{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/45033096-220b-4490-b648-7e822e82ccde/6acfb00b29b9fbfbe28b4181?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Recht haben und Recht bekommen","thumbnail_width":200,"thumbnail_height":200,"thumbnail_url":"https://open-images.acast.com/shows/611a543106c05ea760f404b2/1791995879500-3be50776-4f16-4fcd-955d-3bf90c103b84.jpeg?height=200","description":"<p><strong>261015PC Recht haben und Recht bekommen</strong></p><p>Mensch Mahler am 15.10.2026 </p><p><br></p><p>Im Moment kommt es dick. Ich hasse Rechtsstreitigkeiten. Und im Moment bin ich in nicht weniger als dreien drin. Ein ehemaliger Partner im Rundfunkgeschäft hat mich betrogen. Eine Wohnung, in guter Absicht an einen angeblichen syrischen Flüchtling vermietet, wird weder richtig bezahlt noch geräumt. Und dann noch ein Streit, der mir sehr nahe geht, über den ich aber öffentlich nicht sprechen mag. Mein Anwalt arbeitet auf Hochtouren. Nochmal: Ich hasse das. Ich möchte mich immer gerne außergerichtlich und gütlich einigen. Auch wenn ich dabei draufzahle. Aber. Recht haben und Recht bekommen sind eben zwei Paar Stiefel.</p><p><br></p><p>Es ist jetzt mehr als 20 Jahre her. Ich war mit meinem Auto auf Dienstreise. In Franken auf einer leeren Autobahn habe ich bin ich auf einen Golf getroffen, der mutterseelenallein auf der linken Spur unterwegs war. OK – irgendwann habe ich die Lichthupe eingesetzt und links geblinkt. Vier junge Burschen drehten sich um und lachten mich an. Deuteten auf die rechte Spur – nach dem Motto: du kannst uns ruhig rechts überholen.</p><p><br></p><p>Irgendwann – ich schätze, es waren 5 Minuten - wechselten sie auf die leere rechte Spur. Ich zog vorbei, Lichthupe aus einem Weihnachtsbaum aus mehreren Halogenscheinwerfern leuchteten mir im Wortsinn heim. Ich tippte kurz die Bremse an – bestimmt schon 200 Meter entfernt, sollte heißen: Ich hab‘s gesehen, ihr könnt gerne wieder abblenden. </p><p><br></p><p>Wieder zu Hause eine Vorladung der örtlichen Polizei. Ich solle mich zu einer Anzeige äußern. Ich juristisches Greenhorn habe das bereitwillig getan. Erster Stockfehler. Mein Anwalt sagte mir, ich hätte noch nicht einmal zugeben müssen, dass ich zu dieser Zeit dort unterwegs war. Meine Kollegin hätte ich auch nicht in Nürnberg auf den Zug entlassen, sie war neben mir und könne meine Version bezeugen. </p><p>Zu spät: 4 identische Aussagen. Sie hätten eine LKW-Kolonne überholt. Da kam von hinten ein Audi mit geschätzt 250 angeschossen und hat sie mit dichtem Auffahren, wildem Hupen und Lichthupe massiv genötigt. Als sie ihren Überholvorgang beendet hatten, hätte ich mich vor sie gesetzt und eine Vollbremsung vollzogen. Sie seien alle in die Gurte geflogen, der Wagen sei ins Schlingern gekommen und sie wären nur knapp einem schweren Unfall entgangen. </p><p><br></p><p>Ich hatte keine Chance. Eine Aussage gegen vier. Gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr in Tateinheit mit Nötigung. 3 Monate Führerscheinentzug, 3000 D-Mark in die bayrische Staatskasse. Meinem Wunsch, das Geld wenigstens dem Roten Kreuz geben zu wollen, wurde nicht stattgegeben.</p><p><br></p><p>Ich habe meine Lektion gelernt. Erst mal Klappe halten. Ohne meinen Anwalt sage ich nichts. Und jetzt hänge ich wieder in Rechtsstreitigkeiten. Wie gesagt: Ich hasse das. Aber ich will mich auch nicht veräppeln lassen. Aber ich bin ja noch dankbar, dass wir in einem Rechtsstaat leben, der funktioniert – zumindest weitestgehend.</p>","author_name":"Günter Mahler- PODCAST EINS"}