{"version":"1.0","type":"rich","provider_name":"Acast","provider_url":"https://acast.com","height":250,"width":700,"html":"<iframe src=\"https://embed.acast.com/$/45033096-220b-4490-b648-7e822e82ccde/6a69be700ee147a124e4d6aa?\" frameBorder=\"0\" width=\"700\" height=\"250\"></iframe>","title":"Die Klimakleber und Maja Lunde ","thumbnail_width":200,"thumbnail_height":200,"thumbnail_url":"https://open-images.acast.com/shows/611a543106c05ea760f404b2/1785314858724-29a065f7-5773-4960-b301-2030146c13a3.jpeg?height=200","description":"<p><strong>260730PC Maja Lunde – eine Profetin&nbsp;</strong></p><p><strong>Mensch Mahler am 30.7.2026</strong></p><p><br></p><p>Der Roman „Die Geschichte des Wassers“ der norwegischen Autorin Maja Lunde hat mich vor vielen Jahren aufgeschreckt. Mit einer prophetischen Gabe und einer Hochrechnung der Fakten hat sie uns vor Augen geführt, wohin die Reise in Sachen Wasser in Europa und weltweit führt. Der Roman bedient zwei Zeitebenen. Die erste spielt in Norwegen im Jahr 2017, dem Jahr, in dem der Roman erschien.</p><p><br></p><p>Die zweite Zeitebene führt uns ins Jahr 2041, in ein Europa, in dem ganze Länder ausgetrocknet sind, in dem Spanien nicht mehr existiert, Frankreich leergefegt ist, sich die Menschen auf der Flucht befinden in Richtung Norden, weil es dort angeblich die letzten Trinkwasservorkommen gibt. David ist hier die Hauptfigur, ein junger Vater, der versucht, sich und seine Tochter zu retten. Maja Lunde wurde gefragt, ob sie mit dem Jahr 2041 nicht ein bisschen arg schwarz malen würde, ob sie diese Version des Weltuntergangs nicht ein wenig zu nah an unsere Zeit gerückt hätte, und sie erzählte, dass sie das im Jahr 2017, als ihr Buch in Norwegen erschienen ist, auch hin und wieder dachte. Doch heute, nach einem Sommer, in dem nicht nur Badeseen, sondern ganze Landstriche ausgedörrt sind, Ernten vertrockneten und Wälder brannten, sei sie sich sicher, dass all das, was sie beschreibt, viel früher auf uns zukommen könne.&nbsp;</p><p><br></p><p>Virtuos verknüpft Maja Lunde das Leben und Lieben der Menschen mit dem, woraus alles Leben gemacht ist: dem Wasser. Ihr neuer Roman ist eine Feier des Wassers in seiner elementaren Kraft und ergreifende Warnung vor seiner Endlichkeit.</p><p>Weltweit hat sich die von Dürren betroffene Landfläche innerhalb von 120 Jahren verdoppelt. Das geht aus dem \"Global Drought Outlook\" der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hervor. Demnach kamen um 1900 noch bei gut einem Zehntel der Flächen Dürren vor - mittlerweile ist dies auf mehr als einem Fünftel der Landfläche der Fall. 40 Prozent der weltweiten Landfläche verzeichneten laut OECD zwischen 2000 und 2020 häufigere und intensivere Dürreperioden als zwischen 1950 und 2000.</p><p><br></p><p>\"Dürreperioden werden weltweit immer häufiger und schwerer\", schreiben die Autoren. \"Praktische Lösungen für ein nachhaltiges Management von Wasser, Ökosystemen und Land können die Verwundbarkeit verringern und wirtschaftliche Schäden abfedern\", erklärte OECD-Generalsekretär Mathias Cormann. Nötig seien effizientere Bewässerungssysteme, der Anbau dürretoleranter Pflanzen, Wasserrückgewinnung sowie der Schutz von Ökosystemen als natürliche Wasserspeicher.</p><p>Die Analyse stützt sich auf den Dürreindex SPEI, der sich aus Daten zu Niederschlag und Verdunstung errechnet. Von Dürre betroffen sind Gebiete demnach, wenn der Index einen bestimmten Schwellenwert unterschreitet.&nbsp;</p><p>Das ist die Stimme der Wissenschaft. Es ist schon erstaunlich, dass es die größte Sorge mancher Menschen in Deutschland ist, nicht nach Frankreich, Spanien, Italien und Griechenland in den Urlaub fahren zu können. Ich kenne Menschen, die sind aus Palermo nach Deutschland gekommen, weil dort die Sommer mit Spitzenwerten von bis zu 50 Grad einfach nicht mehr auszuhalten sind. Es sind die Menschen, die Maja Lunde in ihrem Buch beschreibt, die massenhaft den Norden Europas aufsuchen werden, um dem Feuer zu entgehen. Ich bin gespannt, wann wir den Schuss endlich hören. Und wenn wir nicht die Klimakleber als Staatsfeinde behandeln, sondern ihnen dankbar sind für ihre prophetische Schau. Unheilspropheten hat man leider zu allen Zeiten gesteinigt.</p><p><br></p>","author_name":"Günter Mahler- PODCAST EINS"}