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Kunstlicht
Dinge des Lebensendes: Wie wir Übergänge gestalten
Wann hast du zuletzt ernsthaft über das Sterben nachgedacht? In dieser Folge spricht Eva Pauline Bossow mit Bitten Stetter, Leiterin Forschung und Master Trends & Identity an der ZHdK und Gründerin von finally, über ein Thema, das uns alle betrifft – und über das wir dennoch kaum sprechen.
Gemeinsam mit Alessandra Finazzi, die selbst an Krebs erkrankt ist, zeigt sie, wie Design dabei helfen kann, das Lebensende menschlicher, würdevoller und greifbarer zu gestalten. Vom gemeinsamen Entwickeln von Prototypen bis hin zu deren Erprobung in der Charité Berlin wird deutlich: Design kann Übergänge begleiten. Warum finden sich auf Palliativstationen «Get well soon»-Karten? Weshalb macht uns das Sterben sprachlos? Und wie können Gestaltung, Sprache und Kleidung helfen, Fürsorge neu zu denken? Eine Folge über Care, Design und die Frage, wie wir das Lebensende nicht verdrängen, sondern gemeinsam gestalten.
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Heilende Klänge: Wie Sound Stress reguliert
44:55|Musik kann glücklich machen, trösten, Erinnerungen wecken und Emotionen verstärken. Sie begleitet die grössten – und die stillsten – Momente unseres Lebens. Doch Musik ist mehr als Unterhaltung: Sie heilt. Vielleicht ist sie sogar das älteste Medikament der Welt.In dieser Folge spricht unsere Hostin Eva Pauline Bossow mit Diandra Russo, Musiktherapeutin und Co-Leiterin der Weiterbildungs-Studiengänge Musiktherapie an der ZHdK, und mit Friederike Haslbeck, Musiktherapeutin und Forscherin am Universitätsspital Zürich. Sie diskutieren über die Kraft der Klänge – vom uralten Monochord über ACDC bis zur Neonatologie, wo Musik Frühgeborene in ihrer Gehirnentwicklung unterstützt.Ob chronische Schmerzen oder Momente, in denen Worte nicht mehr reichen: Musik erreicht uns dort, wo Sprache versagt. Eine Folge über Wissenschaft, Menschlichkeit und die heilende Kraft der Musik.https://www.zhdk.ch/weiterbildung/weiterbildung-musik/musiktherapie https://www.zhdk.ch/forschungsprojekt/untersuchung-zur-wirkung-von-live-gespielten-monochordklaengen-auf-die-stressregulation-gesunder-erwachsener-592819https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/08098131.2025.2524859
Unsichtbare Gesundheit: Was wir spüren, aber nicht messen können
32:48|Es gibt Schmerzen ohne Diagnose. Symptome ohne Namen. Und Körper, die funktionieren – und trotzdem leiden. In dieser Folge von Kunstlicht geht es um genau diese blinden Flecken: um „unsichtbare Gesundheit“. Claudia Witt (Professorin am Universitätsspital Zürich) und Anna Lisa Martin-Niedecken (Professorin für Designforschung an der ZHdK) sprechen mit Podcast-Host Eva Pauline Bossow darüber, warum unser Gesundheitssystem vor allem das misst, was messbar ist – und dabei oft übersieht, wie sich Gesundheit tatsächlich anfühlt. Designer:innen können helfen, diese Lücke zu schliessen. Wir tauchen ein in konkrete Projekte an der Schnittstelle von Medizin, Technologie und Gestaltung: von digitalen Self-Care-Angeboten für Krebspatient:innen bis zur Frage, was Menstruationsblut über unsere Gesundheit verrät – und wie man daraus Anwendungen entwickelt, die nicht nur informieren, sondern wirklich unterstützen. Eine Folge über Co-Creation, sensible Daten, die Rolle von KI – und darüber, warum gute Gestaltung im Gesundheitsbereich weit mehr ist als Ästhetik.
Gemeinsinn, Folge 5: Versprechen Maschinen Zukünfte?
43:11|Maschinen entscheiden mit, was wir sehen, hören und für möglich halten. Sie strukturieren unseren Alltag und unsere Vorstellungen von Zukunft. Doch wie viel Macht geben wir ihnen ab? In dieser Folge diskutiert Eva Pauline Bossow mit Christopher Salter, Professor und Leiter des Immersive Arts Space der ZHdK und Nils Röller, Professor für Kultur- und Medientheorie im Departement Fine Arts. Sie verstehen Maschinen als kulturelle, historische und körperliche Systeme, in die wir tief verstrickt sind. Es geht um Wahrnehmung statt Kreativität, um Kunst als Ort des Zweifelns, um die Spuren des Kalten Kriegs in heutigen Technologien – und um die Frage, wie künstlerische Ausbildung mit Maschinen umgehen kann, ohne sich von ihnen bestimmen zu lassen. Eine Folge über Kreativität, Abhängigkeiten und die Notwendigkeit, Räume für offene Diskussionen zu schaffen.
Gemeinsinn, Folge 4: Entsteht Kunst im einsamen Genie – oder im Zusammenspiel vieler?
44:31|Was macht uns klüger, kreativer, handlungsfähiger: Rückzug oder Reibung, Isolation oder Kollaboration? In dieser Folge sprechen Florian Dombois, Leiter Forschungsschwerpunkt Transdisziplinarität, und Jörg Scheller, Professor für Kunstgeschichte, mit Eva Pauline Bossow über den hartnäckigen Mythos des Individuums in den Künsten. Sie loten aus, was in der Gruppe möglich wird, was der Einzelne nicht erreicht – und was Gruppen zugleich verhindern können, besonders dann, wenn Teams zur neuen absoluten Arbeitsform stilisiert werden. Ein Gespräch darüber, warum künstlerische Arbeit heute beides braucht: das Alleinsein und das Gegenüber, die Irritation und den Austausch.Georgia O'Keeffe: https://www.christies.com/en/lot/lot-4931903Forschungsprojekt SNF: https://blog.zhdk.ch/smallpeace/Marcel Duchamp: "The Creative Act", https://sites.evergreen.edu/politicalshakespeares/wp-content/uploads/sites/226/2015/12/Duchamp-The-Creative-Act.pdfFluxus, https://de.wikipedia.org/wiki/FluxusJoseph Beuys & Henning Christiansen: "Ich versuche dich freizulassen (machen)", 27.2.1969, https://www.tate.org.uk/research/tate-papers/31/joseph-beuys-henning-christiansenPetrarca: Die Besteigung des Mt. Ventoux, https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Besteigung_des_Mont_VentouxInfragestellung des Fortschritts z.B. Vanessa Machado de Oliveira: "Hospicing Modernity", https://www.northatlanticbooks.com/shop/hospicing-modernity/
Gemeinsinn, Folge 3: Welche Räume öffnet Design – und für wen?
34:24|Wie entsteht sozialer Zusammenhang in einer Gesellschaft, die sich als divers versteht – und was kann Design dazu beitragen? Sehr viel, sagen die ZHdK-Professorinnen Katharina Tietze und Sophia Prinz. Denn Design ist nicht nur Gestaltung, sondern eine soziale Praxis. Im Gespräch mit Kunstlicht-Host Jörg Scheller zeigen sie, wie Design soziale Räume öffnet, Konflikte sichtbar macht und neue Formen des Zusammenhalts ermöglicht – kritisch, inklusiv und mit Mut zum Unkontrollierbaren. Eine Folge über Übergänge, Verantwortung und die Kraft ästhetischer Erfahrung. Produktion: Soë Oeschger
Gemeinsinn, Folge 2: Wie lernen wir, wieder miteinander zu streiten?
42:50|In dieser Folge sprechen Ruth Frischknecht (Fachdidaktik Schulmusik) und Miriam Schmidt-Wetzel (Fachdidaktik Kunst und Design) darüber, warum Streit nicht das Ende, sondern der Anfang von Verständigung sein kann. Warum wir Ambiguität aushalten und Unklarheiten gemeinsam verhandeln müssen. Und was das alles mit Künsten und Schulunterricht zu tun hat. Im Zentrum steht das Konzept der „Trading Zone“ – ein Raum, in dem Menschen aus unterschiedlichen Disziplinen zusammenkommen, ihre Sprachen, Methoden und Perspektiven austauschen und so etwas Neues schaffen. Ein inspirierendes Gespräch über das Aushandeln von Differenzen, das gemeinsame Denken in der Vielfalt – und darüber, warum künstlerisches Arbeiten weit mehr ist als ein ästhetischer Luxus: Es ist ein Werkzeug gesellschaftlicher Veränderung.Produktion: Soë Oeschger Galison, Peter (1997). Image and logic: A material culture of microphysics. University of Chicago Press.https://press.uchicago.edu/ucp/books/book/chicago/I/bo3710110.htmlhttps://sticken-programmieren.ch/https://atelierschule.ch/https://www.kanti-baden.ch/https://collaeb.org/Bauer, T., (2023). Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. Reclam Bregman, R. (2017). Utopien für Realisten. Die Zeit ist reif für eine 15-Stunden-Woche, offene Grenzen und das bedingungslose Grundeinkommen. rororo Brunner, G., Lietzmann, C., Schmid, S., Tress, J. (2021). Mastery & Mystery. Musikunterricht zwischen Lehrgang und offenem Konzept. HelblingHope, C., Devenish, L., (2020). The New Virtuosity: A Manifesto For Contemporary Sonic Practice.https://www.cathope.com/thenewvirtuositymanifesto Kertz-Welzel, A., (2022). Rethinking Music Education & Social Change. Oxford University Press Reichenbach, R. (2017). Tausch und Täuschung : Bildungskolumne. MerkurRolle, C. (2014). Ästhetischer Streit als Medium des Musikunterrichts zur Bedeutung des Argumentierenden Sprechens über Musik für ästhetische Bildung. In: Art Education Research 09/2014. ZHdK
Gemeinsinn, Folge 1: Was uns verbindet – und was uns trennt: Über Gemeinsinn, Differenz und Social Media
40:51|Muss man sich immer einig sein, um Gemeinsinn zu erleben? Und kann Social Media überhaupt ein Ort des Gemeinsinns sein – oder ist es längst zur Ähnlichkeitsmaschine geworden, die Empörung, Wettbewerb und Abgrenzung befeuert? Roland Meyer, Professor für Digitale Kulturen und Künste, und Judith Siegmund, Professorin für Philosophische Ästhetik, sprechen über das Spannungsfeld zwischen Ich und Wir, Empathie und Algorithmus, Unterschied und Zusammenhalt. Sie fragen: Wie kann ein Gemeinsinn entstehen, der nicht auf Ähnlichkeit beruht, sondern auf der Anerkennung von Differenz? Und warum sind gerade die Künste Orte, an denen sich das Gemeinsame sinnlich, wahrnehmbar und immer wieder neu erzeugt? Ein Gespräch über Fantasie, Widerspruch – und das fragile Wir im digitalen Zeitalter.Produktion: Soë Oeschger
(Wdh.): Resilienz - die neue kulturelle Leitwährung?
35:16|Wir wiederholen unsere meistgehörten Folgen: In Krisenzeiten ist Resilienz allgegenwärtig. Doch was steckt wirklich dahinter? Eva und Jörg nehmen den Begriff auseinander – von seinen psychologischen Ursprüngen bis hin zur gesellschaftlichen Aufladung. Wie wurde Resilienz zur kulturellen Leitwährung? Und welche Rolle spielen Kunst, Design und Kultur in der Entwicklung unserer Widerstandsfähigkeit?Leibniz-Institut für Resilienz-Forschung: https://lir-mainz.de/homeBerliner Philharmoniker, Digital Concert Hall – https://www.digitalconcerthall.com/deAlexis de Tocqueville, Paradoxon beschrieben im Buch «Über die Demokratie in Amerika» (1840) "Ruangrupa Introduces the Spirit of ‘Lumbung’ to International Art", https://www.resilience.org/stories/2022-08-03/ruangrupa-introduces-the-spirit-of-lumbung-to-international-art/The School of Life, Buch „Art against Despair“ (2022)Psychologie-Heute, Artikel von Jörg Scheller, „Die beglückende Härte des Heavy Metal“ – https://www.psychologie-heute.de/gesellschaft/artikel-detailansicht/40245-die-beglueckende-haerte-des-heavy-metal.html (2020) Haruki Murakami, Buch „Wovon ich rede, wenn ich von Laufen rede“ (2018)