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Dunkelste Stunden - True Crime
#63 Ernst Röhm: Die grausame Wahl von Hitlers bestem Freund
Ernst Röhm gehörte zu den ganz frühen Wegbereitern des Nationalsozialismus. Der Weltkriegsoffizier mit dem vernarbten Gesicht beschaffte Waffen, knüpfte Kontakte zur Reichswehr, stand 1923 beim Hitlerputsch an vorderster Front und war einer der wenigen Männer, die Adolf Hitler duzen durften. Als Stabschef formte er die SA zu einer Massenarmee von Millionen Braunhemden, dem Straßenterror, mit dem die NSDAP ihren Weg an die Macht freiprügelte. Dass Röhm homosexuell war, wusste in der Partei jeder. Solange er nützlich war, spielte es keine Rolle.
Nach der Machtergreifung wurde Röhm zum Problem. Er forderte eine „zweite Revolution“ und wollte die SA zum Kern eines neuen Volksheeres machen. Damit stellte er sich gegen die Reichswehr, gegen konservative Eliten und gegen mächtige Rivalen wie Göring und Himmler. Hitler musste sich entscheiden zwischen seinem alten Kampfgefährten und der Armee, die er für seine Pläne brauchte.
Am Morgen des 30. Juni 1934 fuhr Hitler persönlich nach Bad Wiessee und ließ Röhm im Hotel Hanselbauer verhaften. Was folgte, ging als „Nacht der langen Messer“ in die Geschichte ein: eine Mordwelle gegen SA-Führer und politische Gegner, nachträglich als Abwehr eines angeblichen Putsches legalisiert. Röhm selbst brachte man in die Strafanstalt Stadelheim. Dort legten ihm SS-Männer am 1. Juli eine Pistole mit einer einzigen Patrone in die Zelle. Er sollte die Sache selbst erledigen. Röhm weigerte sich.
Kleiner Hinweis: Im Netz finden sich auch viele Informationen dazu, dass Ernst Röhm in der Zelle mit der Nummer 70 gefangen gehalten wurde. Ich folge in meiner Erzählung der Autorin Eleanor Hancock, die sich wiederum auf Gefängnisakten und Gespräche mit dem Gefängnisdirektor stützt.
„Dunkelste Stunden“ ist der True Crime-Podcast, der dich in die grausamsten Verbrechen, rätselhaftesten Kriminalfälle und düstersten Geheimnisse der Geschichte führt. Packend erzählt, recherchiert und nichts für schwache Nerven – für alle, die echte Kriminalgeschichten, spannende Dokumentationen und Mystery True Crime lieben.
Host & Redaktion: Christopher Bücklein
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64. #64 Fluch der Jagiellonen
01:05:12||Ep. 64Vor ein paar Tagen schrieb mir eine Followerin auf Instagram: 1973 öffneten Forscher in Krakau ein fast 500 Jahre lang verschlossenes Königsgrab – ohne zu ahnen, dass sie damit möglicherweise etwas Tödliches freisetzen würden: In den folgenden Jahren sollen zehn von zwölf Beteiligten unter mysteriösen Umständen gestorben sein. War es der gefürchtete „Fluch der Jagiellonen“ oder ein unsichtbarer Killer, der jahrhundertelang in der Dunkelheit gelauert hatte und dessen Spuren man später tatsächlich im Grab fand? Als ich das gelesen hatte, war mir klar: Es gibt super talentierte AutorInnen unter euch! Und: Diese Geschichte muss ich recherchieren! Vielen Dank für diesen Vorschlag und viel Spaß mit dem Fluch der Jagiellonen
62. #62 Carl liebt eine Mumie
56:04||Ep. 62Key West, 1930: Als die 21-jährige, unheilbar an Tuberkulose erkrankte Elena de Hoyos das Marinekrankenhaus betritt, glaubt der deutsche Röntgentechniker Carl Tanzler, in ihr die Frau aus seinen Visionen wiederzuerkennen. Mit selbstgebrauten Elixieren und dubiosen Apparaturen versucht er verzweifelt, ihr Leben zu retten – vergeblich. Nach ihrem Tod im Oktober 1931 lässt er ihr auf eigene Kosten ein Mausoleum errichten, zu dem nur er den Schlüssel besitzt.Zwei Jahre später weicht seine Trauer endgültig dem Wahn: Im Schutz der Nacht entwendet Tanzler Elenas Leichnam aus der Gruft. Über sieben Jahre hinweg konserviert er den verfallenden Körper mit Wachs, Gips, Klavierdraht und Seide, kleidet ihn in ein Brautkleid und teilt mit ihm das Bett – bis die Gerüchte in den Straßen von Key West zu laut werden und Elenas Schwester im Oktober 1940 plötzlich vor seiner Tür steht.
61. #61 Otto Warmbier - Was geschah in Nordkorea?
01:04:30||Ep. 61Im Januar 2016 reist der 21-jährige US-Student Otto Warmbier für eine kurze Abenteuertour nach Nordkorea – eine Reise, die sein Leben für immer verändern wird. Kurz vor dem Rückflug am Flughafen von Pjöngjang festgenommen, wird ihm der Diebstahl eines politischen Propagandaplakats aus seinem Hotel vorgeworfen. Nach einem kurzen Schauprozess und einem unter Tränen vorgebrachten Geständnis verurteilt ihn das Regime zu 15 Jahren Zwangsarbeit, bevor er für die Außenwelt spurlos hinter den Mauern eines der verschlossensten Staaten der Erde verschwindet.
60. #60 Aileen Wuornos, das "Monster"
01:11:50||Ep. 60Sie wächst in Michigan auf, ohne Eltern, bei Großeltern, über die sie später Schreckliches erzählen wird. Mit vierzehn ist sie schwanger, mit fünfzehn lebt sie im Wald, und irgendwann landet sie an den Highways von Florida, wo sie sich als Anhalterin und Sexarbeiterin durchschlägt. Zwischen Ende 1989 und Ende 1990 tauchen entlang dieser Straßen die Leichen von sieben Männern auf, erschossen und ausgeraubt, ihre Autos irgendwo abgestellt. Die Ermittler suchen zunächst einen männlichen Täter. Dass es eine Frau sein könnte, hält kaum jemand für möglich.Im Januar 1991 wird Aileen Wuornos in einer Bikerbar namens "The Last Resort" festgenommen. Es ist ausgerechnet ihre Partnerin Tyria Moore, die der Polizei hilft, ihr am Telefon ein Geständnis zu entlocken. Wuornos gibt die Taten zu, beharrt aber darauf, in Notwehr gehandelt zu haben, weil die Männer sie bedroht oder vergewaltigen wollten. Später widerruft sie und erklärt wieder etwas anderes. Die Medien machen sie zur "ersten weiblichen Serienmörderin Amerikas", Hollywood zum "Monster". Am 9. Oktober 2002 wird sie in Florida hingerichtet. Die Frage, wer Aileen Wuornos wirklich war, Täterin, Opfer oder beides, ist bis heute nicht beantwortet.KI-Hinweis: Die Frauenstimme ist KI-Generiert
59. #59 Gefängnis-Ausbruch: Wie die Briley-Gang entkam
59:40||Ep. 59Richmond, Virginia, 1979: Über sieben Monate hinweg wird die Stadt von einer Serie brutaler Morde erschüttert. Die Opfer scheinen wahllos gewählt, ein Musiker, ein Teenager, ältere Menschen, eine ganze Familie. Hinter den Taten stehen die Brüder Linwood, James und Anthony Briley sowie ihr Freund Duncan Meekins. Am Ende werden ihnen mindestens elf Tote zur Last gelegt. Ein erkennbares Motiv gibt es kaum, und genau das macht die Serie so verstörend.Den Durchbruch für die Ermittler bringt ausgerechnet einer aus den eigenen Reihen: Duncan Meekins sagt gegen die Brüder aus und liefert die Details, die sie vor Gericht zu Fall bringen. Linwood und James Briley landen im Todestrakt des Mecklenburg Correctional Center. Doch die Geschichte ist damit nicht vorbei. Im Mai 1984 gelingt ihnen gemeinsam mit vier weiteren Todeskandidaten der bis heute spektakulärste Ausbruch aus einem Todestrakt in der US-Geschichte, mit Geiselnahme, Verkleidung und einer angeblichen Bombe, die in Wahrheit keine war.
58. #58 Facetime-Mord: Was geschah mit Nick Cordova (40)?
57:59||Ep. 58Am Abend des 27. Mai 2020 sitzt Nick Cordova, 40, in den Büroräumen seiner Klimafirma in Gilbert, Arizona, einem Gewerbekomplex nahe Guadalupe und Cooper Road. Der zweifache Vater hat sein Handy für einen FaceTime-Anruf bei seiner Familie in der Hand. Seine Frau Alysha und die beiden kleinen Kinder sehen ihn auf dem Bildschirm, als gegen 17:30 Uhr zwei bewaffnete Männer das Gebäude betreten. Sie fallen Schüsse, Nick Cordova wird vor laufender Verbindung erschossen. Seine Familie muss mit ansehen und anhören, wie er stirbt. Als die Polizei eintrifft, ist er tot.Wenige Minuten nach der Tat filmt eine Überwachungskamera an einer nahegelegenen Tankstelle einen Mann, der von den Ermittlern als etwa 1,73 Meter groß und kräftig gebaut beschrieben wird, hispanischer oder indigener Herkunft. Ein zweiter Mann ist ebenfalls zu sehen. Wochen nach der Tat veröffentlicht die Polizei das Material, doch bis heute führt keine der Spuren zu einer Identifizierung. Über ein Motiv gibt die Polizei nichts preis und verweist auf die laufenden Ermittlungen. In einem Zivilverfahren wird Cordovas Geschäftspartner als „Person von Interesse“ bezeichnet, der Vorwurf lautet auf einen Mord wegen einer Lebensversicherung, den dieser bestreitet. Festgenommen wurde bisher niemand. Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ist eine Belohnung von 20.000 Dollar ausgesetzt.
57. #57 Erzwungene Hirn-OP: Wie die Schwester des Präsidenten verschwand
55:33||Ep. 57Rosemary Kennedy wird 1918 als ältestes Mädchen der Kennedy-Familie geboren – bei der Geburt kommt es zu Komplikationen, die zu einer leichten geistigen Beeinträchtigung führen. Sie wächst als lebenslustige, freundliche junge Frau auf, kämpft aber zeitlebens mit Stimmungsschwankungen und wird zunehmend als Belastung für das öffentliche Image der ambitionierten Familie wahrgenommen. Als sie als junge Erwachsene unruhiger wird und ihr Verhalten für Vater Joseph Kennedy zum politischen Risiko wird, sucht er nach einer Lösung – und findet sie in einem damals neuen, aber hochumstrittenen Eingriff: der Lobotomie.1941 lässt Joseph Kennedy den Eingriff heimlich durchführen, ohne das Wissen seiner Frau Rose. Der Neurochirurg Walter Freeman und sein Kollege James Watts durchtrennen Nervenbahnen in Rosemarys Frontallappen – mit katastrophalem Ergebnis: Sie verliert weitgehend die Fähigkeit zu sprechen und zu laufen, und ihre geistigen Fähigkeiten fallen auf das Niveau eines Kleinkindes zurück. Rosemary wird daraufhin für Jahrzehnte in eine Einrichtung in Wisconsin gebracht, isoliert von der Öffentlichkeit und lange auch von der eigenen Familie – ein Schicksal, das die Kennedys erst Jahrzehnte später öffentlich machen.
56. #56 So wurde der 11. September geplant
01:01:00||Ep. 56Vier entführte Verkehrsflugzeuge, fast 3.000 ausgelöschte Leben und eine Welt, die von einer Sekunde auf die andere aus den Fugen geriet: Der 11. September 2001 gilt als der verheerendste Terroranschlag der Geschichte. Doch die operative Route in diese globale Katastrophe begann weder in den Wüsten des Nahen Ostens noch in afghanischen Ausbildungslagern, sondern hinter den bürgerlichen Fassaden einer unscheinbaren Dreizimmerwohnung in Hamburg-Harburg. Dort formierte sich unter der Führung des scheinbar unauffälligen Architekturstudenten Mohammed Atta die berüchtigte Hamburger Zelle, die westliche Freiheiten nutzte, um sich unbemerkt mitten in Europa zu radikalisieren und das tödliche Fundament für al-Qaidas Plan zu legen.Folge #56 seziert die akribische Anatomie dieses Terrors von den ersten konspirativen Treffen in der Marienstraße über den Flugunterricht im sonnigen Florida bis zum Einstieg in American-Airlines-Flug 11. Wir zeichnen nach, wie Attas fanatische Präzision Behörden narrte, welche logistischen Kettenreaktionen die Sicherheitsnetze der Supermacht USA ins Leere laufen ließen und wie ein bis ins Detail durchtaktetes Attentat nicht nur zwei Wolkenkratzer zum Einsturz brachte, sondern die weltpolitische Ordnung für immer veränderte.