{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/45033096-220b-4490-b648-7e822e82ccde/6aa902355d36baebf1875c1c?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"A Brotherhood of Man","thumbnail_width":200,"thumbnail_height":200,"thumbnail_url":"https://open-images.acast.com/shows/611a543106c05ea760f404b2/1789460927424-a79510b3-957a-4478-aed2-b758306afec5.jpeg?height=200","description":"<p><strong>260916PC Aus der Enge in die Weite&nbsp;</strong></p><p><strong>Mensch Mahler am 16.09.2026</strong></p><p><br></p><p><strong>Es hat lange gedauert, bis ich den Weg aus der Enge in die Weite endgültig gewagt habe. Ich bin in eine pietistische Glaubensgemeinschaft mit vielen Regeln und Vorschriften hineingeboren worden. Es gab ein enges moralisches Korsett, gegen das man nicht verstoßen durfte. Wenn man es doch tat, lebte man in Sünde und musste dafür mit irgendwelchen Bußübungen bezahlen. Ein probates Mittel der Kirche und vielen anderen Religionsgemeinschaften weltweit. 1975 habe ich Theologie studiert und bin 5 Jahre später als Pastor in den Gemeindedienst gegangen. Nach 6 Jahren in der Kirche wechselte ich in die Friedensbewegung als hauptamtlicher Geschäftsführer. Danach Medienarbeit – 30 Jahre lang. Ganz zum Ende meiner beruflichen Tätigkeit habe ich dann doch noch einmal für 3 Jahre den Gemeindepastor gegeben.</strong></p><p><strong>Meine Entwicklung verlief stetig und unaufhaltsam in Richtung Liberalität und Weite. Ich bin nicht nur meiner Freikirche, sondern der Kirche allgemein und auch den anderen Religionsgemeinschaften entwachsen. Beim Erwachsenwerden eben. Lange Zeit wollte ich mir das nicht eingestehen und habe Kompromisse gemacht. Ich habe gepredigt, und dabei fundamentale Glaubensgrundlagen elegant umschifft. Wie etwa die Trinität, die Opfertheologie, die sogenannte Jungfrauengeburt oder die Auferstehung von den Toten. Verlassen konnte ich die Kirche nicht - für mich war sie eben auch immer Heimat. Die soziologische Zusammengehörigkeit der Gruppe war mir zeitlebens wichtiger als theologische Fragen.</strong></p><p><strong>Ich musste sehr alt werden – nächsten Monat werde ich 73 – um endlich zu dem zu stehen, was ich glaube. Und nicht glaube. Ich werde die Gemeinschaft mit Menschen, die mir etwas bedeuten, nicht verlassen. Die kirchliche Dogmatik habe ich längst verlassen. Ich habe während meines Studiums in Hamburg eine Ortsgruppe von amnesty international geleitet. Die Vielfalt der Weltanschauungen hat mich schon damals fasziniert. Und dass sie für das gemeinsame Ziel keine Rolle spielen. Ich war SPD-Genosse, wenn auch nur kurz, jetzt bin ich Mitglied bei den Grünen. Und ganz ehrlich: Das genügt vollauf. Ach so, und beim VfB Stuttgart. Mehr Mitgliedschaften will und brauche ich nicht. Schon gar nicht die in einer Kirche, hinter deren zentralen Aussagen ich nicht stehen kann.&nbsp;&nbsp;</strong></p><p><br></p><p><br></p>","author_name":"Günter Mahler- PODCAST EINS"}