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Mensch Mahler | Die Podcast Kolumne

Cem Özdemir und Hendrik Wüst

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  • 1017. Ich mach mein Ding

    08:03||Season 5, Ep. 1017
    261017PC Ich liebe IndividualistenMensch Mahler am 17.10.2026 Ich liebe Menschen, die sich nicht darum scheren, was andere von Ihnen denken. Die sich aus der Masse herausheben und denen gesellschaftliche Konventionen an irgendeinem peripheren Körperteil vorbeigehen. Der Kopf ist es nicht. Zwei Beispiele:Zum einen ist da Harald Glööckler. Der Modeschöpfer, Möbeldesigner, Maler und noch so vieles andere ist ein Star. Macht sehr viel Geld. Sieht aus – na ja, da scheiden sich die Geister. Angemalter Bart, schrille Klamotten, macht aus seinem Schwul-Sein keinen Hehl, sondern einen Kult. Ich habe ihn vor Jahren in seinem Berliner Stadtschloss unter den Linden interviewt. Es war bewegend. Eine unglaublich sensible, verletzliche Persönlichkeit, der ohne sein Management, dass seine Kunst vermarktet, keinen Cent verdienen würden. In Japan, einer uniformierten Gesellschaft, verkauft er irre viel. Weil die Menschen dort einen Nonkonformisten, der einfach macht, was er will und sich nicht um die öffentliche Meinung schert, bewundern. Mutig, offen und einfach er selbst. So habe ich Harald Glööckler kennen, lieben und schätzen gelernt.Zum zweiten meine Cousine. Schon ganz früh ist sie aus Konventionen ausgebrochen. Sie hat Musik studiert und ist losgezogen in die weite Welt. In einem Bauwagen mit Traktor war sie unterwegs, hat Jonglierbälle genäht, jongliert und ihre Bälle verkauft. Sie hat in der Landwirtschaft gearbeitet und dem Bauern Klavierunterricht gegeben, wenn sie mit Käse machen fertig war. Schließlich hat ist sie mit ihrem Bauwagen in der Toskana gelandet. Dort hat sie ihr Glück gefunden und lange Zeit mit ihrer Frau zusammengelebt. Manchmal ist sie auf eine Alm in Südtirol gegangen und hat dort mitgearbeitet. Aber in der Toskana ist sie hängengeblieben. Jetzt hat sie sich ein 5.000 qm großes Grundstück gekauft. Die Hütte darauf ist 25 Quadratmeter groß. Sie lebt dort in der Hütte, ihren Bauwagen hat sie auch auf dem Gelände. In diesen Wochen erntet sie ihre Oliven. Ihre Ehe ist zu Ende gegangen, sie lebt allein, allerdings mit einem großen Freundeskreis, mit dem sie feiert, musiziert, singt, das Leben genießt. An Wochenenden wäscht sie Teller in einem Restaurant. Für 10 Euro die Stunde, essen geht aufs Haus. Sie kommt aus einem gutbürgerlichen Haushalt. Sie hätte ganz anders leben können, wollte sie aber nicht. Mit Udo Lindenberg sagt sie ich mach mein Ding. Ganz egal was die anderen labern. Ich habe das Gefühl, sie ist glücklich. In ihrem Leben angekommen. Bescheiden, mit wenigem zufrieden. Eigentlich beneide ich sie. Wie auch Harald Glööckler. Glücklich die Menschen, die den Mut und die Kraft haben, einfach ihr Leben zu leben.
  • 1016. Zucker, Sprit und Tabak

    02:23||Season 5, Ep. 1016
    261016PC Zucker, Tabak und Alkohol – gesundheitsschädlicher Luxus wird teuerMensch Mahler am 16.10.2026 Wir waren im September in Norwegen. Ein kleines Glas Wein oder Bier kostet dort 16 Euro. Der Grund: rund 50% des Verkaufspreises gehen an den Staat. Verkauft wird Alkohol nur in Läden, auf die der Staat das Verkaufsmonopol hat.Wer in den Vereinigten Arabischen Emiraten Limo trinken will, der braucht eine dicke Geldbörse. 100% Steuer auf Energydrinks und 50% auf kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke.Raucherinnen haben in Australien die schlechtesten Karten. 15 Euro 51 werden für eine Schachtel Marlboro fällig. Begründet wird dies zum einen mit dem Gesundheitsrisiko und zum anderen mit dringend benötigten Einnahmen für die Staatshaushalte. In Deutschland ist jedes 4. Kind bereits von Übergewicht oder Adipositas betroffen. Jetzt wird endlich über die Einführung einer Zuckersteuer diskutiert. Die ist allerdings wachsweich, gestaffelt und mittlere Getränkehersteller werden ausgenommen. Ein ganz schwaches Gesetz, dass mit dem Unfug, vor allem Kindern zuckerhaltige Getränke zur Verfügung zu stellen, keinesfalls aufräumen wird. Und es geht nun mal nur über den Geldbeutel.Die Tabaksteuern werden kräftig angehoben. Bis 2030 werden Zigarettenpackungen – also 20 Glimmstengel – noch mal 4 Euro teurer. Markenzigaretten sind dann bei 14 Euro – wir nähern uns australischen Verhältnissen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Rauchen beläuft sich auf 30,3 Milliarden Euro pro Jahr für medizinische Behandlungen, 66,9 Milliarden entstehen durch Produktivausfälle Arbeitsunfähigkeit und frühzeitigen Tod. Dem gegenüber stehen Einnahmen aus der Tabaksteuer von 15,6 Milliarden Euro – also gerade einmal 15%.Ähnlich verhält es sich mit dem Alkohol. Durch Missbrauch entsteht ein volkswirtschaftlicher Schaden von 57 Milliarden Euro pro Jahr. Die Besteuerung von Alkohol bring 2,1 Milliarden. Hier sind wir schlappen 12%.Ich finde es bedauerlich, dass man Menschen via Geldbeutel zu ihrem Glück zwingen muss. Vernunft bringt nichts. Und die Erhöhung der Steuern wird dazu beitragen, dass der Schwarzmarkt kräftiger brummen wird denn je.
  • 1015. Recht haben und Recht bekommen

    02:55||Season 5, Ep. 1015
    261015PC Recht haben und Recht bekommenMensch Mahler am 15.10.2026 Im Moment kommt es dick. Ich hasse Rechtsstreitigkeiten. Und im Moment bin ich in nicht weniger als dreien drin. Ein ehemaliger Partner im Rundfunkgeschäft hat mich betrogen. Eine Wohnung, in guter Absicht an einen angeblichen syrischen Flüchtling vermietet, wird weder richtig bezahlt noch geräumt. Und dann noch ein Streit, der mir sehr nahe geht, über den ich aber öffentlich nicht sprechen mag. Mein Anwalt arbeitet auf Hochtouren. Nochmal: Ich hasse das. Ich möchte mich immer gerne außergerichtlich und gütlich einigen. Auch wenn ich dabei draufzahle. Aber. Recht haben und Recht bekommen sind eben zwei Paar Stiefel.Es ist jetzt mehr als 20 Jahre her. Ich war mit meinem Auto auf Dienstreise. In Franken auf einer leeren Autobahn habe ich bin ich auf einen Golf getroffen, der mutterseelenallein auf der linken Spur unterwegs war. OK – irgendwann habe ich die Lichthupe eingesetzt und links geblinkt. Vier junge Burschen drehten sich um und lachten mich an. Deuteten auf die rechte Spur – nach dem Motto: du kannst uns ruhig rechts überholen.Irgendwann – ich schätze, es waren 5 Minuten - wechselten sie auf die leere rechte Spur. Ich zog vorbei, Lichthupe aus einem Weihnachtsbaum aus mehreren Halogenscheinwerfern leuchteten mir im Wortsinn heim. Ich tippte kurz die Bremse an – bestimmt schon 200 Meter entfernt, sollte heißen: Ich hab‘s gesehen, ihr könnt gerne wieder abblenden. Wieder zu Hause eine Vorladung der örtlichen Polizei. Ich solle mich zu einer Anzeige äußern. Ich juristisches Greenhorn habe das bereitwillig getan. Erster Stockfehler. Mein Anwalt sagte mir, ich hätte noch nicht einmal zugeben müssen, dass ich zu dieser Zeit dort unterwegs war. Meine Kollegin hätte ich auch nicht in Nürnberg auf den Zug entlassen, sie war neben mir und könne meine Version bezeugen. Zu spät: 4 identische Aussagen. Sie hätten eine LKW-Kolonne überholt. Da kam von hinten ein Audi mit geschätzt 250 angeschossen und hat sie mit dichtem Auffahren, wildem Hupen und Lichthupe massiv genötigt. Als sie ihren Überholvorgang beendet hatten, hätte ich mich vor sie gesetzt und eine Vollbremsung vollzogen. Sie seien alle in die Gurte geflogen, der Wagen sei ins Schlingern gekommen und sie wären nur knapp einem schweren Unfall entgangen. Ich hatte keine Chance. Eine Aussage gegen vier. Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Nötigung. 3 Monate Führerscheinentzug, 3000 D-Mark in die bayrische Staatskasse. Meinem Wunsch, das Geld wenigstens dem Roten Kreuz geben zu wollen, wurde nicht stattgegeben.Ich habe meine Lektion gelernt. Erst mal Klappe halten. Ohne meinen Anwalt sage ich nichts. Und jetzt hänge ich wieder in Rechtsstreitigkeiten. Wie gesagt: Ich hasse das. Aber ich will mich auch nicht veräppeln lassen. Aber ich bin ja noch dankbar, dass wir in einem Rechtsstaat leben, der funktioniert – zumindest weitestgehend.
  • 1014. Was lehrt uns die Causa Bärbel Bas

    02:34||Season 5, Ep. 1014
    261014PC Was lehren uns Bärbel Bas und Jens Spahn?Mensch Mahler am 14.10.2026 Einige Jahre habe ich in Berlin Spitzenpolitiker interviewt. Warum ist mir das, der ich einen privaten Rundfunksender vertreten habe, gelungen? Weil es sich herumgesprochen hat, dass ich am Menschen interessiert war und nicht in erster Linie am Politiker, an der Politikerin.Aber: gelingt eine Trennung von Mensch und Mandatsträgerin? Wir hatten in der jüngsten Vergangenheit zwei Beispiele, die gezeigt haben, wie kompliziert das ist. Zum einen Jens Spahn, der mit seiner Leihmutterschaftsaffäre und den Fehlzeiten wegen der Betreuung seines Sohnes Georg in politische Schwierigkeiten geraten ist. Und jetzt Bärbel Bas. Anstatt sich eine Auszeit zu nehmen, um sich von der verstorben Stieftochter würdig zu verabschieden, trat sie als Arbeitsministerin und Vize-Vorsitzende der SPD zurück. Nicht ohne durch Vorwürfe die Regierungskoalition schwer zu beschädigen. Der Chef der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft in der CDU, Dennis Radtke, zeigte sich bei ZDF Spezial überrascht vom Bas-Rücktritt. Und: "Es gibt kein gutes Bild ab, wenn man über einen so persönlichen Trauerfall jetzt eine öffentliche Schlammschlacht aufführt. Ich denke, man muss auch ein bisschen differenzieren, was die Kritik angeht."Es müsse aber auch möglich sein, politisch einzufordern, dass "das was verabredet worden ist, auch geliefert wird", sagte Radtke mit Blick auf die geplante Rentenreform. Er wisse nichts von Anwürfen gegen Bas hinter vorgehaltener Hand aus den Reihen der CDU, so Radtke. "Sollte sich das irgendwo zugetragen haben, das wäre ein Vorgang, der unserem Anspruch ganz sicherlich nicht gerecht wird.""Die Leute wollen regiert werden, die Leute wollen, dass bestimmte Themen adressiert werden", sagte Radtke. "Und die Leute haben keine Lust, der Regierung zuzusehen, dass man eher den Eindruck hat, hier kommen Beiträge aus einer Daily Soap, einer Selbsthilfegruppe." Anstelle von Selbstbeschäftigung und Klausuren müssten Probleme gelöst werden mit dem Personal, das da sei.Zuggegeben: es ist schwer, politisches Mandat und Privatleben auseinanderzuhalten. Aber – mit Verlaub – das gehört zum Geschäft und zur Professionalität. Auszeiten aus persönlichen Gründen müssen erlaubt sein. Den Rücktritt dann aber mit einem Rundumschlag zu vollziehen, schadet in jeder Beziehung. Der Person, der Partei, der Regierungskoalition und dem politischen Klima insgesamt.
  • 1013. Mehr Demokratie wagen!

    02:15||Season 5, Ep. 1013
    261013PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 5 Demokratie feiernMensch Mahler am 13.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Zu guter Letzt: man kann Demokratie auch mal feiernSich mit Menschen, die ganz anders denken, wirklich auseinanderzusetzen, kann zäh sein. Diskussionen im Betriebsrat oder der Elternbeiratssitzung sind kleinteilig und mühsam. Bis das Thema einer Bürgerinitiative oder einer Petition auf die politische Ebene durchdringt, ist meist langer Atem nötig. Ganz klar: Demokratie ist oft anstrengend. Deswegen sagen wir, last but not least: Lasst uns Demokratie zwischendurch auch mal feiern! In größerem Rahmen geht das bei Demokratiefestivals, die es in Deutschland in mehreren Regionen gibt. Oder beim Bürgerfest, das der Bundespräsident in Deutschland jedes Jahr rund um den Tag der Demokratie am 15. September veranstaltet, unter anderem mit einem Tag des offenen Schlosses in Bellevue. In Ihrem unmittelbaren Umfeld könnten Sie Demokratie mit einem Nachbarschaftsfest feiern – schließlich geht es bei Demokratie immer auch darum, Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund in den Austausch zu bringen. Und für den Alltag: Machen Sie sich auch die kleinen Schritte und Erfolgsgeschichten bewusst. Am Ende einer zähen Diskussion steht ja mitunter auch eine Annäherung und am Ende der Elternbeiratssitzung oft ein Ergebnis.Wir als Grüne können das ganz gut. In unserem Reutlinger Parteibüro steht immer eine Kiste Bier kalt, und was meinen sie, was los war, als es Cem Özdemir hauchzart geschafft hat, den Ministerpräsidenten für Baden-Württemberg zu stellen? Man muss dabei gewesen sein, um es zu glauben.Also: Demokratie macht nicht nur Arbeit, sondern auch eine Menge Spaß. Ich hoffe, Sie haben Blut geleckt. Würde mich sehr freuen.
  • 1012. Mehr Demokratie wagen!

    02:48||Season 5, Ep. 1012
    261012PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 4 Sich in einer Partei engagierenMensch Mahler am 12.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Warum immer „die Anderen“ machen lassen? Jede und jeder kann sich für ein politisches Amt bewerben. Es muss ja nicht gleich das Bundestagsmandat sein. Engagierte Volksvertreterinnen sind auf jeder Ebene gefragt, zum Beispiel im Gemeinderat. Dort kann man das eigene Lebensumfeld unmittelbar mitgestalten. Auch Ortsvereine politischer Parteien greifen die wichtigen Themen in einer Kommune auf und bieten eine Möglichkeit, mitzumachen und Politik selbst in die Hand zu nehmen. Schon mal mit einem solchen Engagement geliebäugelt? Dann wäre jetzt doch eine gute Gelegenheit, aktiv zu werden!Ich muss zugeben, dass ich über weite Strecken meines Lebens nicht parteipolitisch engagiert war. Im Nachhinein halte ich das für einen Fehler. Aber es ist nie zu spät, Fehler zu korrigieren. Ich war einige Jahre Genosse in der SPD. Damals war es auf Landesebene noch eng in Baden-Württemberg. Ich habe Niels Schmidt unterstützt, der 2016 bei den Landtagswahlen Spitzenkandidat der Sozialdemokraten war. Und meine derzeitige Mitgliedschaft hat auch mit Landtagswahlen zu tun. Um zu verhindern, dass Grün-Schwarz in Baden-Württemberg zu Schwarz-Grün unter dem Greenhorn Manuel Hagel, CDU wird, bin ich mit Cem Özdemir in den Wahlkampf gezogen. Es hat dann knapp gereicht, und seitdem bin ich – Bad Uracher wie Özdemir auch – im Kreisverband Reutlingen aktiv. Das kommt mir auch aus dem Grund zugute, dass wir hier eine starke Lobby-Gruppe für Radfahrer haben. Gemeinsam mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC. In den letzten Wochen haben wir sehr viel dafür getan, um als Grüne die absolute Mehrheit der AfD in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern zu verhindern und auch in Berlin weiter mitreden zu können.Fazit: Es macht Spaß, in einer Partei an gemeinsamen Zielen wie soziale Gerechtigkeit und Klimaschutz zu arbeiten. Ich lerne interessante Leute kennen und erweitere meinen Horizont. Dabei versuche ich, nicht parteipolitisch engstirnig zu denken, sondern das Wohl aller Menschen und auch die Bewahrung der Mitwelt als erstes politisches Ziel zu behalten.
  • 1011. Wir wollen mehr Demokratie wagen!

    02:03||Season 5, Ep. 1011
    261011PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 3 Politische TeilhabeMensch Mahler am 11.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Heute auch eine äußerst wichtige Geschichte: Zivilgesellschaftliches EngagementDemonstrieren ist ein bisschen in Verruf gekommen. Für manche ist es Freizeitbeschäftigung. Da ist was los, es ist laut und kämpferisch. Fragen sich zwei Jugendliche -selbst erlebt: wogegen demonstrieren wir heute? Antwort: Keine Ahnung. War das jetzt für den Frieden oder gegen die Amis? Egal. Morgen ist auch wieder eine Demo. Ich bin dabei – das macht richtig Bock. Trotz dem Missbrauch von Großveranstaltungen macht man durch die Teilnahme an Kundgebungen und Demonstrationen eigene Überzeugungen und gesellschaftlichen Zusammenhalt sichtbar. Und jetzt wird’s auch ein bisschen arbeitsintensiv: In Vereinen oder Initiativen mitwirken. Es gibt unzählige Möglichkeiten, sich in Gewerkschaften, Kirchen, NGOs oder lokalen Bürgerinitiativen zu engagieren, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Wir wissen es längst: Alles beginnt mit der Bildung. Es ist schlicht die Grundlage: Demokratische Bildung muss gefördert werden. Und das beginnt bei mit: Mich informieren, Wissen über politische Abläufe weitergeben und Angebote der Bundeszentrale für politische Bildung nutzen. Wichtig ist dabei, nicht nur seine eigene Meinung bestätigen lassen, sondern sich auf Pro und Contra Argumente einlassen, um eine gut fundierte Meinung und Haltung zu den vielfältigen Themen zu gewinnen. Keiner kann mich daran hindern, jeden Tag ein wenig klüger zu werden.
  • 1010. Wir wollen mehr Demokratie wagen!

    02:18||Season 5, Ep. 1010
    261010PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 2 Haltung zeigenMensch Mahler am 10.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Heute auch eine äußerst wichtige Geschichte: Haltung im Alltag zeigen und gegen Desinformation mit guten Argumenten vorgehen.Haltung beginnt mit Widersprechen. Gegen Hass, Hetze und menschenfeindliche Äußerungen im Bekanntenkreis, am Arbeitsplatz oder im Internet klar Stellung beziehen. Das ist oft unbequem, man muss damit rechnen, ausgelacht, bekämpft und angefeindet zu werden, wenn man sich gegen eine Mehrheitsmeinung – wie „alle Migranten sind Sozialschmarotzer“ aussprecht. Am besten ist es, wenn man Beispiele parat hat, dass es auch ganz anders gelagerte Biografien gibt. Das garantiert nicht, dass man seine Haltung durchsetzen kann. Aber man hat nicht geschwiegen – und vielleicht die eine oder den anderen ein wenig zum Nachdenken gebracht. Wir leben in einer Zeit der Fake News. Falschinformationen korrigieren ist das Gebot der Stunde. Kritisch mit Nachrichten in sozialen Medien umgehen, Quellen prüfen und Falschmeldungen sachlich richtigstellen. Wichtig: immer gut und sauber recherchiert aus mehreren zuverlässigen Quellen. Bitte nie die Recherche allein KI überlassen. Und dann: Nicht von oben herab, sondern auf Augenhöhe diskutieren: Den Austausch mit Andersdenkenden suchen, ohne demokratische Grundwerte aufzugeben. Nie die Waffen derer benutzen, die mit Vorurteilen, Hass und Häme unterwegs sind. Ich lebe schon lange mit einem Zitat von Erich Kästner: „So tief dürft ihr nicht sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“ Das heißt: niemals auf Stammtischniveau sinken – aber bitte ohne Überheblichkeit.
  • 109. Wir wollen mehr Demokratie wagen

    02:12||Season 5, Ep. 109
    261009PC Wir wollen mehr Demokratie wagen! 1 Politische TeilhabeMensch Mahler am 09.10.2026 „Wir wollen mehr Demokratie wagen“ dieser Satz des neugewählten Bundeskanzlers Willy Brandt in seiner Regierungserklärung am 28. Oktober 1969 in Bonn ist in die Geschichte eingegangen. Man könnte sagen: Nie war er so wertvoll wie heute, dieser Satz. Statt dazusitzen und auf ein Verbot der AfD zu hoffen, kann man auch etwas tun. Nur was? Das will ich in den nächsten Tagen herausfinden. Schön, dass Sie dabei sind.Zunächst etwas Selbstverständliches – sollte man meinen. Politische Teilhabe und Wahlen.Klar und an erster Stelle: Wählen gehen und dankbar sein, dass wir in einer freiheitlichen Demokratie leben. Die Stimmabgabe bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europawahlen ist der direkteste Weg, demokratische Prozesse zu unterstützen. Das Argument: Ich finde die alle blöd hilft nur den Radikalen. Also: es geht immer nur darum, das kleinste Übel zu wählen. Die ideale Partei wird es nicht geben – die müsste ich selbst gründen. Und spätestens, wenn ich eintrete, ist sie nicht mehr perfekt. Ich persönlich bevorzuge schon immer links-grün mit wechselnden Präferenzen. Mini-Parteien, die mit Sicherheit nicht über die 5% Hürde kommen, lasse ich außen vor. Eine verschenkte Stimme für eine Partei, die nicht aktiv in die Politik eingreifen kann. Außerparlamentarische Kräfte unterstütze ich in NGOs, Vereinen oder in unserer Stiftung.Ein weiterer Schritt: man kann Wahlhelfer werden. Durch die aktive Mithilfe bei der Durchführung von Wahlen sichert man einen reibungslosen und transparenten Ablauf vor Ort. Und schließlich: alle Formen der Mitbestimmung nutzen: Sich an Instrumenten wie Bürgerbegehren, Bürgerräten oder Petitionen beteiligen. Damit sind wichtige, aktive Schritte getan. Demokratie lebt von der Beteiligung. Also raus aus der Komfortzone, runter von der Couch, Arsch hu un Zeng usenander.