{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/45033096-220b-4490-b648-7e822e82ccde/6ad5f3d4b3fd74c05a6b6262?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Auge um Auge, Zahn um Zahn","thumbnail_width":200,"thumbnail_height":200,"thumbnail_url":"https://open-images.acast.com/shows/611a543106c05ea760f404b2/1792406437964-2da59d0e-ca77-45da-bc78-48676651b938.jpeg?height=200","description":"<p><strong>261020PC Auge um Auge, Zahn um Zahn</strong></p><p>Mensch Mahler am 20.10.2026 </p><p><br></p><p>US-Verteidigungsminister Pete Heghseth ist die feine Klinge fremd. Stattdessen schlägt der ultra-evangelikale Christ scharfe Töne an und zitiert dabei auch gerne mal die Bibel. Oder auch nicht. Im April 2026 trug der Hardliner bei einer Andacht zur Würdigung einer Rettungsmission im Iran einen vermeintlichen Bibelvers vor.Die Bibel war es allerdings nicht. </p><p>Es handelte sich stattdessen um den berühmten, von Samuel L. Jackson gesprochenen Monolog aus <em>Pulp Fiction</em>. Hesekiel 25:17 klingt in der Filmversion so: „Ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe.&quot; Im Alten Testament der Bibel klingt das anders: Ich will bittere Rache an ihnen üben und sie mit Grimm strafen, dass sie erfahren sollen, dass ich der HERR bin, wenn ich Vergeltung an ihnen übe. </p><p><br></p><p>Dass Hegseth nicht zwischen einem Spielfilm und der Bibel unterscheiden konnte, hat ihm in den sozialen Netzwerken viel Häme eingebracht. </p><p><br></p><p>Jetzt machte der rechts-konservative Hetzer mit einem neuen radikalen Vorstoß auf sich aufmerksam: Die für 3. Dezember geplante Hinrichtung des früheren Armeepsychiater Nidal Hasan sollte öffentlich übertragen werden. Nidal hatte 2009 auf dem Militärstützpunkt Fort Hood in Texas 13 Menschen getötet. 32 weitere Menschen wurden verletzt. Der Attentäter erklärte danach, er habe Vergeltung für die Kriege der USA in der muslimischen Welt geübt.US-Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte die Liveübertragung der für den 3. Dezember geplanten Exekution vergangene Woche angekündigt. &quot;Die Menschen müssen verstehen, dass solche Taten schwerwiegende Konsequenzen haben&quot;. Und auch in diesem Fall zitierte Hegseth die Bibel. Der Attentäter solle durch die öffentliche Erschießung noch mehr bestraft werden, denn in 2. Mose 21 heißt es: „Auge um Auge, Zahn um Zahn.“ Hegseth hat sich allerdings nicht die Mühe gemacht herauszufinden, wie das in der jüdischen Rechtsprechung der Tora gemeint ist<strong>. </strong>In der <strong>Tora</strong> (und der gesamten jüdischen Tradition) wird die berühmte Formel „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ <strong>nicht als körperliche Vergeltung - also Verstümmelung -, sondern als finanzielle Ersatzleistung – Schmerzensgeld – verstanden. Schon wieder danebengegriffen, Herr Hegseth.</strong></p><p><br></p><p><strong>Die Bibel – unabhängig davon, dass das 2. Testament durch die Ausführungen Jesu Christi das 1. Testament in weiten Teilen außer Kraft gesetzt hat – wird immer wieder gerne von Fundamentalisten falsch zitiert, wenn es denn ihren Zielen dient. </strong></p><p><br></p><p><strong>Die öffentliche Hinrichtung – die erste seit 1936 – wurde jetzt gestoppt von einem, dem man das nicht zugetraut hätte. Der Präsident Donald Trump höchtsselbst wies seinen evangelikalen Kriegstreiber-Minister in die Schranken – allerdings erst, nach massiven öffentlichen Protesten. Wenn es seinem Image nicht geschadet hätte, hätte er die Inszenierung der Erschießung via Medien garantiert durchgewunken. </strong></p>","author_name":"Günter Mahler- PODCAST EINS"}