{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/6538ffb2ab9fa20012d4e4fa/6a2ffa7b6edea1d9abd504aa?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Ist Künstliche Intelligenz nur Marketing?","thumbnail_width":200,"thumbnail_height":200,"thumbnail_url":"https://open-images.acast.com/shows/6538ffb2ab9fa20012d4e4fa/1781531840652-0fd212ce-1398-4a76-a5fe-81cfaad85f27.jpeg?height=200","description":"<p>Der Begriff „Künstliche Intelligenz“ ist allgegenwärtig. Aber handelt es sich womöglich nur um einen Marketing-Begriff aus den 1950ern? </p><p><br></p><p>Wir springen zurück ins Jahr 1955 an das Dartmouth College. Der Wissenschaftler John McCarthy hat eine Vision von denkenden Maschinen. Doch er hat ein strategisches Problem: Es fehlt ein einheitlicher, massentauglicher Name für sein Forschungsfeld. Die damalige Tech-Community nutzt sperrige Begriffe wie „Automata Theory“ oder „Complex Information Processing“. Zudem dominiert die „Kybernetik“ unter Norbert Wiener den Diskurs. Um sich von Wieners analogem Ansatz abzugrenzen und die intellektuelle Unabhängigkeit zu sichern, braucht McCarthy einen Akt der Befreiung. </p><p><br></p><p>Am 31. August 1955 reicht er einen Forschungsantrag bei der Rockefeller Foundation ein und nutzt zum ersten Mal den Begriff „Artificial Intelligence“. Der Name ist pure Science-Fiction, klingt aufregend und besitzt eine enorme Suggestivkraft. Obwohl Fachkollegen wie Allen Newell und Herbert Simon heftig protestieren und das Ganze lieber trocken als „Symbolverarbeitung“ bezeichnen wollen, setzt sich McCarthys Begriff durch. Er wird zum Magneten für Aufmerksamkeit und Forschungsgelder. </p><p><br></p><h3>Key Takeaways </h3><ul><li>Wording bestimmt den Marktwert: Ein Begriff, der Emotionen und Zukunftsvisionen weckt (wie <em>Artificial Intelligence</em>), gewinnt im Ringen um Aufmerksamkeit immer gegen rein administrative Beschreibungen (wie <em>Complex Information Processing</em>). </li><li>Positionierung durch Abgrenzung: McCarthy schuf eine neue Kategorie, um sich aus dem Schatten des damaligen Branchenprimus (der Kybernetik) zu befreien. Ein klassischer Move im Category Design. </li><li>Das zweischneidige Schwert des Over-Promise: Wer durch starkes Marketing gigantische Erwartungen schürt, liefert sich einem harten Vergleich aus. Bleiben die realen Ergebnisse hinter dem Hype zurück, droht der Image-Crash. </li></ul><p><br></p><p><br></p>","author_name":"Nadine von Piechowski"}