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BTS | Behind the Scenes | Der Personal Branding, Marketing und Business Podcast

#14 Frederik G. Pferdt | Wie du heute das Morgen erfindest | Autor

Season 1, Ep. 14
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#14 Wie du heute das Morgen erfindest | Frederik G. Pferdt | Autor

Vom Google-Innovationschef zum Zukunftsoptimisten.

Wie wäre es, wenn du die Zukunft nicht nur vorhersagen, sondern selbst erfinden könntest? In dieser inspirierenden BTS-Episode nimmt dich Host Max Ostermeier mit auf eine Reise in die Gedankenwelt von Frederik G. Pferdt – Bestseller-Autor, erster Chief Innovation Evangelist bei Google und einer der einflussreichsten Vordenker im Silicon Valley.

Frederik hat als Gründer von Googles Kreativlabor „The Garage“ und als Professor an der Stanford d.school Zehntausende Menschen und Organisationen weltweit inspiriert, ihre kreative Superkraft zu entdecken und mutig neue Wege zu gehen. Seine Mission: Menschen ermutigen, Chancen statt Angst zu sehen und die eigene Vorstellungskraft als Schlüssel für eine bessere Zukunft zu nutzen.

Im Gespräch mit Max verrät Frederik, wie wir durch radikalen Optimismus, Offenheit und Neugier Herausforderungen in Möglichkeiten verwandeln – und warum die Zukunft nicht irgendwo da draußen beginnt, sondern in jedem von uns selbst. Er teilt praktische Methoden aus seinen Büchern „Radikal besser“ und „What’s Next Is Now“, spricht über die Kraft kleiner Rituale und erklärt, wie wir mit einfachen Experimenten unser Mindset trainieren können, um resilienter, empathischer und kreativer zu werden.

Du erfährst:

  • Wie du einen „future-ready mindstate“ entwickelst, um Unsicherheit und Wandel als Chancen zu begreifen
  • Warum Kreativität und Empathie die wichtigsten Skills der Zukunft sind – egal ob im Job, im Team oder privat
  • Welche Rituale und Übungen Frederik nutzt, um täglich Optimismus, Dankbarkeit und Innovationskraft zu stärken
  • Wie du durch Perspektivwechsel und die richtigen Fragen deine eigene Zukunft aktiv gestaltest – und dabei andere inspirierst

Frederik nimmt dich mit hinter die Kulissen seiner Zukunftsgeist-Tour, berichtet von persönlichen Erfahrungen im Silicon Valley, von Meditation in der Wüste bis zu Keynotes bei den Vereinten Nationen, und zeigt, wie jeder Mensch – unabhängig von Alter, Herkunft oder Beruf – zum Gestalter des eigenen Lebens werden kann.

Ob du Gründer:in, Führungskraft, Kreative:r oder einfach neugierig bist: Diese Folge ist eine Einladung, deine Komfortzone zu verlassen, mutig zu experimentieren und das Morgen schon heute zu leben.


Jetzt reinhören und den Zukunftsgeist in dir entfachen – für dich, dein Team und die Welt von morgen!

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  • 104. BTS Highlights: Oliver Heilmer (VP Design BMW)

    12:52||Season 3, Ep. 104
    Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Oliver Heilmer, dem BMW-Chefdesigner, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode.Heilmer erzählt, warum er nach acht Jahren als Mini-Chefdesigner zurück zu BMW und zur neuen Klasse ging, ohne eine Sekunde zu zögern, und wie sich für ihn der Kreis schloss, als er plötzlich wieder an Produkten arbeitete, die er selbst in der frühen Phase begonnen hatte. Er spricht über Timing und Bauchgefühl, über die Frage, ob unser Leben geskriptet ist oder Zufall, und über seine Überzeugung, dass man wagen muss, weil der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben.Er nimmt uns mit zurück in die Kindheit, zu den Landmaschinen, an denen er nicht die Geschwindigkeit liebte, sondern die Details, das von der Erde polierte Metall und den Übergang zum alten Lack, und wie daraus die Faszination fürs Zeichnen wurde. Und er erklärt, warum ein Designer nicht am Zeichenbrett am stolzesten ist, sondern wenn er sein fertiges Auto endlich in der realen Welt fahren sieht.Zum Schluss geht es um künstliche Intelligenz, um Präzision, um die Frage, wem die Daten gehören, und darum, wie KI das Erzählen ganzer Lebenswelten verändert.
  • 103. Behind BMW mit VP Design Oliver Heilmer

    59:27||Season 3, Ep. 103
    Warum die höchste Auszeichnung für einen Designer nicht das Zeichenbrett ist und wie ein Dreier auf dem Bauernhof alles auslöste.Oliver Heilmer ist seit Dezember 2024 in einer neuen Rolle bei BMW und gestaltet die Designzukunft der Marke mit. Für ihn war es ein Homecoming, nach acht Jahren als Chefdesigner von Mini, davor Designworks in Los Angeles und sechzehn Jahren BMW. Design ist für ihn Berufung, und Fahrzeuge faszinieren ihn, seit er denken kann.Am Anfang steht ein Bild, das sich bei ihm eingebrannt hat. Der Bauernhof seiner Großeltern in der Nähe von München, in dessen Hof irgendwann der Dreier seines Onkels stand. Er war vielleicht acht. Stundenlang saß er in diesem Auto, das er nicht fahren durfte, drückte jeden Knopf, bewegte die Scheibenwischer. Fahren durfte er dagegen die Landmaschinen, die er wie Monster fand, und schon damals achtete er auf die Details, auf das von der Erde polierte Metall, auf den Übergang zum alten Lack. Aus dieser Faszination fürs Bewegen und Beobachten wurde die Faszination fürs Zeichnen. Erst Landmaschinen, dann Dragster, irgendwann sein eigenes Auto mit Logo, Silhouette und Package.Der Weg zu BMW begann mit einem Professor in Pforzheim, Gerd Friedrich, und seinen verdammt coolen Autos. Über ein Praktikum kam Heilmer hinein und fühlte sich schnell zu Hause, schon als Praktikant durfte er an Serienprojekten mitarbeiten. Seine Diplomarbeit widmete sich sogar Booten, weil BMW früher einmal Boote baute. Was ihn bis heute hält, ist die Vielfalt, die Design innerhalb einer einzigen Marke haben kann, von der Serie bis zu Themen, die erst in sieben Jahren auf die Straße kommen.Ehrlich spricht er über Timing und Bauchgefühl. Bei allen drei großen Wechseln, zu Designworks, zu Mini und zurück zu BMW, hat er keine Sekunde überlegt. Er ist ein Kopfmensch, der die meiste Zeit in der Zukunft denkt, aber am Ende immer aus dem Bauch entscheidet. Sein Leitgedanke, man muss wagen, denn der größere Fehler ist, etwas nicht gewagt zu haben.Das vielleicht überraschendste Geständnis der Folge, Heilmer zeichnet kein einziges Auto mehr, seit rund zehn Jahren nicht mehr richtig. Er vergleicht es mit dem Spitzensport, irgendwann trifft man mit den eigenen Werkzeugen nicht mehr den Zeitgeist, und die jungen Talente im Team faszinieren ihn. Seine Rolle heute ist für ihn nicht Politik, sondern Sinnstiftung, oft über bewusst naive Fragen. Und die höchste Auszeichnung ist für ihn ohnehin nicht das inszenierte Zeichenbrett, sondern ein fertiges Auto, das sich in der realen Welt bewegt.Dann geht es um gutes Design, über eine simple Reisekaffeemaschine, über Uhren mit Handaufzug und das Ritual dahinter, über Knöpfe gegen Touchscreen und über künstliche Intelligenz, Präzision und die Frage, wem eigentlich die Daten gehören. Sein bester Rat kam einst von einem Designer, der im Praktikum hinter ihm saß, just do what you feel. Und sein Antrieb ist so stark, dass er für dieses Gespräch sogar direkt aus dem Krankenhaus kam. Das, sagt er, ist sein Motor.
  • 102. BTS Highlights: Franziska Gregor (Co-Founderin Serviceplan Culture)

    12:09||Season 3, Ep. 102
    Die wichtigsten Momente aus der Folge mit Franziska Gregor von Serviceplan Culture, gebündelt in einer kurzen Extra-Episode.Franziska verrät, woran ihr Team erkennt, was wirklich ein Trend ist und was nur ein Hype, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus.Sie erklärt, warum Snapchat für eine jüngere Zielgruppe wieder an Relevanz gewinnt und warum künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt. Ihr Kernsatz, Vertrauen ist die große Währung der Zukunft, und die entsteht durch Community und Culture.Dann geht es um die Gamescom und um echte Community-Arbeit statt gekaufter Aufmerksamkeit. Die entscheidende Frage lautet immer, was kann eine Marke der Community bringen, bevor sie überhaupt einen Stand mietet. Franziska erzählt von ihrem eigenen Highlight, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Berliner Manga-Schule komplett neu erdacht hat, von einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture, bei der Zuhören wichtiger war als Senden, und von Marken wie Essence, die den offiziellen Cosplay-Wettbewerb unterstützt haben. Und sie erzählt, warum die Gamescom-Community so besonders ist, tolerant, wertschätzend, barrierefrei und wunderbar divers.
  • 101. BTS Revival: Nic Lecloux (CMO True Fruits)

    01:07:20||Season 3, Ep. 101
    Warum Gründen das letzte legale Abenteuer ist und wie aus einem Saftladen eine Kultmarke wurde.Zur Feier von fast zwanzig Jahren True Fruits und dem Revival des Podcasts holen wir eine alte Lieblingsfolge zurück. Ab jetzt gibt es alle zwei Wochen ein Wiederhören.Nic Lecloux ist einer der drei Gründer und der Marketing-Chef von True Fruits, der Marke mit den frechsten Sprüchen Deutschlands. 2006 hat er das Unternehmen mit Inga und Marco gegründet, heute ist der kleine Saftladen mit rund vierzig Leuten Marktführer bei Smoothies. Die beiden anderen, sagt Nic augenzwinkernd, hätten in den ersten Jahren seinen intellektuellen Rollstuhl geschoben.Er erzählt, wie alles begann. Marco und Inga entdeckten die Smoothies in einem Auslandssemester im schottischen Aberdeen, wo Innocent längst ein Riesengeschäft war, und kamen mit dem Größenwahn zurück, das auch in Deutschland zu wagen. Nic, gebürtiger Troisdorfer, kam über ein Praxisprojekt an der kleinen Fachhochschule bei Bonn dazu. Gründen war damals alles andere als sexy, Ingas Mutter fragte nur, warum sie dafür studiert habe.Die Anfänge waren ein einziges Sich-Durchfragen. Ein Chemiker im Team konnte eine Kläranlage bauen, aber keinen Fruchtsaft abfüllen. Also googelten sie nach einem Fruchtsaftguru und landeten bei einem Professor in Trier, der erst lachte und dann half. Der erste Prototyp war viel zu dickflüssig, die erste Abfüllung eine Katastrophe, und ein Professor prophezeite, ihr Preis von zweifünfzig für 250 Milliliter werde nie funktionieren.Doch sie wollten kein billiges Saftgetränk sein, sondern eine Marke. Dazu gehörte eine eigene Flasche, und der Hersteller machte sie nur unter einer Bedingung, einer Tagesproduktion von bis zu über einer Million Stück. Als mittellose Studenten zogen sie es trotzdem durch, finanziert über einen Businessplan-Wettbewerb, Gründerkredite und zwei Investoren aus Bonn. Sein erstes Gehalt verdiente Nic nebenbei als Doormanager bei der Telekom.Weil die Flasche erst im November kam und plötzlich eine Million Flaschen im Lager standen, mussten sie den klassischen Weg über die Gastronomie fallen lassen und direkt in den Handel gehen. Der Durchbruch kam ausgerechnet über die Tankstelle, über eine Listung bei Lekkerland und Aral, inspiriert vom Vorbild Red Bull.Zum Schluss teilt Nic seine wichtigsten Learnings. Immer fragen, wenn man keine Ahnung hat, aber der eigenen Vision treu bleiben. Sich auf die Lösung konzentrieren statt auf das Problem. Sich auf das Schlimmste vorbereiten und auf das Beste hoffen. Und einer seiner schönsten Sätze, gründen ist das letzte legale Abenteuer.
  • 100. Behind Serviceplan Culture mit Co-Founderin Franziska Gregor

    56:57||Season 3, Ep. 100
    Franziska Gregor ist zum zweiten Mal zu Gast, diesmal aus der Ferne. Sie hat sich, wie sie selbst sagt, zu einem kulturellen Schweizer Taschenmesser entwickelt. Angefangen hat sie klassisch in der Werbung als Beraterin, das ist über zwanzig Jahre her. Sie kommt aus einer hart arbeitenden Familie, war die Erste, die studiert hat, und hätte am liebsten Kunst studiert, was damals nicht möglich war. Also wurde es Medienmanagement, viele Agenturen, Zeit in den USA und in Südkorea, dann TikTok, wo sie das Creative-Partnerships-Team leitete, und schließlich Serviceplan, wo sie mit Nico und Sven Serviceplan Culture gründete. Heute, nach fast tausend Tagen, dreht sich alles um Innovation, Partnerships und die neuesten Plattformen und Trends.Im Kern geht es um Culture, das ehrliche Erzählen von Geschichten aus kulturellen Communities, ohne sie zu kommerzialisieren oder zu verwässern. Franziska beschreibt ihre Rolle wie einen Selector an der Clubtür. Eine Marke kann sich mit noch so viel Geld nicht einfach in eine Community einkaufen, es braucht jemanden, der den echten Fit herstellt. Woran man erkennt, was wirklich relevant ist und was nur ein Trend, macht sie an drei Dingen fest, an Plattformen, an Daten und an persönlichen Kontakten in die Communities, ergänzt um einen diversen Culture Council. Reddit nennt sie eines der letzten echten sozialen Medien, weil dort noch die Community entscheidet und nicht der Algorithmus.Sie nimmt Max mit durch die spannendsten Märkte, Japan mit seiner Präzision, Südkorea, die Ukraine als Impulsgeber für Mode, China mit echter Designkompetenz. Alles erneuert sich etwa alle drei Jahre, beschleunigt durch Social Media, wo On- und Offline längst verschmelzen. Ihr Lieblingsbeispiel ist BookTok, das gedruckte Buch im Regal, die Community im Netz.Ein großes Thema ist die Verschiebung der Plattformen. Weil jüngere Menschen die klassischen Kanäle verlassen und künstliche Intelligenz das Vertrauen untergräbt, ziehen sich viele in kleinere Kreise zurück. Genau deshalb, sagt Franziska, wird Vertrauen zur eigentlichen Währung der Zukunft, geprägt durch Community und Culture. Sie glaubt an Snapchat als unterschätzte Plattform und daran, dass Marken auf YouTube noch längst nicht am Limit sind.Dann geht es um die Gamescom, die größte Gaming-Messe der Welt mit fast 370.000 Menschen, und um die Frage, warum Gaming alles andere als Nische ist. Gaming ist ein ganzes Ökosystem, von Collectibles über Cosplay bis zu Twitch. Franziska erzählt, wie Marken wie eBay, Essence oder L'Oréal dort wirklich in die Community investiert haben, statt nur ein Logo aufzukleben. Und warum Menschen anderen beim Spielen zuschauen, erklärt sie mit einem schönen Vergleich, den sie von Felix Schütz mitgebracht hat, so wie man Fußball schaut, ohne selbst zu spielen.Besonders am Herzen liegt ihr die Vielfalt dieser Welt. Die Gamescom erlebt sie als tolerant, wertschätzend und divers, auch wenn der Gegenwind gegen Streamerinnen und Gamerinnen zuletzt größer geworden ist. Sie erzählt von ihren eigenen Highlights, dem KFC-Store zum Japantag in Düsseldorf, den sie mit einer Manga-Schule komplett neu erdacht hat, und einer Kampagne für Snipes und Nike über Female Rap Culture in Deutschland und Frankreich.Am Ende teilt sie ihr größtes Learning. Unsere Branche braucht mehr Vielfalt, auch der Lebenswege, und mehr unbequeme Menschen mit Persönlichkeit. Nicht jeder kann alles, und das ist gut so. Wie bei einem guten Gericht braucht es unterschiedliche Zutaten. Oder, wie Max es mit einem Satz von Ana Roš zusammenfasst, what grows together, goes together.
  • 99. Behind Rolls Royce mit Director of Design Domagoj Dukec

    01:10:32||Season 2, Ep. 99
    Wie aus dem Jungen, der Chefdesigner bei BMW ins Poesiealbum schrieb, der Director of Design von Rolls-Royce wurde, warum man sich jeden Titel erarbeiten muss und warum Menschlichkeit der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz ist.Domagoj Dukec ist zum dritten Mal zu Gast, eine Ehre, die Max sonst nur Tim Raue und Jan Hartwig zuteilwerden ließ. Heute in einer neuen Rolle. Dukec ist Director of Design bei Rolls-Royce, und das Besondere daran ist, dass der Chefdesigner hier Teil des Vorstands ist, mit einer Siebtelstimme an jedem Dienstag. Design bekommt ein Gewicht, das es in der Industrie sonst selten hat.Rolls-Royce baut rund sechstausend Autos im Jahr, BMW verkauft zweieinhalb Millionen. Dukec versteht die Marke deshalb gar nicht als Autohersteller, sondern als House of Luxury, näher an Patek Philippe als an einem Fließband. Und genau diese Nähe zu ganz wenigen Kunden ist es, die ihn heute reizt.Dann geht es zurück an den Anfang. Schon mit dreizehn wusste er, dass er Autodesigner werden will. In sein Poesiealbum schrieb er Chefdesigner bei BMW, so wie andere Astronaut schreiben. Ein frühes Angebot von BMW lehnte er ab, aus Angst, sich den Traum zu früh zu verbrennen. Stattdessen ging er nach Spanien und dann zehn Jahre nach Paris, zu Citroën, wo er Exterieurchef wurde. Beworben hat er sich nie, weder dort noch bei BMW. Sichtbarkeit und ein Netzwerk aus Designers Nights führten ihn irgendwann zu Adrian van Hooydonk, mit dem er sich fand.Als er endlich zu BMW kam, war es erst einmal ein Kulturschock, vom Designstudio am Meer in das nüchterne Forschungszentrum. BMW, sagt er, ist wie eine sehr anständige Familie, bodenständig, ordentlich, wo man sich jeden Titel erst erarbeiten muss. Das war für ihn kein Makel, sondern Sicherheit, gerade als frischgebackener Familienvater.Er wurde, was er sich als Kind vorgenommen hatte, Chefdesigner von BMW, und führte mit der Neuen Klasse den größten Umbruch der Marke an. Kein reines Designthema, sondern ein Haltungsthema, bei dem Milliarden bewegt werden, ohne dass sich irgendetwas empirisch beweisen lässt, nur mit Überzeugung. Mit der Neuen Klasse war für ihn das Kapitel abgeschlossen.Und dann kommt der ehrlichste Teil. Mit fünfzig, nach fünfundzwanzig Jahren im Design, hatte er sein Lebensziel erreicht und stellte fest, dass am Ziel keine Glückseligkeit wartet, sondern eher Erschöpfung. Wo ist noch Wachstum, wo die Herausforderung, wo die Schmetterlinge im Bauch. Er dachte sogar darüber nach, die Autobranche ganz zu verlassen und ein Restaurant zu eröffnen. Am Ende wurde es Rolls-Royce, die Marke, die er insgeheim immer am liebsten gemacht hätte.Dazwischen erzählt er von den großen Nieren, für die er bekannt ist und die er gar nicht als sein Verdienst versteht, vom Missverständnis, er wolle polarisieren, obwohl er das Klare und Zeitlose liebt, und von der Frage, was gutes Design überhaupt ausmacht. Seine Antwort, der Köder muss dem Fisch schmecken, nicht dem Angler. Design ist nicht mathematisch, sondern immer Kontext, Marke und Zeitgeist. Und er ist nicht Chefdesigner, weil er den besten Geschmack hätte, sondern weil er den richtigen Menschen zuhört und die richtigen Zutaten zusammenbringt.Am Ende landen die beiden bei dem, was Rolls-Royce für Dukec ausmacht und was ihn mit Max verbindet. Menschlichkeit. Die Handwerkskunst, die man spürt, die Wärme, die Hände hinterlassen haben. Vielleicht ist genau das der letzte Unterschied zur künstlichen Intelligenz. Ein vierter Teil, dann nur über Rolls-Royce, ist schon versprochen.
  • 98. Behind Rügenwalder Mühle mit CMO Steffen Zeller

    01:04:11||Season 2, Ep. 98
    Warum eine Marke einen Standpunkt braucht, Fehler dazugehören, Kopf und Bauch zusammengehören und es am besten schmeckt, wenn es allen schmecktSteffen Zeller ist seit viereinhalb Jahren CMO der Rügenwalder Mühle, einer 192 Jahre alten Marke, die fast jeder in Deutschland kennt. Gebürtiger Ulmer, im Kindergartenalter nach Günzburg gezogen, mit langen blonden Haaren und einem Dialekt, den keiner verstand. Erste Generation seiner Familie, die studieren durfte, die Eltern haben sich alles abgespart.Sein Weg ins Marketing war ein Umweg. Acht Wochen Physik, dann gemerkt, das ist es nicht. BWL international, Praktika von Investmentbanking bis VW, einfach ausprobieren, was Spaß macht. Über einen L'Oréal-Wettbewerb und eine Diplomarbeit kam die Erkenntnis, dass Marken seine Leidenschaft sind. Er wollte zu großen Marken. Bei Kraft Foods fing er im Vertrieb an, betreute die Rewe, arbeitete sich hoch bis in die Datenwelt. Der Sprung ins Marketing war schwer, eine Fürsprecherin, Uschi Wagener, machte ihn möglich. Später baute er bei Iglo die Veggie-Marke mit auf und pendelte nach London. Als in der Corona-Zeit sein Pendlervertrag auslief und zwei Angebote auf dem Tisch lagen, entschied er sich für die Mühle, aus dem Wunsch, zurück in den Mittelstand zu gehen.Einen Fünf-Jahres-Plan hatte er nie. Er macht das, was sich gut anfühlt, und bringt Kopf und Bauch zusammen, seine Mathe-Physik-Seite und sein Gefühl. Selbstständigkeit schließt er nicht aus, never say never.Dann geht es um die eigentliche Geschichte, wie man eine Wurstmarke vegan macht, ohne die Wurzeln zu verraten. 2014 kamen die ersten pflanzlichen Produkte, gleicher Produktionsprozess, nur mit Pflanzen. Mit Corona und Fridays for Future kam der große Schub. Als Mittelständler steckt die Mühle in einer Sandwich-Position, zwischen den ganz Großen mit ihrer Skalierung und den lauten, schnellen Startups. Zellers Antwort ist das Beste aus allen Welten, die Fehlerkultur der Startups und die Tradition der eigenen Marke.Bewusst undogmatisch heißt alles Rügenwalder Mühle, Fleisch wie vegan, kein erhobener Zeigefinger. Am besten schmeckt es, wenn es allen schmeckt. Alle an einen Tisch, selbstbewusst über alles sprechen, kompromisslose Produktqualität. Nur so wird Marketing glaubwürdig. Eine Marke muss einen Standpunkt haben, sonst ist sie nur gefällig, und wer allen gefällt, gefällt am Ende niemandem. Die Hater und die Videos über den angeblichen Untergang blendet er aus, ein alter Chef sagte ihm einmal, reframe das im Kopf, man kann immer besser werden.Über Fehler spricht Steffen offen. Sein größter kam früh. Er wollte die Kraft-Dressings unter Miracle Whip premiumisieren, sauber durchgerechnet, auf dem Papier perfekt. Seine Mutter sagte, Mayonnaise im grünen Salat funktioniert nie. Sie hatte recht, das Segment fuhr gegen die Wand. Sein Learning, theoretisches Marketing, das wie eine mathematische Gleichung gebaut ist, ist gefährlich. Kopf und Bauch müssen zusammenkommen. In seinem Team lebt er Fehlerkultur über Mut, Neugier und Ownership, sogar Fuck-up-Sessions, in denen jeder erzählt. Nur denselben Fehler zweimal machen, das darf nicht passieren.Er erzählt von der Feierabend-Kampagne, die einen alten Claim aus den Neunzigern neu belebt und bei System One herausragend getestet hat, vom Wurstpromoter-Stunt, vom Mühlenretreat für die Gen Z und von Paul Ripke, der sich die Mühle auf einen Zahn gravieren ließ und ein Jahr lang damit herumlief. Glaubwürdigkeit, sagt Steffen, kann man sich nicht kaufen.Zum Schluss der beste Ratschlag seines Lebens, von Irene Rosenfeld und von Uschi Wagener. Marketing braucht vor allem gesunden Menschenverstand und ein Gefühl für Menschen, der Rest kommt von allein. Und seine Motivation ist einfach, das zu tun, was Energie gibt, und das zu lassen, was Energie zieht.
  • 97. Behind Max Richard Leßmann

    01:20:41||Season 2, Ep. 97
    Max Richard Leßmann arbeitet mit Worten. Mit 14 gründete er eine Band, davor schrieb er schon Gedichte. Über die Musik kam er mit Künstlern verschiedener Genres in Kontakt. Seit fast neun Jahren postet er jeden Tag ein Gedicht auf Instagram. Heute hat er knapp 180.000 Follower, einen Spiegel-Bestseller und einen Roman geschrieben, "Sylter Welle", eine Liebeserklärung an seine Großeltern.Sein erstes einschneidendes Kunsterlebnis: mit etwa zehn hörte er Falcos "Genie" im Radio und war so aufgewühlt, dass er die Polizei anrufen wollte. Da merkte er, was Kunst in einem auslösen kann. Als Kind mit ADHS hat er sich oft verloren gefühlt, ist angeeckt, hatte das Gefühl, im System Schule nicht zu funktionieren. Aber in der Musik, im Theater, in der Literatur war auf einmal etwas, das er konnte.Die ersten drei Jahre hat seine tägliche Gedicht-Routine kaum jemanden interessiert. Er hat in den luftleeren Raum geschrieben. Dann wurde es geteilt, eine Community entstand. Warum er weitermachte, obwohl es niemanden interessierte? Er würde keine Videos machen, die niemand guckt. Aber er würde jeden Tag schreiben, auch wenn es niemand liest. Das ist seine natürlichste Ausdrucksform. Oft nimmt er sich gar nichts vor, die Worte setzen sich in ihm zusammen, fließen aus dem Stift, und er ist selbst überrascht.Mit 16 oder 17 traf er Casper nach einem Konzert in Flensburg, vor 120 Leuten, noch vor dem XOXO-Album. Casper sagte ihm: diesen Text hätte ich gerne selber geschrieben. Dieser Moment hat ihn über Jahre getragen, durch tiefe Täler gebracht, weil da ein Mensch war der ihn verstand. Später durfte er an einem XOXO-Refrain mitarbeiten, der wurde aber nicht genommen. Wieder das Gefühl: nicht gut genug. Aber Caspers Wertschätzung war so groß, dass er ihn an Prinz Pi weiterempfahl. Aus dem Niederschlag wurde ein Umweg. So kam er zum Album Kompass ohne Norden, später zum Hinterland-Song La Rue Morgue, zur Arbeit mit Clueso.Die Arbeit mit Casper war immer das Schwierigste. Einmal saß er mit Casper, Drangsal, Arzumjot und Olsen zwei Stunden lang an einer einzigen Zeile. Leichtigkeit ist für ihn, auch wegen seiner psychischen Geschichte, oft ein schwer erreichbarer Zustand. In der Kunst aber entstehen die besten Sachen genau dann, wenn man leicht ist und Spaß hat. Mit Clueso schreit er sich vor Freude an.Sein Schreiben ist Befreiung. Er sitzt in einem fensterlosen Raum und schafft sich Türen und Fenster durch Worte. Mit Stift und Papier kommt er aus der Depression, aus den dunklen Gedanken. Seine höchste Form: in einfachen, klaren, knappen Worten komplexe Gefühle zu kondensieren, sodass jemand denkt, genau so versuche ich es schon immer zu erklären.An Schreibblockaden glaubt er nicht. Das Gefühl, dass nichts rauskommt, hat mit Erwartungen, Ängsten und Bewertungen zu tun, nicht mit der Sache selbst. Solange man Gedanken hat, kann man schreiben.Die rosa Balaclava trägt er das ganze Jahr, auch im Sommer. Eine Art Rückzugsort mit Fenstern nach draußen, eine 365-Tage-Umarmung.Sein bester Ratschlag kam von Herbert Grönemeyer. Es ging ihm an dem Tag nicht gut, er fühlte sich wie vorm Tor mit einem Krampf im Bein. Grönemeyer sagte: ändere nicht dein Rezept. Der größte Fehler erfolgreicher Leute sei zu denken, jetzt müsse man besonders clever sein. Bleib bei dem, wie du es immer gemacht hast, das hat dich hierher gebracht. Der schlechteste Ratschlag, den er oft bekam: das ist kein Beruf, davon kann man nicht leben.
  • 96. Behind The Fritten mit Co-Gründerin Leonie Schüssler

    01:08:06||Season 2, Ep. 96
    Leonie Schüssler, Co-Gründerin von The Fritten, einer Kreativberatung die seit November am Markt ist. Vorher Strategiechefin Ogilvy Deutschland-Österreich. Davor Cosnova und Henkel.Sie hatte nie ein klassisches Karriereziel. Mit 26 rutschte sie bei Zoeva, einem Kosmetik-Startup, in eine Führungsrolle, weil eine Bloggerin ihre Pinsel in einem YouTube-Video benutzte und das Startup über Nacht explodierte. Sie musste Führung von heute auf morgen lernen.Was ihr half: sie war mal Türsteherin, da hat sie Menschenkenntnis gelernt. Ihr Leitsatz: wenn der Job mich zum Arschloch macht, ist es nicht mein Job. Vor 15 Jahren wurden Emotionen und Empathie im Business noch nicht groß geschrieben. Sie ist ein sehr emotionaler, empathischer Mensch, ist damit angeeckt, hat es aber beibehalten. Vor zwei Jahren sagte jemand zu ihr: Leonie, du bist total bei dir. Das bei sich bleiben war ein harter Weg. Aber da lag der größte Hebel.Führungskräfte-Einsamkeit ist real. Du musst funktionieren, kannst dich nicht mit deinem Team über Sorgen austauschen. Sie hatte eine Phase wo sie nicht mehr ganz bei sich war, dadurch konnte sie nicht mehr gut führen.Vor zwei Jahren war sie in einer Negativspirale im Job. Sie hat sich eine Übung auferlegt: jeden Tag einer random Person ein random Kompliment machen. Klingt banal, verändert aber was. Du suchst plötzlich nur noch nach positiven Dingen. Das hat ihren Blick wieder aufs Positive gelenkt.Bei Henkel musste sie feststellen: nicht ihre Welt. Heimweh. Sie war in Düsseldorf, als die Krebsdiagnose eines engen Freundes kam. Zwei Wochen später ist ihr Großvater gestorben. Sie dachte: das ist es mir nicht wert.Dann kam Ogilvy. Das Nachhausekommen. Sie kannten sie noch als Azubi, die kleine Leo kommt wieder, plötzlich ist sie deren Vorgesetzte. Fünf Jahre dort. Irgendwann kam sie an ihre Grenzen durch KI und Effizienzdruck, wollte sich nicht verbiegen.Sie hat sich ein Jahr Zeit genommen. Ihr ehemaliges Team hat ihr Love Letters geschrieben, berührende Nachrichten. Sie musste erst mal lernen, sich selbst so zu sehen. Aber dann hat sie gelernt: Leichtigkeit und Positives im Business-Kontext ist eine totale Stärke. Wenn du Veränderung liebst, merkst du: da liegt ein riesengroßer Hebel drin.So kam die Business-Idee The Fritten. November 2024, Trump-Wiederwahl, Ampelbruch, Rechtsruck. Sie hat sich gefragt: was trage ich eigentlich dazu bei dass es besser wird?Sie hat Gespräche mit UnternehmerInnen geführt. Was rauskam: große Angst vor Veränderungen, Negativspirale, Stillstand. New Normal gibt es nicht mehr. Daraus ist entstanden: wir müssen UnternehmerInnen an die Hand nehmen, Chancen aufzeigen. Kreativität ist der Business-Skill unserer Zeit. Sie sehen wirtschaftliche Stabilität als riesengroßen Faktor für gesellschaftlichen Zusammenhalt.Ihre JFK-Analogie: als die USA total zerrüttet waren, sagte er: wir fliegen auf den Mond. Er hat eine Vision in die Köpfe gepflanzt. Uns fehlt gerade das Wofür.The Fritten hat sie mit Sia und Nils, den sie noch aus Türsteher-Zeiten kennt, gegründet. Sie ist der Kleber. Ihre Kreativberatung liegt zwischen Agentur und Unternehmensberatung. Für sie ist die Big Idea eine Wachstumsidee.Warum The Fritten? Schwimmbad-Pommes waren ein unbeschwerter Moment. Aber Sia sagte: eigentlich spannender ist, dass unter der Schale der Kartoffel viele Potenziale liegen. Irgendwann kam jemand durch Kreativität auf die Idee, aus der Kartoffel Fritten zu machen, eines der bekanntesten Produkte der Welt zu schaffen. Sie wollten unbedingt Fritten heißen, ein schönes prägnantes deutsches Wort. Bescheuert genug dass jeder schmunzeln muss. Genau das wollten sie erzeugen: Leichtigkeit, Positives.Ihr bester Ratschlag: bleib du selbst. Ihre Motivation: ihr gefällt die Welt draußen nicht. Sie will verändern, antreiben, Menschen anstecken, etwas Positives in die Welt tragen. Dieser Schwere draußen entschieden etwas entgegensetzen.