{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/60ddd7aff37f1600129757d8/69eb506cc8a506316d328086?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Palantir und Co. bauen die Welt um | Von Tilo Gräser","description":"<p><strong>Ein US-Software-Unternehmen will mit KI und Krieg den Westen retten</strong></p><p><em>Ein Kommentar von </em><strong><em>Tilo Gräser</em></strong><em>.</em></p><p>Aus den USA sind die „United States of Palantir“ geworden – das stellte die italienische Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlerin <a href=\"https://www.francescabria.com/?ref=apolut.net\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\"><u>Francesca Bria</u></a> im November 2025 in einem <a href=\"https://monde-diplomatique.de/artikel/!6113232?ref=apolut.net\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\"><u>Beitrag</u></a> in der französischen Monatszeitung <em>Le Monde diplomatique</em> fest. Sie beschrieb den grundlegenden Umbau des Staates durch Tech-Unternehmen wie Palantir und Anduril, die mit ihrer Software hoheitliche Aufgaben übernehmen. In den USA bilde sich „ein neues Machtgebilde heraus, das die bislang komplexeste Herausforderung für die demokratische Regierungsform im digitalen Zeitalter darstellt: der autoritäre Hightech-Komplex“. Das reiche inzwischen weit über die USA hinaus.</p><p>Palantir steht dabei im Mittelpunkt. Es entwickelt und verkauft Software, die umfangreiche Datenmengen aus verschiedenen Quellen verarbeitet, um Muster zu erkennen und Vorhersagen zu treffen. Das 2003 mit CIA-Geldern gegründete Unternehmen, das vor allem für Militär und Geheimdienste, inzwischen aber auch für Unternehmen und staatliche Behörden in mehreren Ländern tätig ist, gibt vor, nur die Mittel zur Verfügung zu stellen und keinen Einfluss darauf zu nehmen, was damit geschieht.</p><p>Doch hinter seinem Treiben steckt sehr viel Ideologie, wenig Friedfertigkeit und zum Teil auch menschenverachtendes Denken. Das zeigt das viel kritisierte Unternehmen mit einem Beitrag, der am Samstag auf der Plattform <em>X</em> <a href=\"https://x.com/PalantirTech/status/2045574398573453312?ref=apolut.net\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\"><u>veröffentlicht</u></a> wurde. Das „Manifest“ aus 22 Punkten hat für einige mediale Aufmerksamkeit und zahlreiche kritische Kommentare gesorgt. „Die Tech-Firma stellt sich gegen Pluralismus und rückt militärische Anwendungen Künstlicher Intelligenz in den Mittelpunkt“, <a href=\"https://www.berliner-zeitung.de/article/palantirs-manifest-w-10031564?ref=apolut.net\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\"><u>hieß</u></a> es zum Beispiel am Dienstag in der <em>Berliner Zeitung</em>. In der Schweizer Zeitung <em>Tages-Anzeiger</em> war zu <a href=\"https://www.tagesanzeiger.ch/palantir-will-militarisierte-tech-republik-schaffen-872828070491?ref=apolut.net\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\"><u>lesen</u></a>, Unternehmenschef Alexander Karp mache klar: „Palantir will eine militarisierte Techrepublik schaffen.“ „Palantir ruft die Tech-Elite zur Verteidigung der Nation auf“, <a href=\"https://www.sueddeutsche.de/politik/palantir-karp-thiel-ki-trump-politik-militaer-li.3470818?reduced=true&amp;ref=apolut.net\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\"><u>meldete</u></a> die <em>Süddeutsche Zeitung</em>.</p><p><strong>Kriegsbereitschaft und elitäres Denken</strong></p><p>Das, was Palantir da auf X aus dem schon 2025 erschienenen Buch „The Technological Republic: Hard Power, Soft Belief, and the Future of the West“ von Alexander Karp und Nicholas Zamiska (auch auf Deutsch <a href=\"https://www.m-vg.de/finanzbuchverlag/shop/article/25367-the-technological-republic/?ref=apolut.net\" rel=\"noopener noreferrer\" target=\"_blank\"><u>erhältlich</u></a>) in 22 Punkten zusammenfasste, hat es in sich. Da wird für den Einsatz von KI im Krieg plädiert, die politische Zögerlichkeit westlicher Gesellschaften kritisiert und die Einzelnen aufgefordert, sich für die Verteidigung des Staates einzusetzen. Da wird von der „ausdrücklichen Pflicht“ der Tech-Firmen aus dem Silicon Valley geschrieben, „sich an der Verteidigung der Nation zu beteiligen“. Es müsse gegen „die Tyrannei der Apps“ rebelliert werden, wird gegen die Dominanz der iPhones gewettert und festgestellt, dass „kostenlos E-Mails“ nicht das Wirtschaftswachstum und die Sicherheit gewährleisten.</p><p>Die Grenzen der „Soft Power“ als „bloßer hochfliegender Rhetorik“ hätten sich gezeigt, wird ebenso behauptet, während sich „freie und demokratische Gesellschaften“ nur mit „Hard Power“, die auf Software aufgebaut sei, durchsetzen könnten. Und: „Die Frage ist nicht, ob KI-Waffen gebaut werden; die Frage ist, wer sie bauen wird und zu welchem Zweck.“ Auch fordert das Unternehmen, das für das US-Militär arbeitet, Wehrdienst als „allgemeine Pflicht“, ebenso eine „Debatte über die Angemessenheit militärischer Aktionen im Ausland“ sowie besserer Gewehre und Software für US-Marines aus US-Produktion.</p><p><br></p><p>...https://apolut.net/palantir-und-co-bauen-die-welt-um-von-tilo-graser/</p>","author_name":"apolut"}