{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/67ee44d97401961729c93083/69b7147219edd9d9c9bebf7c?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Behind Schloss Schauenstein mit 3-Michelin-Sterne-Koch und Partner Marcel Skibba: Warum echter Luxus keine Langustinen braucht","thumbnail_width":200,"thumbnail_height":200,"thumbnail_url":"https://open-images.acast.com/shows/67ee44d97401961729c93083/1773605623824-66ec63d3-f45c-4d78-b440-a1dc18e2483e.jpeg?height=200","description":"<p><strong>Der Küchenchef mit 19 Gault-Millau-Punkten über das Scheitern mit 21, die Kunst der Reduktion, warum Wagyu-Kaviar langweilig ist und weshalb Arroganz in der Sterneküche fehl am Platz ist</strong></p><p><br></p><p>Max reist in die Schweiz – zu einem der stillsten Drei-Sterne-Köche: Marcel Skibba, Küchenchef im Schloss Schauenstein. 19 Gault-Millau-Punkte, drei Michelin-Sterne. Marcel lässt die Kunst sprechen.</p><p><br></p><p><strong>Mit 21 gescheitert</strong></p><p>Marcel träumte vom Piloten-Dasein. Mit elf eröffneten die Eltern ein Restaurant. Der passionierte Küchenchef prägte ihn: \"Wenn wir frei hatten, sind wir in den Großmarkt, haben Bücher gekauft, coole Sachen eingekauft.\"</p><p>Mit 21 übernahm Marcel das Restaurant. \"Ich dachte, ich kann es rumreißen.\" Aber die Region unerschlossen, Winter karg. Nach drei Jahren: keine Bank wollte einen Kredit. Eine sagte: \"Wenn du morgen zumachst, kann ich dir übermorgen einen geben.\"</p><p>Marcel machte es. Bezahlte alle aus. \"Wie fühlte sich das an?\" – \"Als scheitern. Aber wenn sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste.\"</p><p><br></p><p><strong>Der Sprung</strong></p><p>Bewerbung bei Sterne-Restaurants. Hotel Dollenberg: ein Stern. Zwei Wochen vorher: zweiter Stern. \"Eine Welt brach zusammen. Ich hatte keine Erfahrung, keine Ahnung, ob ich überlebe.\"</p><p>Er überlebte. Drei Jahre. Dann La Vie Osnabrück – drei Sterne. Weitere drei Jahre.</p><p><br></p><p><strong>Die Absage</strong></p><p>Bewerbung bei Andreas Caminada. Absage – kein Platz. Drei Jahre später: zweiter Versuch mit Freundin. Nach Probearbeiten: \"Nicht das Richtige.\" Sommelier rief an: \"Ihr müsst kommen!\" Sie überredete Marcel.</p><p><br></p><p><strong>Von 1.400 Euro zum Teilhaber</strong></p><p>Einstieg: \"1.400 Euro monatlich, keine Miete bezahlt. Mit Kredit nichts übrig. Man lernt kämpfen, sparen. Man lebt asketisch.\"</p><p>Stellvertreter, dann Eniv-Restaurant St. Moritz (Sharing-Konzept). Marcel zögerte: \"Ich wollte drei Sterne kochen.\" Machte es trotzdem. Ohne Druck.</p><p>Ergebnis: zwei Michelin-Sterne für Sharing-Konzept. \"Damit hat keiner gerechnet.\"</p><p>Andreas: Teilhaber im Schloss. \"Die Vergangenheit hat gezeigt, dass er sich auf mich verlassen kann.\"</p><p><br></p><p><strong>Luxus neu definieren</strong></p><p>\"Wir kochen nicht mit edlen Produkten. 2015, 2016: regional und saisonal – auf Drei-Sterne-Niveau.\"</p><p>Statt Steinbutt, Trüffel, Kaviar: Saibling, Zander, regionales Fleisch. \"Wir definieren Luxus neu. Corona zeigte: Zeit ist Luxus. Zeit mit Familie. Sonne genießen.\"</p><p>Gerichte: \"Raus in den Garten, inspirieren lassen. Sehr reduziert, erwachsen, mit Twist. Sie wirken banal – keine Kochbanane aus Nicaragua – aber man twistet sie dahin, wo man sie gerne hätte.\"</p><p><br></p><p><strong>Wagyu-Kaviar ist langweilig</strong></p><p>Max: \"Mich langweilt die Gastronomie. Überall Wagyu mit Kaviar. Reichtum, aber Einfallslosigkeit. Oder 140 Komponenten – das checkt meine Zunge nicht.\"</p><p>Marcel: \"Steinbutt mit Kaviar braucht nicht viel. Burre drauf, lecker. Sichere Bank. Damit kriegst du jeden. Aber es erzählt keine Geschichte.\"</p><p>\"Zuchtzander fordert heraus. Andere Aminosäurenstruktur, weniger Umami. Das Produkt so verarbeiten, dass es für sich spricht – ohne es zu vergewaltigen – das ist die Herausforderung.\"</p><p><br></p><p><strong>Arroganz? Fehl am Platz</strong></p><p>Film \"Im Rausch der Sterne\": Koch fehlt \"nur Arroganz\". Marcel: \"Arrogant sein, nie verstanden. Kein Erfolg stellt dich über jemand anderen.\"</p><p>Max: \"Du bist so humble. In höchster Rangklasse Menschen wie du, am Boden geblieben. Wahnsinn.\"</p><p><br></p><p><strong>Die Handschrift</strong></p><p>Marcel: \"Andreas und ich haben uns gemeinsam entwickelt.\" Max: \"Michelin bewertet den Küchenchef. Das bist du. Du bist jeden Tag da. Du bist das Weiterdenken.\"</p><p>Andreas: \"Du kannst mich besser kopieren als ich dich. Aber wir müssen einen Step weiter.\" Marcel ist dieser Step.</p><p><br></p><p><strong>Key Learnings:</strong></p><p>• Scheitern gehört dazu • Demut schlägt Arroganz • Luxus neu definieren • Regionalität fordert heraus • Reduktion ist Kunst • Eigene Handschrift finden • Vertrauen aufbauen</p><p><br></p><p><strong>Perfekt für:</strong> Foodies, Gastronomen, Köche, Fans authentischer Küche.</p><p><br></p><p><strong>Zitat der Episode:</strong></p><p><em>\"Ein Steinbutt mit Kaviar ist eine sichere Bank. Damit kriegst du jeden. Aber es erzählt keine Geschichte – weder über dich noch über dein Restaurant.\"</em> – Marcel Skibba</p>","author_name":"Speakeasy Studio"}