen der Ernte zu helfen. Nach der harten Arbeit wird die Tenne gefegt. Die Berliner Jungs haben ihre Instrumente mitgebracht und spielen zum Tanz auf. Ein schneidiger Berliner geht auf ein Marijellchen zu. „Na, Fröleinchen, tanzen se Jazz“ schüchtern antwortet das ostpreußische Mädchen: „Na jazz nich, aber später“.Ein kleiner Witz, der aber deutlich macht, worum es heute geht. Die Ernte ist einfahren und dann wird gefeiert. In Stuttgart auf dem Cannstatter Wasen, in München auf der Wiesn, in Hamburg auf dem Heilig-Geist-Feld. Alles ostpreußische Tenne, alles Erntefeste. Und in den Kirchen landauf- landab dasselbe. Die Altäre brechen fast zusammen unter der Last der Kürbisse und der Garben, der Kartoffeln – und mancherorts werden auch Industriegüter und Schulabschlüsse dazu gepackt. Dank für alles, was im zurückliegenden Jahr erreicht, geschaffen und geschafft wurde. Manche stehen dieser Tradition kritisch gegenüber. „Ich habe mir alles hart erarbeitet“, sagen sie. Aber sie vergessen eines: Die wichtigsten Dinge im Leben bekommt man geschenkt. Und: Dankbarkeit ist Denkarbeit. Jeden Abend 5 Minuten, um nachzudenken, was mir heute geschenkt wurde. Liebe, Menschen, vielleicht auch Materielles oder Erfolg.Lothar Zenetti hat die Dankbarkeit einmal so in Worte gefasst:Einmal wird uns gewiss die Rechnung präsentiertfür den Sonnenschein und das Rauschen der Blätter,die sanften Maiglöckchen und die dunklen Tannen, für den Schnee und den Wind, den Vogelflug und das Gras und die Schmetterlinge, für die Luft, die wir geatmet haben, und den Blick auf die Sterne und für all die Tage, die Abende und die Nächte.Einmal wird es Zeit, dass wir aufbrechen und bezahlen; bitte die Rechnung.Doch wir haben sie ohne den Wirt gemacht: Ich habe euch eingeladen, sagt der und lacht, soweit die Erde reicht: Es war mir ein Vergnügen!
  • 103. 36 Jahre deutsche Einheit

    03:10||Season 5, Ep. 103
    261003PC 36 Jahre deutsche EinheitMensch Mahler am 03.10.2026 Zum Tag der deutschen Einheit ein Kommentar von André Bochow von der Stuttgarter Zeitung:Was soll man nach 36 Jahren sagen? Ja, die Immobilien gehören den Westdeutschen und die Ossis wohnen bei ihnen zur Miete. Und noch ein Klischee: Die Ostdeutschen wählen AfD und sind so von ihrer Diktaturerfahrung geprägt, dass sie es an ihre Kinder weitergegeben haben, die nun Nazis oder Kommunisten werden.Nur so nebenbei, liebe Wessis, schaut mal auf die Umfragen: In Sachen AfD macht ihr erstmals den Brüdern und Schwestern aus der ehemaligen Zone etwas nach. Weniger demokratischer Hochmut wäre ganz angebracht.Außerdem gibt es Einigkeit, wohin man schaut. Etwa in der Ablehnung des aktuellen Kanzlers, bei der Verehrung für Helene Fischer und die DFB-Männer-Elf wird unisono gefeiert oder verflucht.Jenseits der Tatsache, dass den Ostdeutschen die westdeutschen Regeln übergestülpt, die Betriebe und Chefposten ihnen auf Nimmerwiedersehen weggenommen wurden und sie immer verdächtig bleiben, genetisch totalitär disponiert zu sein, benehmen sie sich letztlich auch nicht sehr anders als ihre Zeitgenossen auf der anderen Elbseite.Dabei kann man sich getrost die Frage stellen, ob diese deutsche Einheit, die immerzu beschworen wird, nicht vielleicht eine Schimäre oder gar ein Popanz ist. Interessiert haben sich dafür sowieso nur die aus der verblichenen DDR. Für die Westgermanen änderte sich ja nichts. Außer, dass sie viele Scharlatane und Mittelmäßige abschieben konnten, um den Osten zu belehren oder anzuschmieren. Und natürlich floss Geld in den Osten. Die Gewinne wiederum flossen westwärts.So oder so, es geht immer nur darum, ob sich endlich Ostdeutsche und Westdeutsche liebhaben und warum das, oh Gott, oh Gott, immer noch nicht so ist. Als ob sich Nord- und Süditaliener leiden könnten. Pariser und Marseiller blicken auf die Schtis herab, Flamen und Wallonen sind im Dauerstreit und so weiter.Aber weil wir gerade bei unterschiedlichen Nationalitäten sind. Mehr als ein Viertel der deutschen Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund und 14 Millionen sind richtige Ausländer. Es gibt, ohne Berlin, noch 10 bis 12 Millionen Ostdeutsche, dafür aber sieben Millionen Muslime. Vielleicht sind viele Ossis deswegen so permanent frustriert. Sie sind eine Minderheit und von den Minderheiten noch nicht einmal die größte.Unabhängig davon wäre es höchste Zeit, die deutsche Einheit neu zu definieren. Wir sollten nicht mehr messen, wie traurig die Ossis am 3. Oktober sind, sondern wie weit wir mit der Integration sind. Als Gradmesser der Einheit könnte die gesunkene Zahl der Nikabs oder Freitagsaufrufe in Moscheen zur Verbrüderung mit israelischen und anderen Juden dienen. Die Tatsache, dass Kinder mit Migrationshintergrund und aus sozial schwachen Familien im Durchschnitt schlechtere Startchancen als ihre Altersgenossen haben, hat der neueste Einheitsbericht der Ostbeauftragten deutlich gemacht. Wie einig sind sich aber die Oben und die Unten?
  • 102. Ach du Scheiße! Schulkinder müssen LAUFEN

    02:28||Season 5, Ep. 102
    261002PC Die armen Kleinen – Fußwege sind nicht mehr zumutbarMensch Mahler am 02.10.2026 Eltern und Anwohner klagen: „Sind jetzt aufgeschmissen“. Das ist eine Schlagzeile aus der Stuttgarter Zeitung von gestern.Folgender Sachverhalt: Die Waldburgstraße in Stuttgart Vaihingen muss saniert werden. Zu diesem Zwecke muss die Straße aufgegraben werden. Autoverkehr ist in dieser Zeit nicht möglich, Fußgänger sind eingeschränkt. Zwei Bushaltestellen mussten verlegt werden. Die Einschränkungen gelten jeweils für einen Monat in 2 verschiedenen Abschnitten. Betroffen sind außer den Anwohnern „wir müssen unsere Autos jetzt in Nebenstraßen parken“ auch ein Seniorenheim und 2 Schulen. Einmal Realschule und einmal Gymnasium. Zunächst die Stimme einer Seniorin: „Ehrlich ist das gesagt beschissen, weil die Bushaltenstelle Pestalozzischule zugemacht hat und wir Alten jetzt aufgeschmissen sind.“ „Als alte Frau muss ich jetzt zur nächsten Bushaltestelle laufen.“Nebenan unterhalten sich zwei Anwohnerinnen über den Gartenzaun hinweg direkt über der aufgerissenen Erde: „Die Leute mit den Parkgaragen parken jetzt in den Anliegerstraßen. Ich weiß auch nicht, wie die Kinder jetzt zur Schule kommen, wenn die Bushaltestelle für sie wegfällt“ sagt eine Frau. Wenigstens seien die Bauarbeiter kooperativ und verteilten für Anwohner Rampen.Auch die Elterntaxifahrerinnen sind sauer. Sie können die lieben Kleinen – Realschule und Gymnasium – also mindestes 10 Jahre alt – jetzt nicht mehr am Schultor abholen. Das sei für die Kinder nicht zumutbar. Und auch nicht, dass sie jetzt geschlagene 10 Minuten zur nächsten Bushaltestelle laufen müssen. Die überflüssigen E-Roller und Fahrräder können die Schulhöfe direkt anfahren. Aber das kann man den verzogenen Wohlstandskids offensichtlich nicht zumuten. Da müssten sie sich ja bewegen … Die Frage nach einer Alternative bleibt von den Motzkis unbeantwortet. Soll man die maroden Leitungen unter der Straße liegen lassen, damit die Kleinen und die Großen und auch die Alten keine Beeinträchtigungen haben? Das natürlich nicht. Was dann? Schulterzucken. Aber das Maul aufreissen und die Stadtverwaltung anpöbeln, das können sie offensichtlich alle. Auch wenn sie von Straßenbau und Infrastruktur nicht das Geringste verstehen.
  • 101. Die Totengräber der Union

    02:52||Season 5, Ep. 101
    261001PC Eine Partei zerlegt sich selbstMensch Mahler am 01.10.2026 Dass die CDU die Landtagswahlen vergeigt hat, ist das eine. Dass der Kanzler, der ein Gutteil an Schuld an dieser Misere trägt, keine Konsequenzen zieht, ist das andere. Dass es jetzt Diskussionen um die Nachfolge des Kanzlers gibt und Markus Söder von der CSU im Spiel ist, grenzt an Selbstzerfleischung. Dass die CDU in Heidenau die kommunale Brandmauer eingerissen hat, und mit der AfD einen Antrag durchgebracht hat, keine neuen Stolpersteine zu verlegen – damit überholen die rechten die linken in der Antisemitismusdiskussion. Das alles reicht ja eigentlich schon, um die ehemalige Alternative zur Alternative für Deutschland in den Orkus der Geschichte zu beamen. Aber Jens Spahn wäre nicht Jens Spahn, wenn das schon genug wäre. Er ist der Weltmeister im obendrauf packen.Eigentlich war er schon weg vom Fenster mit Blick auf den See, als er und sein Ehemann Daniel Funke im Juli 2026 bekannt gaben, dass sie durch eine Leihmutterschaft in den USA Eltern eines Kindes geworden sind. Dies löste eine breite öffentliche Debatte über die deutsche Rechtslage und den Vorwurf der Doppelmoral aus, da Leihmutterschaften in Deutschland verboten sind und Spahn dieses Verbot in seiner Zeit als Bundesgesundheitsminister sowie als CDU-Politiker stets verteidigt hatte. Spahn trat als Fraktionsvorsitzender zurück.Wie Kai aus der Kiste tauchte der frischgebackene Vater im Haushaltsausschuss der Fraktion auf. In der Unionsfraktion wächst inzwischen erneut der Ärger über Jens Spahn. Der frühere CDU-Fraktionschef soll nach Informationen des „Spiegel“ und der ARD sogar kurz davor gestanden haben, seinen Platz im mächtigen Haushaltsausschuss zu verlieren. Auslöser waren Fotos, die ihn mit seinem Baby auf dem Flughafen der Ferieninsel Sardinien zeigen, während er zeitgleich eine Ausschusssitzung verpasst hatte.Es war bereits sein zweiter Fehltermin. Eine vorherige Ausschusssitzung hatte er wegen einer Erkrankung seines Kindes verpasst. Dass kurze Zeit später Bilder aus Sardinien auftauchten, ließ die Stimmung in Teilen der Fraktion offenbar kippen. Nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios plädierte in einer späteren Sondersitzung sogar eine Mehrheit der Unions-Haushälter dafür, Spahn aus dem einflussreichen Ausschuss zu entfernen. Mahler meint: die CDU kann eigentlich so viele Politiker, die hohe öffentliche Ämter bekleiden, wie sie will. Die Totengräber der sogenannten Christdemokraten haben gründliche Arbeit geleistet. „Wir machen den Weg frei“ ist das neue Motto der einzig verbliebenen wählbaren Partei, die sich konservativen Werten verschrieben hatten. Für wen macht die CDU den Weg frei? Für die unsägliche Weidel-Chaoten-Truppe. Die lachen sich kaputt. So einfach hatten sie sich den Weg an die Macht nicht vorgestellt. Armes Deutschland.
  • 927. Wie finde ich eine gute Mitarbeitende?

    01:14||Season 5, Ep. 927
    260927PC Wie finde ich einen guten Mitarbeitenden?Mensch Mahler am 27.9.2026 Ein Bad suchte einen Schwimmmeister. Bei einem Kennenlerntermin führte die Badleiterin die Bewerberinnen und Bewerber zu einer geschlossenen Tür und erklärte: „Dieses Schloss ist durch die feuchte Luft oxidiert. Ich bekomme es einfach nicht auf. Könnte mir jemand von ihnen dabei helfen?“ Die erste Bewerberin ging zur Tür, begutachtete das Schloss von allen Seiten, verlangte einen Schraubendreher und versuchte, es abzumontieren. Doch nichts rührte sich. Der zweite Kandidat schlug vor, Öl in das Schloss zu träufeln. Die Cefin gab vor, danach zu suchen, kam jedoch bald mit leeren Händen zurück. Als sich alle schon abwenden wollten, ging die dritte Bewerberin auf die Tür zu, nahm den Griff und zog die Tür auf.„Das Schloss war gar nicht kaputt“ erklärte die Chefin. „Ich wollte nur sehen, ob sie alles glauben, was man ihnen sagt.“ Dann streckte sie der letzten Bewerberin die Hand entgegegen: „Herzlichen Glückwunsch! Sie haben den Job.“
  • 929. Herbsttag - das Rilke Projekt

    04:42||Season 5, Ep. 929
    260929PC HerbsttagMensch Mahler am 29.9.2026 Wenn ich durch die Welt radle oder wandre, kommt mir wieder und wieder dieses Gedicht von Rainer Maria Rilke in den Sinn. Herbsttag aus dem Rilke-Projekt. Gesprochen von Gottfried John
  • Zurückhaltung und feine Töne verschleiern, worum es wirklich geht:

    01:49|
    260928PC Europa im KriegMensch Mahler am 28.9.2026 Russland trägt seinen Krieg gegen die Ukraine immer mehr in den Westen. Seit Kriegsbeginn 2022 häufen sich in Europa Zwischenfälle, hinter denen russische Akteure vermutet werden. Das Spektrum reicht von Vorfällen mit Drohnen, bei denen – wie vor kurzem in Leipzig – sogar Sprengladungen mitgeführt werden, über durchtrennte Unterwasserkabel, Brände bei Waffenherstellern und Cyberattacken auf Kraftwerke bis hin zu bei Botschaften deponierten tierischen Überresten. Das Konfliktforschungsinstitut Acled registrierte bis Anfang September rund 250 Vorfälle, bei denen eine russische Beteiligung vermutet oder bestätigt wurde. Ich gebe zu: Ich habe Angst. Lange Zeit dachte ich, dass Putin nicht so wahnsinnig ist, sich mit der gesamten westlichen Welt anzulegen. Er beweist gerade das Gegenteil.Ich radle durch die Schweiz. Überall Plakate: Kein Krieg. Ja zur Schweizer Neutralität. Ich lese in der taz: Wladimir Putin könnte mit der Invasion der baltischen Staaten beginnen, sagt Robert Browdi, Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte. Ihm zufolge könnte Putin bei einem Angriff auf das Baltikum vor allem auf die Überlegenheit seiner Armee bei Drohnen setzen. Die Nato-Staaten seien auf einen Drohnenkrieg nicht vorbereitet.So langsam wird es eng. Man hat Vladimir Putin lange genug unterschätzt. Damit muss jetzt Schluss sein. Ich glaube inzwischen, dass dieser Mann zu allem fähig ist. Umso irriterender, dass Parteien in Deutschland Zulauf haben, die gute Beziehungen zum Russland Putins unterhalten.