{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/67670d80575cbdaa9dce83eb/67752e70c82b0a6413beec10?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Der alte Löwe und der Fuchs","thumbnail_width":200,"thumbnail_height":200,"thumbnail_url":"https://open-images.acast.com/shows/67670d80575cbdaa9dce83eb/1735732747719-ebf89066-5737-4384-8fc9-8574d2b4dbab.jpeg?height=200","description":"<p>das Elend (n)- misery, wretchedness</p><p>zugrundegehen (v) – to perish</p><p>der Untertan (n)- subject, vassal</p><p>trudelen (v)- to spin, to waddle, to trundle</p><p>erhoffen (v)- to hope for, to expect</p><p>gerissen (adj)- sly, shrewd, cunning</p><p>geräumig (adj)- spacious, roomy</p><p>ächzen (v)- to groan, to moan</p><p>in den letzten Zügen- in the last stages</p><p>gezögern (v)- to hesitate, to procrastinate</p><p>heiter (adj)- cheerful, amusing</p><p>pfiffig (adj)- smart, sharp, shrewd</p><p>der Einfall (n)- sudden idea, thought</p><p>demütig (adj)- humble, meek, submissive</p><p>die Festung (n)- fortress, stronghold</p><p>der Gebieter (n)- master, lord</p><p><br></p><p>Ein Löwe lag alt und schwach in seiner Höhle und war nicht mehr fähig, selbst auf die Jagd zu gehen. Er wäre <strong><u>elend</u></strong> <strong><u>zugrundegegangen</u></strong>. Doch in seiner Not ließ er in seinem Reich die Botschaft von seinem nahen Tode verbreiten und allen <strong><u>Untertanen</u></strong> befehlen, an den königlichen Hof zu kommen. Er wolle von jedem persönlich Abschied nehmen. Nacheinander <strong><u>trudelten</u></strong> die Tiere vor der Höhle des Löwen ein, und der König der Tiere rief jeden zu sich. Mit kleinen Geschenken gingen sie einzeln zu ihm hinein, denn sie <strong><u>erhofften</u></strong> sich alle großen Vorteil davon. Ein <strong><u>gerissener</u></strong> Fuchs hatte eine Zeitlang in der Nähe der Höhle verbracht und das Kommen beobachtet. \"Seltsam\", dachte er, \"alle Tiere gehen in die Höhle hinein, aber niemand kehrt daraus zurück. Die Burg des Königs ist zwar <strong><u>geräumig</u></strong>, so groß ist sie nun auch nicht, daß sie alle <strong><u>Untertanen</u></strong> aufnehmen kann. Eigentlich müßte sie schon lange überfüllt sein. Vorsichtig trat der Fuchs vor den Eingang und rief höflich: \"Herr König, ich wünsche Euch ewige Gesundheit und einen guten Abend.\" \"Ha, Rotpelz, du kommst sehr spät\", <strong><u>ächzte</u></strong> der Löwe, als läge er wirklich schon in den letzten <strong><u>Zügen</u></strong>, \"hättest du noch einen Tag länger <strong><u>gezögert</u></strong>, so wärest du nur noch einem toten König begegnet. Sei mir trotzdem herzlich willkommen und erleichtere mir meine letzten Stunden mit deinen <strong><u>heitern</u></strong> Geschichten.\" \"Seid Ihr denn allein?\" erkundigte der Fuchs sich mit gespieltem Erstaunen. Der Löwe antwortete grimmig: \"Bisher kamen schon einige meiner <strong><u>Untertanen</u></strong>, aber sie haben mich alle gelangweilt, darum habe ich sie wieder fortgeschickt. Jedoch du, Rotpelz, bist lustig und immer voll <strong><u>pfiffiger</u></strong> <strong><u>Einfälle</u></strong>. Tritt näher, ich befehle es dir.\" \"Edler König\", sprach der Fuchs <strong><u>demütig</u></strong>, \"Ihr gebt mir ein schweres Rätsel auf. Unzählige Spuren im Sand führen in Eure Burg hinein, aber keine einzige wieder heraus, und Eure <strong><u>Festung</u></strong> hat nur einen Eingang. Mein <strong><u>Gebieter</u></strong>, Ihr seid mir zu klug. Ich will Euch nicht mit meiner Dummheit beleidigen und lieber wieder fortgehen. Eines aber will ich für Euch tun, ich werde dieses Rätsel für mich behalten.\" Der Fuchs verabschiedete sich und ließ den Löwen allein.</p><p><br></p><p> </p>","author_name":"Adrienne Merinnen"}