{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/6826ebb1ee813e8be20e9462/6ab544c862a47b6becca3436?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Wie analysiert man sich einen Wolf?","description":"<p>Es gibt Menschen, die wollen unbedingt stattfinden. Und es gibt Menschen, die wollen gerne ein Spiel spielen. Dass dieser kleine, aber entscheidende Unterschied über Wohl und Wehe eines ganzen Formats entscheiden kann, ließ sich zuletzt zum Beispiel in der &quot;Villa der Versuchung&quot; besichtigen, wo der eigentliche Spieltrieb bei einigen Beteiligten ungefähr so ausgeprägt scheint wie die Lust, nach Drehschluss noch beim Kabelaufrollen zu helfen. Wie wohltuend ist dagegen schon wieder die neue Staffel von „Werwölfe – Das Spiel von List und Täuschung“, wo schon die ersten beiden Folgen daran erinnern, dass Casting vielleicht doch mehr sein kann als die Frage, wer gerade Zeit hat und eine Badehose besitzt. </p><p><br></p><p>Wobei sich beim ersten Eindruck des neuen Casts schnell anzudeuten scheint: Auch spielerischer Ehrgeiz kann überdosiert werden. Vor allem, wenn man beruflich offenbar darauf geeicht wurde, hinter jedem Blinzeln eine Operation unter falscher Flagge zu vermuten. Der Ex-Geheimdienstagent in der Gruppe analysiert jedenfalls alles, was bei drei nicht auf dem Baum ist, und zwar mit einer solchen Hingabe, dass „Werwölfe“ stellenweise eine zweite, ausgesprochen gesprächige Kommentarspur bekommt. Anja hätte ihn als Wolf jedenfalls längst in Marinade eingelegt.</p><p><br></p><p>Überhaupt ist „Werwölfe“ bei aller Spannung obendrein auch ein hübsches Versuchslabor für eine der großen Selbstüberschätzungen des Menschen: die Überzeugung, andere Menschen besonders gut lesen zu können. Ein Blick zu lang, ein Satz zu glatt – und zack, jemand ist plötzlich auffällig unauffällig oder verdächtig wenig verdächtig. Viel Spaß macht das Format Jochen und Anja jedenfalls auch beim zweiten Aufguss.</p>","author_name":"Anja Rützel und Jochen Schropp"}