{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/67ee44d97401961729c93083/692d765e9b21443f851c633e?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Behind Mirko Borsche:  Vom Kiosk-Büro in München zu McQueen, On & Supreme","thumbnail_width":200,"thumbnail_height":200,"thumbnail_url":"https://open-images.acast.com/shows/67ee44d97401961729c93083/1764938260812-b2af2a51-42ca-44f9-8e29-52f9ef0c313b.jpeg?height=200","description":"<p>Im Gespräch erzählt Borsche, wie aus einem improvisierten “Kiosk-Büro” mit Gasheizung und Außentoilette Schritt für Schritt das heutige Bureau Borsche wurde, das mit nur fünf bis sechs Personen globale Markenprojekte stemmt. Er beschreibt, wie wichtig ihm Räume mit Seele sind: erst der kleine Kiosk, dann eine Galerie-Wohnung mit Dachterrasse und Open-House-Atmosphäre, in der Freunde aus Kunst und Musik mitarbeiteten – immer als Gegenentwurf zu sterilen Büros.​</p><p>Ein Schwerpunkt ist München als Standort: attraktiv für Natur, Berge und Familie, aber verschlossen, träge und international schwerer zugänglich als etwa Berlin. Borsche kritisiert die Stadt für zu wenig Mut zu kulturellen Orten und nennt Beispiele wie das Bergson, das als privat initiiertes Leuchtturmprojekt “am Arsch der Welt” steht, statt in der Stadt ein internationales Zentrum zu bilden.​</p><p><br></p><p>Sehr persönlich wird es, wenn er über seine drei Kinder, Patchwork-Konstellationen und Vater-Tochter-Restaurantdates spricht. Er zeigt, wie gemeinsame Rituale, echte Augenhöhe (z.B. Restaurantwahl, gleicher Teller statt Kinderkarte) und viel Zeit zusammen seine Sicht auf Führung und Respekt geprägt haben – sowohl privat als auch in der Zusammenarbeit mit Mitarbeitenden.​</p><p><br></p><p>Im zweiten Teil diskutiert Borsche seine Haltung zur Branche: Er erzählt von hunderten gewonnenen Awards und seinem bewussten Austritt aus dem ADC, weil das System sich in Richtung Fake-Cases, Irrelevanz und Männerbündelei entwickelt habe. Heute gewinnt sein Studio Talente aus aller Welt ohne “Award-Showreels”, sondern durch echte, veröffentlichte Arbeit und Mundpropaganda. Er kritisiert Pitches als unfair und strukturell problematisch: Oft sei längst eine Agentur gesetzt, andere liefern unbezahlt Ideen, die später in abgeschwächter Form übernommen werden.​</p><p>Zum Schluss geht es um aktuelle Projekte und seine Art, mit Kunden und Trends umzugehen. Bureau Borsche arbeitet u.a. am Redesign von Alexander McQueen, einer Lifestyle-Linie mit On (IKON-Kollektion), Theaterprojekten in Kopenhagen und Fashion- und Kultmarken wie Rimowa oder Supreme, für die sie jahrelang Grafiken für die wöchentlichen Drops entwickelt haben. Borsche erklärt, dass er keine “Trends in zehn Jahren” vorhersagt, sondern mit Kunden so tief in Gespräche geht, dass sich neue Wege fast wie ihre eigene Idee anfühlen – eine Art Inception im Branding.​</p><h2><br></h2><p><strong>Über Mirko Borsche</strong></p><p>Mirko Borsche wurde 1971 in Tegernsee geboren und wuchs in der Nähe von München auf. Seine frühe Leidenschaft für Graffiti prägte seinen Blick auf Typografie, Bildsprache und den Umgang mit Schrift im öffentlichen Raum. Nach Studien in Kingston (Postgraduate Graphic Design), einem Master in London und einem Diplomstudium Kommunikationsdesign an der FH Augsburg startete er als freier Art Director u.a. für Levi’s, MTV und Mercedes-Benz und arbeitete später bei Springer &amp; Jacoby.​</p><p>Bekannt wurde er mit Editorial Design: Er gestaltete Magazine für die Süddeutsche Zeitung, war maßgeblich an der Gründung und Gestaltung des Jugendmagazins NEON beteiligt und ist seit 2007 Creative Director des ZEITmagazins. 2007 gründete er in München sein eigenes Studio Bureau Borsche, das heute international für Marken wie Nike, Balenciaga, Rimowa, Bavarian State Opera, Inter Mailand, Supreme, Apple und BMW arbeitet und vielfach ausgezeichnet wurde.​</p><p><br></p><p>Borsche erhielt zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, darunter den Titel “Visual Leader of the Year” der Lead Academy. Seine Arbeiten wurden in Museen und Ausstellungen gezeigt, etwa in der Pinakothek der Moderne und der Neuen Sammlung in München sowie in Städten wie Amsterdam, Barcelona, Stockholm, Seoul und Tokio. Er gilt als einer der prägendsten europäischen Grafikdesigner seiner Generation und als Stimme, die die Kreativbranche regelmäßig kritisch hinterfragt.</p><p><br></p>","author_name":"Speakeasy Studio"}