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cover art for BLACK OPERA

Theater Echo - Wir sehen Schwarz

BLACK OPERA

Season 1, Ep. 6

Kann Oper dekolonial, futuristisch und radikal sein? In dieser Folge von Theater Echo – wir sehen Schwarz spricht Miriam Ibrahim mit Regisseurin, Choreografin und Kuratorin Mable Preach sowie Performancekünstlerin, Komponistin und Theatermacherin Brandy Butler über Black Opera als künstlerische Praxis des Widerstands, der Transformation und der Hoffnung. Ausgehend von Mable Preachs Opera of Hope und Brandy Butlers Mitosis – Eine LSD Oper sprechen sie über die Dekolonisierung des Hörens, Afrofuturismus, Klang als politische Sprache und die Frage, wie Oper neue Geschichten von Schwarzsein, Queerness, Migration, Gemeinschaft und Zukunft erzählen kann. Ein Gespräch über Kunst, die Grenzen verschiebt.


Expertinnen: 

Brandy Butler is a performer, composer, and theater director whose work spans music, theater, movement, original composition, and socially engaged performance. A former ensemble member of Theater Neumark (2019 - 2024) and a current ensemble member of Theater Freiburg since 2025, she holds a Bachelor's degree in Jazz Flute and a Master's degree in Music Education.

Her compositions and performance works reflect a persistent inquiry into embodiment, narrative, and social reflection. Her works include the solo work Avoirdupois, which explored weight as both physical and psychological terrain; Red, a modern retelling of Little Red Riding Hood using mixed media storytelling in elementary-age performance contexts; and Mitosis: an LSD Opera, which was a modern opera exploring death and grief. Her newest work, WOVEN, about Trans Racial Adoption, is set to premiere in 2027.

In addition to her institutional work creating projects such as Drag Story Time, Protest Academy, and Enterspaces maintains an active international touring and independent practice touring with artists such as Jeremy Nedd and Ntando Cele.


Mable Preach ist eine in Hamburg lebende Regisseurin, Choreografin und Kuratorin mit ghanaischem Hintergrund. In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sie sich intensiv mit Themen wie Rassismus, Kolonialismus und Empowerment auseinander. Durch intersektionale und afrofuturistische Ansätze gelingt es ihr, komplexe gesellschaftliche Fragestellungen in ihren Inszenierungen zu beleuchten und neue Perspektiven zu eröffnen.

Als studierte Medienmanagerin hat sie zahlreiche Inszenierungen realisiert, insbesondere auf Kampnagel Hamburg und im Schauspiel Hannover. Zu ihren jüngsten Regiearbeiten zählen I AM. WE ARE (2023) und K(NO)W BLACK HEROES (2023/24). Viele ihrer Theatertexte stammen aus ihrer eigenen Feder – sie versteht sich als schreibende Regisseurin, die ihre Visionen nicht nur inszeniert, sondern auch textlich formt. 2022 wurde sie für den renommierten Faust-Preis in der Kategorie "Genresprenger" nominiert.

Neben ihrer Theaterarbeit engagiert sich Preach stark für die Förderung junger BIPoC-Künstler*innen. Sie ist Initiatorin des urbanen Jugendfestivals FORMATIONNOW sowie Gründerin des Kultur- und Jugendvereins Lukulule. Bis Ende 2024 war sie dort im Vorstand aktiv. Mit Projekten wie flüchtLINK, dem Black Gurl Magic Festival und der Theaterfactory-Projektwoche an Schulen schafft sie Plattformen für marginalisierte Stimmen.

2024 gründete sie The Choir of Uncivilized Voices, ein künstlerisches Kollektiv, das Stimmen von BIPoC-Künstlerinnen und Aktivistinnen zusammenführt, um gesellschaftspolitische Themen durch Gesang und Performance erfahrbar zu machen.

Ihre Arbeiten wurden international präsentiert, unter anderem in den USA, Chile und Deutschland. Mit der performativen Musikinstallation APHRO SPACE PHUNK sowie der jüngsten Produktion OPERA OF HOPE (2025, Kampnagel Hamburg) setzt sie neue künstlerische Impulse in der deutschen Theaterszene.

Mable Preach ist eine Stimme für soziale Gerechtigkeit und kulturelle Vielfalt, die mit ihren Projekten künstlerische Innovation, gesellschaftspolitisches Engagement und literarische Eigenständigkeit verbindet.

Host: Miriam Ibrahim ist Regisseurin, Kuratorin von Theater Echo. 



Dieses Projekt ist gefördert von der Behörde für Kultur und Medien Hansestadt Hamburg


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  • 5. Cringe, Horror, Hoffnung: Ein Deep Dive mit Lamin Leroy Gibba

    49:38||Season 1, Ep. 5
    In dieser Folge begrüßen Miriam Ibrahim und Sarah Claire Ray Lamin Leroy Gibba, einen der vielseitigsten Künstler der aktuellen deutschen Kulturszene. Als Schauspieler, Autor, Regisseur und Produzent lässt sich Lamin nicht in eine Schublade stecken und erläutert im Gespräch, warum multidisziplinäres Arbeiten kein Widerspruch, sondern eine notwendige Befreiung darstellt.Lamin bietet dabei Einblicke in seine Arbeiten am Maxim Gorki Theater, darunter die durch das Genre Horror inspirierte Produktion „Die Zwillinge“ (2026) sowie die berührende May-Ayim-Hommage „Blues in schwarz-weiß“ (2025). Darüber hinaus thematisiert Gibba in einem ehrlichen Austausch Machtstrukturen im Kulturbetrieb, die Verantwortung gegenüber dem Publikum und die dringende Sehnsucht nach einer größeren Vielfalt und Repräsentanz Schwarzer Lebensrealitäten auf der Bühne. Er beleuchtet zudem die Magie des Absurden in seinem Stück „Doppeltreppe zum Wald“ und erklärt, warum eine Besetzung mit neun Schwarzen Charakteren in der deutschen Theaterlandschaft noch immer als revolutionär gelten muss. Lamin nimmt uns mit auf eine Reise durch seine Figurenwelt voller „Cringe-Momente“, radikaler Nacktheit und tiefer Menschlichkeit – ein absolutes Muss für alle, die die Zukunft des afrodeutschen Erzählens miterleben wollen.Gäst:innen:Lamin Leroy GibbaLamin Leroy Gibba ist Schauspieler, Autor und Filmemacher. Nach seinem Studium an der New School for Drama in New York folgten Engagements an Häusern wie dem Classical Theatre of Harlem, Kampnagel und dem Ballhaus Naunynstraße. Internationale Erfolge feierte er mit dem Kurzfilm Hundefreund sowie als Creator und Hauptdarsteller der ARD-Serie Schwarze Früchte (2025), die 2025 mit dem Deutschen Serienpreis ausgezeichnet wurde.Sein Theaterwerk umfasst preisgekrönte Texte wie u.a. Doppeltreppe zum Wald, entstanden in der Ballhaus Naunynstraße Schreibwerkstatt unconventional signs, sowie die von Joanna Tischkau inszenierte Produktion Die Zwillinge (2026). Als Regisseur inszenierte er May Ayims Gedichtsband blues in schwarz-weiß (2025) am Maxim-Gorki-Theater und zuletzt Lennart Kos' Balance und Harmony (2026) an den Münchner Kammerspielen. Gibba verknüpft in seinem Schaffen eine profunde Auseinandersetzung mit afrodeutscher Geschichte mit visionärer Kraft für die darstellenden Künste.Sarah* Claire Wray Sarah* Claire Wray hat Regie an der Ernst Busch in Berlin studiert. They schreibt Lyrik, Drehbücher und Essays und wurde u.A. im WETTER Magazin veröffentlicht. Zuletzt hat they Regie am Schauspielhaus Zürich geführt bei der Uraufführung des Stücks STÜTZLIWÖSCH SUPERTRANS TRE, dass Kay Matter geschrieben hat. Sarahs* thematischer Fokus liegt auf der Intersektion zwischen Gender, Race und Klasse
  • 4. Black Hair Politics Pt. 2

    24:54||Season 1, Ep. 4
    Teil 2 In dieser Folge vom TheaterECHO deckt Miriam mit Gäst:innen Alyssia, Danielle, Andy und Benita einen blinden Fleck der deutschen Theaterlandschaft auf, der weit über bloßes Styling hinausgeht.Die Runde spricht schonungslos offen über einen „Teufelskreis aus Scham und Druck“: von eurozentrisch geprägten Ausbildungen, in denen Biedermeier-Perücken wichtiger scheinen als Afro-Texturen, bis hin zu kolonialen Schönheitsidealen, die glattes Haar als das einzig „Ordentliche“ diktieren.Sie teilen persönliche (Bad) Hair-Moments, plaudern aus dem Nähkästchen der Maskenbildnerei und erklären, warum falscher Stolz oft mehr Schaden anrichten kann als Unwissenheit und die Transparenz darüber.Diese Folge wird moderiert von Miriam Ibrahim.Zu Gast sind:Andrea Barba - Kostümbildnerin und AusstatterinAlyssia Achille - Maskenbildnerin Hair Makeup und SFXBenita Sarah Bailey - Schauspielerin und FilmemacherinDanielle Piragibe - Maskenbildnerin Hair Makeup & Lehrbeauftragte
  • 3. Black Hair Politcs Pt. 1

    46:09||Season 1, Ep. 3
    Teil 1 In dieser Folge vom TheaterECHO deckt Miriam mit Gäst:innen Alyssia, Danielle, Andy und Benita einen blinden Fleck der deutschen Theaterlandschaft auf, der weit über bloßes Styling hinausgeht.Die Runde spricht schonungslos offen über einen „Teufelskreis aus Scham und Druck“: von eurozentrisch geprägten Ausbildungen, in denen Biedermeier-Perücken wichtiger scheinen als Afro-Texturen, bis hin zu kolonialen Schönheitsidealen, die glattes Haar als das einzig „Ordentliche“ diktieren.Sie teilen persönliche (Bad) Hair-Moments, plaudern aus dem Nähkästchen der Maskenbildnerei und erklären, warum falscher Stolz oft mehr Schaden anrichten kann als Unwissenheit und die Transparenz darüber.Diese Folge wird moderiert von Miriam Ibrahim. Zu Gast sind: Andrea Barba - Kostümbildnerin und AusstatterinAlyssia Achille - Maskenbildnerin Hair Makeup und SFX Benita Sarah Bailey - Schauspielerin und FilmemacherinDanielle Piragibe - Maskenbildnerin Hair Makeup & Lehrbeauftragte
  • 2. Ntando Cele - Wasted Land

    39:03||Season 1, Ep. 2
    *Diese Folge ist in ENG* In dieser Folge von Theater Echo – wir sehen Schwarz sprechen Daniele und Miriam mit der Regisseurin und Theatermacherin Ntando Cele. Sie erzählt über ihren Weg von Südafrika nach Europa und darüber, wie Themen wie Rassismus, Zugehörigkeit und Klimakrise in ihre Arbeit einfließen und ihr Werk „Wasted Land“. Wasted Land verbindet Chor, Performance, Musik, Video, Humor und Mode. Die Inszenierung wirkt chaotisch und kraftvoll zugleich und eröffnet neue Blicke auf Erinnerung, Würde und Zukunft. Im Gespräch erzählt Cele, wie sie den künstlerischen Prozess gestaltet, welche Verantwortung sie gegenüber ihren Performerinnen spürt und warum es ihr wichtig ist, sichere Räume für Schwarze Künstlerinnen zu schaffen.Ntando Cele Die in Bern lebende südafrikanische Künstlerin Ntando Cele entwickelt seit 2005 Theater- und Performanceprojekte in Afrika und Europa. In ihren Arbeiten löst sie die Grenzen zwischen physischem Theater, Videoinstallation, Stand-up-Comedy und Performance virtuos auf. 2014 gründete sie zusammen mit Raphael Urweider und Simon Ho die Kompanie Manaka Empowerment Prod, mit der sie sich auf humorvolle und charmante Weise mit Identität, Rassismus und Stereotypen auseinandersetzt und unterschiedliche Perspektiven aufzeigt.The South African artist Ntando Cele, who lives in Bern, has been developing theatre and performance projects in Africa and Europe since 2005. In her work, she dissolves the boundaries between physical theatre, video installation, stand-up comedy and performance with virtuosity. In 2014, together with Raphael Urweider and Simon Ho, she founded Manaka Empowerment Prod, a company that addresses identity, racism, and stereotypes in a humorous and charming manner, showcasing different perspectives.Dr. Dr. Daniele DaudeDr. Dr. Daniele G. Daude is a French-German scholar and dramaturge. After graduating with honours in violin and chamber music from the Conservatoire National (Aubervilliers region), Daniele G. Daude studied musicology in Paris and opera direction at Hanns Eisler. Daniele G. Daude completed their first doctorate in Theatre Studies at the Freie Universität Berlin in 2011, specialising in performance analysis, and their second doctorate in Musicology at the Université Paris 8 in 2013, specialising in opera analysis. Since 2008, Daniele G. Daude has been teaching at German and French universities. They founded and led the community Choir Com Chor Berlin (2013-2023) and founded The String Archestra (2016-) to perform works by Black, Indigenous and PoC composers that have been erased from a canonical musical historiography and a standardised concert repertoire. In 2021, The String Archestra received the TONALi Award for its long-standing work. Daniele G. Daude has been working as a lecturer and dramaturge for concert, opera and theatre since 2016, currently teaching at Berlin Universität der Künste.
  • 1. Joana Tischkau - ''Ich nehm dir alles weg''

    37:46||Season 1, Ep. 1
    In dieser Folge von Theater Echo – wir sehen Schwarz steht die Arbeit von Joana Tischkau im Mittelpunkt. Ihr Stück „Ich nehme dir alles weg - Ein Schlagerballett'' verwandelt die Bühne in ein Experimentierfeld zwischen Tanz, Popkultur und politischer Erinnerung.Gemeinsam im Gespräch mit Mable und Miriam erzählt Joana über ihre ersten Berührungspunkte mit dem Theater und Performance, sie diskutieren über Wege des Scheitern, Umwege und den Willen, trotz widriger Umstände weiterzumachen. Sie spricht über die Entstehung des Schlagerballetts: von der Recherche, dem Deutschen Museum für Schwarze Unterhaltung, der Auseinandersetzung mit Roberto Blanco bis hin zu den Methoden von Pina Bausch. Zwischen Schlager, Humor und Schmerz verhandelt Tischkau Fragen von Rassismus, kollektiver Erinnerung und künstlerischer Freiheit.Auch die Arbeit im Ensemble rückt in den Fokus. Vertrauen, Reibung und die Suche nach Leichtigkeit im schweren Stoff zeigen, wie Theater zugleich künstlerischer Prozess und soziales Gefüge ist.